Konzert Filter

KATAKLYSM – BELPHEGOR – SUICIDAL ANGELS – MAGNA MORTALIS

Ort: Hannover - Musikzentrum

Datum: 29.01.2010

Irgendwie scheinen Death Metal Konzerte in Hannover untrennbar mit Eis und Schnee verbunden zu sein, denn wie schon bei NILE und Konsorten ungefähr einen Monat zuvor hatte der Winter die Stadt Hannover auch an diesem Konzertabend Ende Januar wieder fest im Griff. Apropos NILE – bei deren Konzert im Dezember´09 waren ja ursprünglich BELPHEGOR als Supportact angekündigt gewesen, die dann aber gegen GRAVE ausgetauscht wurden. Nun, etwas mehr als einen Monat später, spielen die Österreicher nun doch noch im Musikzentrum, begleitet vom Headliner KATAKLYSM und den Supportacts MAGNA MORTALIS und SUICIDAL ANGELS und es wurde ein Abend der überzeugenden Frontmänner…

Die lokale Vorband MAGNA MORTALIS macht dann vor den noch recht lichten Reihen einen durchaus guten Job. Die Band erspielte sich mit ihrem modernen und stilsicher dargebotenen Death Metal schnell die Sympathie der bereits anwesenden Metaller und bekam somit auch mehr als nur einen Achtungsapplaus spendiert, denn wenngleich man das Rad nicht neu erfindet, haben die Buben einen wirklich guten Frontmann in ihren Reihen, der es schaffte, die Leute vor der Bühne zum Mitgehen zu animieren und der ordentlich für Stimmung sorgen konnte.

Das schafften die folgen SUICIDAL ANGELS spielend. Die griechischen Retro-Thrasher hatten nämlich dasselbe Trumpf-As im Ärmel wie die Jungs von MAGNA MORTALIS: einen völlig irren und energetischen Frontmann. Dem Verfasser dieser Zeilen war das Debüt der jungen Griechen bisher unbekannt, aber dennoch erreichte die Band es, nicht nur mich vom ersten Moment an in ihren Bann zu ziehen. Musikalische Innovationen erwartet man bei einer Band wie SUICIDAL ANGELS ja besser gar nicht, sondern eine gut gespielte, perfekt performte Portion grundehrlichen Retro-Thrash, der Parallelen zu den frühen SEPULTURA irgendwie nicht verleugnen kann. Was den Jungs an Originalität fehlt, gleichen sie spielend durch immense Spielfreude und überzeugende Bühnenpräsenz aus. Man merkt der Band wirklich an, dass sie sich zurzeit sprichwörtlich den Arsch abtourt… Dennoch hat die Formation das Problem, dass ihr Songwriting ein wenig unvariabel ist und einen ständigen „das habe ich schon mal irgendwo gehört“-Effekt mit sich trägt. Wer sich daran aber nicht störte, bekam eine grundsolide Thrash-Show geboten, die völlig gefällig war. Großen Teilen des Publikums gefiel es gut, also nix zu motzen hier! Und Songs wie “The Pestilence of Saints”, oder “Apokathilosis” sind auch wirklich nicht von schlechten Eltern.

BELPHEGOR sind eine Band, die von ihren Fans immer frenetisch abgefeiert wird und deren überlebensgroßes Image nahezu gleichbedeutend ist mit der Musik der österreichischen Death Metaller. Man mag der Band ja eine gewissen Klischeehaftigkeit vorwerfen, aber live posen sie definitiv nicht rum, sondern spielen grundehrlichen Death Metal mit leichtem Black -Einfluss, der auf der Bühne erheblich brutaler und schneller rüberkommt, als auf Tonträger. Natürlich müssen ein paar Spielereien sein, wie die SM-Maske von Sänger Hel(l)muth gegen Ende des Gigs und ein wenig Blut, aber im großen und ganzen lieferten BELPHEGOR eine nahezu perfekte, bodenständige Death Metal Performance ab, die ein wenig an die glorreichen Tage von MORBID ANGEL erinnerte und die davon lebt, das der BELPHEGOR-Frontbrüller einfach eine Rampensau ist, welche die Meute fest im Griff hat. Der unbestrittene Höhepunkt des Gigs war wohl das mitreißende „Bondage Goat Zombie“, welches einfach nur genial rüberkam und die Leute zum Ausrasten brachte. Aber auch der Rest der Songauswahl konnte sich mit Nummern wie: „Stigma Diabolicum“, „Belphegor – Hell’s Ambassador“, dem kultig-bösen „Reichswehr In Blood“, dem düsteren „Veneratio Diaboli – I Am Sin“ und dem brutalem Kracher „Lucifer Incestus“ durchaus hören lassen. Überhaupt – BELPHEGOR waren die erste Band des Abends, die (zurecht) komplett abgefeiert wurde. Zusätzlich zur großartigen Performance auf der Bühne waren auch Sound und Licht komplett zufriedenstellend, so dass man hier wirklich von einem Highlight sprechen kann und muss.

Aber es ging noch besser! Nachdem das Intro des KATAKLYSM Auftritts verklungen war, brach die Hölle los. Der Sound wurde noch besser, ja war richtig großartig und der Lichtmensch der Band versteht seinen Job auch. Und KATAKLYSM…was soll man sagen? Ähnlich wie die Kollegen von AMON AMARTH scheinen die Kanadier live einfach nicht schlecht sein zu können. Eine Band, die mit Songs wie „Cripled & Broken“, „Manipulator Of Souls“, „In Shadow And Dust“, „Prevail“, “Let Them Burn” und weiteren Krachgern auftrumpfen kann, kann eigentlich gar nicht verlieren, oder? Okay, es mag einigen Alt-Fans vielleicht sauer aufstoßen, das man die Frühwerke der Band nahezu völlig ausklammert und sich auf die letzten Alben der Kanadier beschränkt, die ihnen ja auch den Durchbruch brachten, aber bei dem großartigen Songmaterial ist dieser Vorwurf eigentlich hinfällig. KATAKLYSM sind live einfach eine Macht! Und das liegt – wieder einmal – nicht zuletzt an ihrem Sänger. Maurizio war fantastisch aufgelegt. Klönte und scherzte zwischen den Songs mit dem Publikum, feierte mit der Meute ab und heizte das Musikzentrum zu immer neuen Höchstleistungen an. Egal, welcher Song gespielt wurde, es war vor der Bühne immer die Hölle los und die Fans drängelten sich wie die Irren im Moshpit, um gemeinsam mit der Band eine Death Metal Messe von fast religiösen Ausmaßen zu feiern. Dabei sollte hier auch die coole Security erwähnt werden, die mit den zahlreichen Stagedivern wirklich freundlich und angemessen, wenngleich gerechtfertigt bestimmt umging. Etwas, was heutzutage leider auch nicht mehr gang und gebe ist. Der Auftritt der extrem agilen Band und des göttergleichen Frontbrüllers verging wie im Fluge und war wirklich erstklassig!

Fazit: vier hochmotivierte Bands mit vier tollen Sängern zum Preis von 17 Euro, Licht & Sound in bester Ordnung, Merchandise zum erschwinglichen preis, gute Security, ein prall gefülltes Musikzentrum und massig partylaunige Metalheads haben diesen Freitag Abend zu einem echten Konzerthighlight werden lassen. Wer nicht dort war, hat schon jetzt einen der Konzerthöhepunkte des noch fast jungfräulichen Abends verpasst und KATAKLYSM haben wieder einmal ihre Position unter den Erstligisten des Death Metal-Genres eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Außer AMON AMARTH, KRISIUN und BOLT THROWER kann ihnen im Death Metal-Subgenre kaum jemand das Wasser in Sachen Liveauftritten reichen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BELPHEGOR auf terrorverlag.com

Mehr zu KATAKLYSM auf terrorverlag.com

Mehr zu MAGNA MORTALIS auf terrorverlag.com

Mehr zu SUICIDAL ANGELS auf terrorverlag.com