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JIMMY EAT WORLD – SPARKADIA

Ort: Bremen - Aladin

Datum: 07.02.2008

Es mag gut 10 Jahre her sein, dass ich zuletzt bei einem Konzert im Aladin in Bremen war und so hatte ich in der Zwischenzeit die nicht ganz einfache Parkplatzsituation etwas verdrängt. So kamen wir zwar um Punkt 20 Uhr im Club an, das Konzert hatte aber bereits einige Minuten vorher begonnen. Glücklicherweise, so ließen wir uns sagen, hatten wir nur einen Song der Vorband SPARKADIA verpasst.

Das war schade genug, denn die Band aus dem australischen Sydney konnte durchaus überzeugen. So gelang es auf Anhieb das Publikum im proppenvollen Aladin vor die Bühne zu locken und nach wenigen Songs zumindest zum Mitwippen und rhythmischen Kopfnicken zu bewegen. Die drei Jungs und das Mädel boten eingängigen Poprock mit teilweise progressiven Anleihen und mehrstimmigem Gesang, bei dem vor allem die Rhythmusfraktion zu überzeugen wusste. Doch auch der angenehme Gesang und die catchigen Melodien zogen das Publikum in ihren Bann und erinnerten das ein oder andere Mal an Bands wie z.B. die SHOUT OUT LOUDS. Auf jeden Fall waren SPARKADIA ein würdevoller und passender Support und die 30 Minuten Spielzeit viel zu schnell vorbei. So bleibt dann nur auf das im Mai weltweit erscheinende Debut-Album „Postcards“ zu warten.

In der nun folgenden Umbaupause drängelte sich ein sehr bunt gemischtes Völkchen Richtung Bühne. Vom Emo-Kid bis zum Altrocker war wirklich alles vertreten, der Altersdurchschnitt stiegt von der Bühne (jung) bis zur Theke (alt) und der Frauenanteil nahm von Bühne Richtung Theke ab. Eines hatten aber alle gemeinsam: Sie waren wegen JIMMY EAT WORLD gekommen und zeigten dies mit einem tosenden Applaus, als pünktlich um 21 Uhr die Band auf die Bühne kam und mit ihrer aktuellen Single „Blister“ gleich mächtig loslegte. Während des kompletten Sets zeigten die „Jungs“ aus Arizona, dass sie auch nach 14jährigen Bandbestehen nichts an ihren mitreißenden Live-Qualitäten eingebüßt haben. Der immer leicht schüchtern und introvertiert wirkenden Jim Atkins durchlitt scheinbar jeden Song beim Singen wieder neu und das Publikum dankte es ihm jedes Mal mit großem Applaus und sang stets lauthals mit. Überhaupt war es erstaunlich wie textsicher so manch einer war (oder tat). Man schämte sich fast schon, nur die Refrains mitsingen zu können. JIMMY EAT WORLD Songs leben dabei von diesen ganz kleinen, fast magischen Momenten und Textzitaten, in denen jeder seine ganz eigene Lieblingsstelle findet und auf die man dann beim Konzert wartete. Nach einigen Songs sind die Fans dann richtig warm und der gesamte Bereich vor der Bühne stand komplett dicht gedrängt. Ein Umfallen war nicht mehr möglich und so fanden etliche Crowd-Surfer den Mut sich über die Menge tragen zu lassen, herunterfallen hätten sie jedenfalls nicht können, dazu waren keine Lücken mehr vorhanden. Ein aufgeschnapptes, nettes Zitat am Rande: “Gut, dass in Bremen noch kein Rauchverbot herrscht, stell dir mal den Schweißgeruch vor“ Nach ca. 40 Minuten stimmte das Publikum bei „Let it happen“ in einen ausgedehnten Mitklatschpart ein, bevor JIMMY EAT WORLD dann ihren Auftritt mit „23“ nach nur 45 Minuten beendeten.

Doch so einfach und vor allen Dingen so schnell wollte man den Vierer nicht gehen lassen und so holte man JIMMY EAT WORLD mit lauten Zugabe-Rufen zurück auf die Bühne. Jim Atkins griff zur Akkustikgitarre und schraubte die Geschwindigkeit bei den nun folgenden „Your house“ und „Hear you me“ kurzfristig etwas zurück. So konnte man prima neue Kräfte sammeln für den Enspurt und benötigte diese dringend für den Abschlussdreier, der aus „Dizzy“, „Pain“ und der ewigen Emo-Hymne „Middle“ bestand, bei der dann alle noch mal kollektiv durchdrehten und lauthals mitsangen. Nicht ganz 70 Minuten Spielzeit fand ich (und nicht nur ich) leider viel zu kurz, ansonsten boten JEW ein grandioses Konzert, von dem sicherlich keiner enttäuscht nach hause gefahren sein dürfte.

Setlist JIMMY EAT WORLD
Big casino
Sweetness
Work
Always be
Heaven
Desintegration
Bleed american
Here it goes
Blister
Carry you
Let it happen
23

Your house
Hear you me
Dizzy
Pain
Middle

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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