Konzert Filter

KREATOR – CALIBAN – ELUVEITIE – EMERGENCY GATE

Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 13.03.2009

Freitag, der 13.! An diesem Tag gehen einige abergläubische Genossen nicht mal vor die Haustür, aber da hartgesottene Thrash-Metaller natürlich an nichts anderes als Metal glauben, ist es keine Frage, dass der KREATOR-Termin auch an solch einem Datum Pflicht war. Und dennoch war man etwas skeptisch, als man kurz vor Beginn von EMERGENCY GATE die Halle Gartlage betrat. Die Besucherzahl war zu diesem Zeitpunkt doch etwas mau, allerdings sind die Die Hard-Fans gerade in dieser Region dafür bekannt, erst aufzuschlagen, wenn sich die Auftrittszeit des Headliners nähert.

So hatten sich die Mannen um den ehemaligen SUIDAKRA-Mann Matthias Kupka erstmal vor wenigen hundert Leutchen zu beweisen und schafften das genauso, wie ihr neues Album „Rewake“ ausgefallen ist. So sitzen die Songs auch live auf den Punkt und können durch eine gute Mischung aus Härte und Melodie überzeugen. EG sind somit eigentlich eine perfekte Vorband. Sie machen ihre Sache solide, performen routiniert, wobei Sänger Matthias mit seinen komplett weißen Outfit und seinem agilen Auftreten natürlich der Blickfang war und auch mal den Weg runter zu den Fans suchte. Diese gingen einigermaßen gut mit, ohne sich groß zu verausgaben. Eine nette Einleitung, nicht mehr aber sicher auch nicht weniger!

Die Schweizer ELUVEITIE wurden zuletzt von ihrem Label recht ordentlich gepusht und dies nicht zu Unrecht, hört man sich ihr Album „Slania“ an. So durfte man sich auf „Folk Metal at its best“ freuen, auch wenn die Tour nicht unter dem besten Stern stand. So konnten die Gitarristen Simeon und Ivo sowie der für Flöte & Co. zuständige Päde aus persönlichen Gründen Teile der Tour nicht bestreiten. Auch an diesem Abend halfen u.a. Dennis und Marc von CALIBAN im Wechsel an der Rhythmus-Axt aus. Dieser Stolperstein hielt die Schweizer allerdings nicht auf und so machten die Mannen und die beiden hübschen Damen mit Titeln wie z.b. „Song of Life“ ordentlich Dampf. Dies ging auch prompt auf die nun schon zahlreicheren Fans über, bei denen besonders die ersten Reihen ordentlich Party machten. Da brauchte Fronter Chrigel eigentlich gar nicht groß animieren, was er mit sichtlichem Spaß aber dennoch tat. Auch die beiden Damen an Violine und Drehleier bekamen das Grinsen kaum aus dem Gesicht. Kein Wunder, waren sie doch der Augenfang für viele der überwiegend männlichen Fans. So kann man sich mit Recht auf die anstehende Festival-Saison freuen, bei der ELUVEITIE wieder in voller Besetzung auftreten werden. Doch zuvor bescheren uns die Folk Metaller noch ein Akustik-Album, auf das man sicherlich mehr als gespannt sein darf.

Kleiner Umbau und schon gings weiter. Auch die Metalcore-Helden CALIBAN waren in den letzten Monaten alles andere als untätig. So haben die Ruhrpottler und KREATOR-Kumpels gerade ihr neues Album eingetütet, welches unter dem Namen „Say Hello to Tragedy“ in wenigen Monaten erscheinen soll. Diese Tour ist also eine willkommene Gelegenheit, sich zurück zu melden und das taten die Essener auch mächtig. So stieg man mit „Nowhere to run, no Place to Hide“ brachial ein, um mit “I rape myself” gleich den ersten richtigen Hit hinterher zu donnern. Dieser Song war dann auch die erste richtige Bewährungsprobe für Gitarrist Dennis, der mit seinen cleanen Vocals in den letzten Jahren doch immer eine Schwäche der Metalcorer darstellte. Doch dies hat man mittlerweile gut in den Griff bekommen. Der Axtmann hat weiter trainiert und live belegt man den guten noch mit ein wenig Hall, so dass die Vocals zwar weiterhin nicht der Knaller sind, aber durchaus ok rüberkommen. So auch beim Klassiker „Forsaken Horizon“, bei dem die Stimmung in der nun gut gefüllten Halle auch gleich noch ne Ecke höher ging. Das animierte den, laut eigener Aussage, an diesem Tag nicht so gut gelaunten Fronter Andy dazu, gleich noch eine Schippe draufzulegen und eine der krassesten Vocal-Performances abzuliefern, die ich von ihm bislang gehört habe. Sang er nicht, schüttelte Dennis durchweg seine länger werdende Mähne, während Songwriter Marc natürlich wie gewohnt durch die Gegend sprang und seine Axt um sich warf. Fette Action, wie man es von CALIBAN kennt und will. Da darf natürlich auch die Wall of Death bei „I‘ve sold myself“ nicht fehlen, auch wenn diese bei einem reinen Metal-Publikum nicht so brachial ausfiel, wie sonst bei einer CALIBAN-Headliner-Show. Nach dem nicht fehlen dürfenden „It’s our Burden to bleed“ kündigte Andy dann das neue Album an und bot mit seinen Kollegen dann mit „24“ auch gleich einen neuen Track. Mein lieber Scholli, fällt die Platte so aus, dann dürften sich aber einige Kritiker mächtig die Ohren anlegen und die Fans sich mächtig freuen, denn da geht es richtig zur Sache! Alles, was CALIBAN ausmacht, nur mit noch mehr Druck, fett! Fett gings auch weiter und nach einem knallenden Finale mit „Life is too short“ und „Stop running“ blieb auch der Ruf nach dem Gassenhauer „The Beloved and the Hatred“ im Halse stecken. Ein starkes Comeback der Essener Metalcorer, die mit ihrem neuen Album gewiss voll einschlagen werden. Schade allerdings natürlich, dass man an diesem Abend nicht „Moment of Clarity“ mit dem guten alten Mille performte… nächstes Mal vielleicht!

Setlist CALIBAN
Nowhere to run, no Place to hide
I rape myself
Forsaken Horizon
I’ve sold myself
It’s our Burden to Bleed
24
I will never let you down
Stigmata
My Time has come
Life is too short
Stop running

KREATOR sind eine Macht und werden es wohl immer bleiben, solange bis Mille Lemmy-Like von der Bühne kippt. Ähnlich wie bei SLAYER kommen hier die Leute von überall her gepilgert und freuen sich schon Wochen vorher darauf, auch wenn man eigentlich weiß, wie die Show ablaufen wird. Und auch dieses Mal brandete in der jetzt recht vollen Halle sofort großer Jubel auf, als das Licht abgedunkelt wurde und das Intro erklang. Mit dem Titelstück des neuen Albums „Hordes of Chaos“ ging’s dann gleich los und der Song wurde zudem noch mit einem an den Clip angelehnten Schlachtfest-Video auf einer großen Leinwand ergänzt. Fetter Einstieg, der mit „Warcurse“ auch keinen Deut an Wucht verlor. Schon früh im Set schritt Mille dann langsam zum Mikro und fühlte sich natürlich auch heute sehr „extreme“, was ohne Frage nur in „Extreme Aggression“ ausufern kann. Nun wurde es erwartungsgemäß zum ersten Mal richtig heftig im Moshpit, wobei dies bei anderen Shows auch schon mal „extremer“ zu sehen war. Egal, denn mit „Phobia“ ging es gleich stark weiter und es ist jedes Mal eine Freude zu sehen, wie Mille seine Show abzieht, Drummer Ventor erhaben alles in Grund und Boden ballert, und Gitarrist Sami Yli-Sirniö an seinem Instrument sowas von ruled! „Enemy of God“ wird mittlerweile ebenso abgefeiert wie Gassenhauer der Marke „Pleasure to kill“ und mit solch einem Old School-Abschnitt, der mit „People of the Lie“ und „Coma of Souls“ die Vollbedienung bot, kann man nur gewinnen! Doch auch „neuere“ Tracks (das Album „Reconquering the Throne“ ist nun auch schon 8 Jahre alt) wie „The Patriach“ oder „Violent Revolution“ dürfen neben den Klassikern einfach nicht mehr fehlen. Das alles natürlich mit den entsprechenden Clips eindrucksvoll über die Leinwand unterstützt!

In der schnell folgenden Zugabe erklangen dann natürlich die klassischen Abläufe mit „Betrayer“, „Flag of Hate“ und „Tormentor“… Die Fans wollen es, also kriegen sie es auch mit voller Wucht! Und so ist es wirklich schön zu sehen, dass auch KREATOR nach locker 25 Jahren Thrash Metal noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Auch nach so einer langen Tour und einer weiteren in den US vor der Matte, schaffen sie es noch jedes Publikum in Euphorie zu versetzen. Und so werden die Fans auch weiterhin gepilgert kommen, wenn Mille ankündigt „It’s time to raise the Flag of Hate!“

Setlist KREATOR
Intro
Hordes of Chaos
Warcurse
Extreme Aggression
Phobia
Voices of the Dead
Enemy of God
Destroy what destroys you
Pleasure to Kill
People of the Lie
Coma of Souls
The Patriach
Violent Revolution
Terrible Certainty
Betrayer
Amok Run
Flag of Hate
Tormentor

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu CALIBAN auf terrorverlag.com

Mehr zu ELUVEITIE auf terrorverlag.com

Mehr zu KREATOR auf terrorverlag.com