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KARAMELO SANTO

Ort: Bielefeld - Forum

Datum: 13.08.2008

Nachdem ich letzte Woche die Mexikaner von PANTEON ROCOCO in der Osnabrücker Lagerhalle sehen durfte, ging es exakt 7 Tage später weiter auf dem südamerikanischen Kontinent. Dieses Mal gab es Ska-Punk aus Argentinien, repräsentiert von KARAMELO SANTO. Bereits seit 15 Jahren ist die 8köpfige Band nun unterwegs und hat sich auf unzähligen Konzerten an die Spitze der lateinamerikanischen Ska-Bands gespielt.

Für uns war es heute Abend das erste KARAMELO SANTO Konzert, umso gespannter war ich, ob die Jungs ihrem Ruf als exzellente Live-Band zurecht verdient haben. Das Konzert startete mit leichter Verzögerung um 21.15 Uhr und KARAMELO SANTO begannen etwas langsamer, winkten das Publikum im gut gefüllten Forum vor die Bühne und steigerten langsam aber stetig die Geschwindigkeit. Nach gemächlichem Mitwippen und Kopfnicken fingen die ersten bald an zu tanzen. Die Band gab nun richtig Gas und die nächsten Songs ballerten in wahnwitziger Geschwindigkeit in die Menge. Lateinamerikanische Einflüsse und Stilarten musste man zu Beginn des Konzertes fast mit der Lupe suchen. Hier gab es reinen, schnellen, tanzbaren Ska-Punk welcher begeistert aufgenommen wurde. Spätestens bei „Luna loca“ gab es dann kein Halten mehr und der Saal tanzte und sang kollektiv mit. Als wenig später Sänger Piro zum Springen auffordert klappt auch dieses auf Anhieb. Überhaupt klappte das Zusammenspiel der beiden Sänger perfekt. Zum einen wechselten sie sich ab und sangen gemeinsam und ergänzten sich klasse. Zur Mitte des Sets kamen dann Saxophonist und Posaunist, die wegen der fehlenden Größe der Bühne in die hintere Ecke verbannt worden waren, jeweils zum Solo an den vorderen Bühnenrand, um sich ihren wohlverdienten Applaus abzuholen. Zu diesem Zeitpunkt verlangsamte sich dann auch die Geschwindigkeit der Songs und musikalisch ging es dann weiter Richtung Reggae mit lateinamerikanischen Einflüssen.

Die Coverversion von „What a wonderful World“ war nett gemeint, sicher nicht wirklich schlecht gemacht, aber konnte zumindest mich doch nicht wirklich überzeugen. Das Original schien mir da doch eine Nummer zu groß. Bei den folgenden Songs griff der Keyboarder dann zum Akkordeon und die Band spielte das sehr ruhige „So much trouble“ und ließ das Publikum wieder zu Atem kommen. Den brauchte man auch, um bei der folgenden Interpretation des SEEED Originals „Papa Noah“ lauthals mitsingen und tanzen zu können. Da das Publikum der Band zu dieser Zeit eh aus der Hand fraß, gab es dann erstmal einen langen Mit- und Nachsingteil, der perfekt funktionierte. Es gab auch keinen Zweifel, dass die Leute eben dafür gekommen waren; um einfach nur zu feiern und Spaß zu haben. Und den bekamen sie. KARAMELO SANTO dankten es ihnen, bedankten sich für das tolle Publikum und die Unterstützung in den letzten Jahren und auf der Tour. Einen besonderen Dank richteten sie dann an Mutter Erde und baten das Publikum es ihnen gleichzutun und sich auf den Boden zu setzen. Auch dies klappte erstaunlicherweise auf Anhieb und natürlich begann dann die Band den nächsten Song und alles sprang zusammen in die Luft. Denn das nun folgende Lied ist bei weitem auch kein unbekanntes und die CLASH Coverversion von „Should I stay or should I go“ funktioniert dann als Ska-Version auch ungleich besser als „What a wonderful world“.

Nun setzte Musik vom Band ein und die Band verließ die Bühne. Doch lautstarke Zugaberufe ließen sie dann (immer noch zur Hintergrundmusik) zurück auf die Bühne tanzen und insg. noch ca. 20 Minuten und 2 Zugabe-Sets spielen. Nach knapp 2 Stunden Party war ein intensives und begeisterndes Konzert dann zu Ende.

Setlist PANTEON ROCOCO
Aguita
Negro
Luna loca
Nu anda
El ritmo indecente
El baile oficial
Soy cuyano
La lava
Hoy
La experiencia
Guerrilero
What a wondeful world
Nunca
Vivo en una
So much trouble
Papa Noha
Fruta amarga
Tomate un vivo
Should I stay or should I go
La kulebra

Down
Tu pa mi
Noche
Skalibur

Sumo
Han matado

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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