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KILLSWITCH ENGAGE – DEVILDRIVER – GOD FORBID – THE SORROW

Ort: Köln - E-Werk

Datum: 04.10.2007

Nachdem die 5 Jungs aus Massachusetts bereits zu Beginn des Jahres quer durch Europa getourt waren, kamen sie nun noch mal für eine handvoll Auftritte über den großen Teich – einer davon fand in Deutschland statt, genauer gesagt in Köln. Zuerst sollte der Gig im Palladium stattfinden, wurde dann aber – angeblich wegen des schlechten Karten Vorverkaufs – ins gegenüberliegende E-Werk verlegt. Mit von der Partie waren die Österreicher von THE SORROW und die beiden ebenfalls aus Amiland angereisten Bands GOD FORBID und DEVILDRIVER. Bei bestem Wetter machte ich mich somit auf den Weg nach Köln, plauderte zuerst ein wenig mit Joel, seinerseits Gitarrist bei KE über Gott und die Welt, bevor sich um 18 Uhr die Tore des E-Werks öffneten und der Abend beginnen konnte.
(Cynthia)

Gegen 19 Uhr durfte die erste Formation des Abends, THE SORROW, die Bühne betreten. Die vier Österreicher existieren seit 2005 und veröffentlichten 2007 ihr Debütalbum. Obwohl sie nur auf eine kleine Bandgeschichte zurückblicken können, dürften sie vielen bereits etwas sagen, denn ihr Album „Blessings From A Blackened Sky“ wurde im Metal Hammer prompt zum Album des Monats gewählt! Als die Metalcore Newcomer zu spielen begannen, war die Halle erst mäßig gefüllt, aber die Alpenländer schafften es trotzdem, die Menge etwas zu motivieren und ernteten dafür eine Menge Applaus, einen zeitweiligen Moshpit und Zugabe-Rufe. Ein kleiner Höhepunkt in ihrem Set war für mich, dass sie „Pursuit of Vikings“ von AMON AMARTH anspielten, an einem Abend der eindeutig unter der Flagge das Metalcores stand, war diese kleine Abwechslung doch sehr willkommen! Dem Chor der mitsingenden Fans zu Folge ging es auch nicht nur mir so. Leider konnten mich THE SORROW noch nicht so vom Stuhl reißen, aber der Abend war noch jung und drei weitere Bands standen auf dem Plan.
(Alex)

Weiter ging’s mit GOD FORBID – einer Band, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte, die aber stiltechnisch direkt weiter in die von THE SORROW vorgefertigte Kerbe schlugen. Die sehr charismatische Front-Sau Byron tobte ohne Gnade über die Bühne und im Gegensatz zum Opener sprang hier das erste Mal der Funke beim Publikum über und es wurde gebangt und gemosht, was das Zeug hält. Irgendwie trotzdem nicht so ganz meine Baustelle, auch wenn der Gig durchaus gelungen war und die Jungs sich gut gelaunt und spielfreudig zeigten. Nach nur 30 min. war aber auch bei hier wieder schicht im Schacht.

Kleine Umbaupause und Bühne frei für DEVILDRIVER, die schon deutlich härtere Töne anschlugen und damit unter den grad auf Core eingestimmten Zuschauern erstmal verwirrte Blicke ernteten. Diese Verwirrung hielt aber nicht lange an, denn die Abwechslung in Programm wurde dann doch erstaunlich gut angenommen und es flogen hier und da einige Metaller Matten im Kreis. Sänger Dez forderte die tobende Menge zu einem Circle Pit auf, der sich auch Prompt über den fast kompletten Bereich erstreckte – Wahnsinn. Die Band gab noch mal alles und verließ nach erfolgreichen 45 min. die Bühne mit einem fetten Grinsen im Gesicht und dem Wissen, eine gute Show auf die Bretter des E-Werks gebracht zu haben. Hier wurde übrigens das erste Mal an diesem Abend eine heftigst eingeforderte Zugabe gespielt.

Nach all diesen Vorbands (2 hätten es auch getan) war es nun endlich Zeit für den eigentlichen Grund meines Konzertbesuches: Der Headliner des heutigen Tages, die Jungs von KILLSWITCH ENGAGE sollten nun loslegen. Die Halle war nun brechend voll, und teilweise gar kein Durchkommen mehr, und nach einer gut halbstündigen Umbaupause ging es pünktlich los. Direkt als das Licht verlosch, rastete das durchschnittlich sehr junge Publikum aus – als die 5 Jungs die Bühne betraten, gab die Menge einen derartigen Lärm von sich, dass man auch denken konnte, man sei auf einem TOKIO HOTEL Konzert – wenn man vor allem die hohe Anzahl weiblicher Fans in der ersten Reihe beachtete, die sich sichtlich die Seele aus dem Leib schrieen. Gitarrist Adam war nach seiner Bandscheiben OP nun auch wieder mit von der Partie und betrat die Bühne als erster – mit Batman Umhang und Jeansshorts unter der „Rote Herzchen Boxershorts“ zum Vorschein kamen – sehr eigenwilligen Modestil hat der gute Mann. Als Opener gab es direkt den Titeltrack des aktuellen Album „As Daylight dies“ um die Ohren, der größtenteils von den Fans mitgesungen wurde – so viel Euphorie zum ersten Titel habe ich selten erlebt – vor allem wenn man bedenkt, dass die Menge ja schon 3 Gruppen hinter sich hatte. Die Band schien zu merken, dass sie hier mehr als nur willkommen ist, und so gab es Dauergrinsen und Spielfreude Pur – absolut vom feinsten.

Der Sound konnte sich auch direkt von Anfang an hören lassen glasklar und war weder zu laut oder zu leise – so haben wir’s gern. Was man außerdem unbedingt anmerken muss: Im Gegensatz zu manch andere Bands diesen Genres hat Sänger Howard die Wechsel von Growl zu Cleangesang absolut drauf und ist auch live extrem stimmsicher – bei Songs wie „The Arms of Sorrow“ gab’s dabei echte Gänsehautgarantie – die neue Scheibe ist absolut voll von Stücken, die unter die Haut gehen – und wenn die dann auch noch so rübergebracht werden, da kann es einem schon mal eiskalt den Rücken runter laufen… Songs gab es vor allem von den letzten beiden Longplayern zu hören, wobei das 2006er „As Daylight Dies“ klar im Vordergrund stand und bis auf ein paar Ausnahmen fast komplett gespielt wurde.

Nach einer Stunde ging die Band dann das erste mal von der Bühne – die Menge schien aber immer noch nicht genug zu haben und forderte die Jungs lautstark zurück. Dann wurde es für einige Sekunden ruhig und das Intro zum Überhit „My last Serenade“ ertönte – wer bisher stumm in der Ecke gestanden hatte, sprang spätestens jetzt auf und sang lauthals mit. Die Jungs zeigten sich sichtlich begeistert und Howard bedankte sich mit einem „You’re the best!!“ bei der Kölner Fanschar. Nachdem sie nun alle Joker ihrer bisherigen Bandkarriere ausgespielt hatten (wobei zu meinem Leitwesen etwas härtere und ältere Songs wie „Rise Inside“ oder „Self revolution“ leider trotzdem zu kurz kamen) gab’s obendrauf noch den obligatorischen Coversong „Holy Diver“ von DIO zu hören, bevor ein gelungener Abend zu Ende ging und sowohl Band als auch Fans mit einem fetten Grinsen das E-Werk verließen.

Man kann sagen, was man will – aber die Show von KILLSWITCH hat nahezu alles, was ich bisher gesehen hab, an die Wand gespielt und auch wenn man diese Jungs nicht so lieben sollte wie ich, kann man diese vor Spielfreude und Energie strotzende Show einfach nicht als schlecht abstempeln. Hoffentlich gibt es bald neues Material und eine weitere Tour. Leider wird das aber wohl auf sich warten lassen – laut Gitarrist Joel ist noch nichts Neues in Planung. Mehr dazu gibt es im Interview zu lesen.

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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