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KLEE – NAIMA HUSSEINI

Ort: Leipzig - Werk 2

Datum: 16.10.2011

Voller Erwartungen betraten wir kurz vor 20 Uhr die kleine Halle des Werk 2 und bekamen gerade noch die Anmoderation des Vorprogramms mit. Auf der Bühne stand eine junge Frau mit Gitarre und allerlei Technik um sie herum, die einige Stücke aus ihrem selbstbetitelten Debütalbum namens „Naima Husseini“ präsentierte. Mit Songs wie „Oben ist Unten“, „Au Revoir Tristesse“ oder „Ein Schritt vor“ und spannendem Hintergrundvideos zog sie das Publikum in ihren Bann. Die Hamburgerin präsentierte Deutschpop, der bereits teilweise im Radio zu hören ist. Ganz alleine stand sie mit Gitarre und ihrer „Zaubermaschine“ auf der Bühne. Zeitweise spielte sie live Melodien und Gesang in ihre „Zaubermikrophon“ ein und ließ es dann in der Endlosschleife abspielen. Ihre Musik wird auch als ein dichter Wald aus vielfachen verzweigten Kristallen beschrieben. So passte der Leinwandhintergrund, der einen stark an den Wald aus dem Klassiker „Blair Witch Project“ erinnerte. Am Ende verabschiedete sie sich freundlich vom Publikum. Jetzt spürte man ihre ganze Aufregung. Doch das machte die gut aussehende Sängerin noch sympathischer.

Nachdem NAIMA entschwunden war, warteten die Anwesenden ungeduldig auf den Hauptact KLEE. Die große Clubtour der Kölner Band begann bereits am 14. Oktober. in der Kulturfabrik in Krefeld. Die KLEE Tour 2011 bestehend aus 19 Terminen wurde nach dem im August erschienenen Album „Aus lauter Liebe“ benannt und wird im Kölner Gloria Theater ihren Abschluss finden. Nach einer etwa 20-minütigen Pause kamen die Domstädter gegen 20.45 Uhr auf die Bühne. Zunächst nahmen die Musiker an ihren Instrumenten Platz und schließlich erschien auch Sängerin Suzie Kerstgens in goldenem Pailletten-Top auf der Bühne. Die Band begrüßte ihre Zuschauer mit dem bereits 2004 veröffentlichten Song „Für alle, die“ und ließ uns damit bereits nicht mehr still stehen. Während der Show zog sich die charismatische Frontfrau noch zwei Mal um und präsentierte sich in verschiedenen Outfits. Nach eigener Aussage hat sie die Pailletten in stundenlanger Arbeit alle eigenhändig angenäht. Doch nicht nur die Glitzer-Outfits der Sängerin waren schön anzusehen, auch die Lichteffekte haben die Songs malerisch und irgendwie immer passend begleitet – einfach toll anzusehen! „Lichtstrahl“ vom 2010er Album „Unverwundbar“ wurde durch die Frontfrau beispielsweise wie üblich mit zwei großen Taschenlampen begleitet.

KLEE spielten natürlich einige neue Songs aus dem aktuellen Album. So auch das wunderschöne „Schmetterlingsflügelschlag“. Inspiration für „Nathalie“ erhielt sie von zwei blinden Kindern. Für den einfühlsamen Titel „Willst du bei mir bleiben“ hatten sich KLEE etwas Besonderes einfallen lassen, auf ihrer Webseite waren die Fans dazu aufgefordert worden, ihre schönsten Erinnerungsfotos mit einem lieben Menschen zu schicken. Diese wurden dann als Projektion auf der Bühnenleinwand in riesigen Bilderrahmen gezeigt. „Ich will nicht gehen, wenn’s am schönsten ist“ – diesen Satz und Titel eines Songs aus dem neuen Album würde sich Sängerin Suzie in Schreibschrift auf ihren Unterarm tätowieren lassen. Um uns die Angst zu nehmen, das Konzert wäre nach diesem Song vorbei, rief Suzie ins Mikro: „Ich werde auch noch nicht gehen!“ „Wir beide“ widmete Suzie dem musikalischen Kopf der Band Sten Servaes, der sie bereits mehr als die Hälfte ihres Lebens begleitet und ohne den sie nicht auf der Bühne stehen würde. Suzie war an diesem Abend wie eigentlich fast immer sehr gut drauf und und erzählte uns in Plauderlaune einige Anekdoten aus ihrem Leben. Zum Beispiel, dass sie mit ihrem neuen iPhone total überfordert ist und sie teilte uns ihre Gedanken zum Thema „Facebook“ und „Freunde bestätigen“ mit.

Zwischendurch wurde uns noch die Begleit-Band vorgestellt, wobei uns nur die Spitznamen mitgeteilt wurden. Als da wären, der neue noch etwas schüchterne Gitarrist „Puschel“, der smarte Drummer „Täubchen“ (denn wenn er in „Drummer-Trance“ ist bewegt er sich wie eine Taube) und Boris. Das altbekannte „Gold“ sollte den eigentlichen Abschluss des Konzerts bilden. So zündete Suzie am Ende des Liedes eine Glitterrakete, die goldenes Konfetti auf das Publikum regnen ließ. Doch die Fans wollten mehr und so gab es schließlich noch zwei Zugaben. Das letztes Lied wr dann „Über mir die Sterne“ aus dem Album „Unverwundbar“). Es war ein sehr familiäres Konzert ohne Pressegraben und mit ca. 250 bis 300 Zuhören. Unter den Zuschauern war Jung und Alt zu finden, darunter viele kuschelnde Pärchen. KLEE präsentierten sich an diesem Abend mal wieder in Bestform und Powerfrau Suzie überzeugte mit klarer Stimme und ihrer Tanzperformance. KLEE, das steht für tanzbare Lieder, die dazu noch jede Menge Tiefgang haben.

Copyright Fotos: Melanie Berger

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