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KIRLIAN CAMERA – SAMSAS TRAUM – ZEROMANCER

Ort: Leipzig WGT agra

Datum: 21.05.2010

Nach dem Start im Kohlrabizirkus ging es für uns gleich weiter. Hatten wir uns doch einen engen Zeitplan gesteckt. Somit beeilten wir uns und kamen noch rechtzeitig zum Beginn von ZEROMANCER zurück zur Agra. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die diese Band sehen wollten. Den obwohl wir gut mehr als eine Viertelstunde vor Beginn zum Eingang kamen, war es da schon sehr voll und die Leute stauten sich, um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Als wir endlich in der Halle ankamen, war schon einiges los. Der Bereich vor der Bühne war vollgepackt mit Menschen und auch zu den Seiten hin wurde es nur ein wenig lichter. Wie gespannt die Leute schon waren, war klar zu erkennen, als die Band die Bühne betrat. Unter lauten Schreien betraten ZEROMANCER um Sänger Alex (…und Frauenschwarm – der Großteil der Anwesenden in den ersten Reihen waren Frauen, die schmachtende Blicke Richtung Bühne warfen. Anm. der Fotografin) die Bühne. Die Jungs ließen sich auch nicht lange bitten, sondern starteten sofort voll durch. Mit harten elektronischen Sounds brachten sie die Halle zum toben. Herr Møklebust lieferte dazu eine hektische Bühnenshow. Keinen Moment lang schien er ruhig stehen bleiben zu können (sehr zum Ärger der anwesenden Fotografen). Die Bühne wurde zu seinem kleinen persönlichen Spielplatz – kurz gesagt, er gab eine super Bühnenshow ab. Vermutlich zur Begeisterung der weiblichen Zuschauer entblößte Alex nach dem dritten Song seinen Oberkörper und zeigte so der Menge seinen trainierten Oberkörper und seine tätowierten Arme. Eine für mich überraschende Sache war, dass ab der Hälfte der Spielzeit plötzlich zwei Trommeln auf die Bühne gestellt wurden. Beim nächsten Track wurden diese dann auch entsprechend eingesetzt. Das wäre ja nichts Ungewöhnliches, wäre nicht Wasser oder eine andere Flüssigkeit auf den Fellen gewesen die bei jedem Schlag hoch spritzte und durch das Licht der Scheinwerfer beleuchtet einen interessanten Anblick bot. Die Menge jedenfalls war begeistert von ZEROMANCER – zur Front der Bühne war man voll dabei, tanzte, jubelte und applaudierte wie wild. Die „Ränder“ der Masse waren da etwas träger aber auch dort waren vereinzelt Leute zu sehn, die sich ganz der Musik hingaben, es war dort ja mehr Platz zum tanzen. Ein Highlight war zum Ende hin, dass die Norweger ein ehemaliges Mitglied auf die Bühne holten. Mit der Sängerin performte Alex dann auch zusammen einen älteren Titel. Setlist-technisch wurde eine bunte Mischung der bisherigen Schaffensgeschichte geboten, und zuletzt gab es das obligatorische „Photographic“ DEPECHE MODE Cover sowie den Gassenhauer „Dr. Online“ die beim Publikum noch mal voll zündeten und es schwer machten, Reserven für die nächsten Bands aufzusparen. Unter Jubel und Zugaberufen verließen die Jungs die Bretter der Agrahalle und hinterließen einen guten Eindruck sowie eine gut „vorgewärmte“ Menge vor der Bühne.

Im Anschluss an ZERMONACER standen SAMSAS TRAUM auf dem Programm, eine Formation, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Das erste, was auffiel, war das knallgrüne T-Shirt von Sänger und Enfant Terrible Alexander Kaschte. Eine visuelle Überraschung ob der sonst eher dunkel gekleideten Menge und Bands. Dies sollte der Musik aber keinen Abbruch tun. Die Stimmung war so gut, dass Kaschte kaum Motivationsarbeit leisten musste. Zu altbekannten Liedern wie „Ein Name im Kristall“, „Stromausfall im Herzspital“ oder „Endstation Eden“ feierte und tanzte die große Menge, die seid ZEROMANCER noch weiter gewachsen war. Bei „Ein Name im Kristall“ wurden Teile des Songs ganz von der Menge gesungen und Kaschte musste nur das Mikro in die Menge halten. Nicht ungewöhnlich war, dass SAMSAS TRAUM live deutlich von den Albenversionen abwichen. Beim vorletzten Song („Ein Fötus wie du“) machte Alexander dann doch noch etwas Motivationsarbeit und forderte die Menge vor der Bühne zu einer Wall of Death auf. Eine Sache, die man sonst eher von Combos á la CALIBAN oder HEAVEN SHALL BURN kennt. Auch der nachfolgende Circle Pit wollte nicht so ganz in mein Bild passen. Kurz sei gesagt, wer SAMSAS TRAUM bisher nur aus den Ohrsteckern oder Boxen kennt, sollte sie sich auf jeden Fall live anschauen.

Danach gönnten wir uns während CONJURE ONE eine kleine Essenspause, um pünktlich zum „Headliner“ KIRLIAN CAMERA wieder in der Halle zu sein, die zu diesem Zeitpunkt doch sehr gut gefüllt war. Die Menge schien so erwartungsdurstig, dass sie selbst beim Soundcheck schon begeistert riefen. Als die Band dann auf die Bühnenbretter trat, sah man ein interessantes Bild. Die Italiener erschienen im Military Look mit Sturmmaske. Aus dem Rahmen fiel Sängerin Elena Fossi mit ihrem kurzärmeligen Hemd der Hotpants. Sie nahm zum ersten Song auch als einzige die Maske ab, was wohl die Performance deutlich erleichterte… Die Musik präsentierte sich im Gegensatz zum Rest des Tages Line Ups eher ruhig und harmonisch. Vor allem bei der Sängerin konnte man spüren, wie sie in ihrer Musik aufging und sich passend dazu bewegte. Die Menge reagierte auch begeistert und überall sah man Leute tanzen oder zu der Musik „wippen“. Besonders stimmungsvoll der Moment, als die komplette Beleuchtung in der agra abgeschaltet wurde. Man sah nur noch die Bühne, bzw. die Sängerin, auf die ein einziges Spotlight gerichtet war. In der Menge war das eine oder andere feuchte Auge auszumachen – so ergriffen waren viele von der wirklich großartigen Show. Zudem verfügt Frau Fossi über eine glasklare Stimme, welcher auch der allgemein schlechte Sound in der agrahalle keinen Abbruch tat. Ich für meinen Teil kannte die Band bisher nur vom Hörensagen, aber mit diesem Auftritt haben sie mit Sicherheit einen Anhänger mehr…

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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