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LAIBACH

Ort: Hamburg - Knust

Datum: 19.01.2016

LAIBACH traten nun das dritte Jahr in Folge in Hamburg auf. Erst 2014 im Uebel & Gefährlich, dann 2015 auf Kampnagel und nun 2016 mit dem ersten Teil ihrer „Sound Of Music Tour“ im kleinen Knust. Am 14.01. spielte die slowenische Band im ausverkauften Haus der Kulturen der Welt in Berlin im Rahmen der Veranstaltung „Krieg singen“, heute im Knust mit Restkarten an der Abendkasse.

An diesem Abend mussten die LAIBACH-Fans Geduld beweisen, denn mit Verspätung erreichte die Band die Location, so dass die Hamburger noch eine gute Stunde im Vorraum vor verschlossener Tür warten mussten. Einige vertrieben sich die Zeit an der Bar, die anderen am Merchstand. Wiederum Andere harrten vor der verschlossenen Tür stoisch aus, um von der ersten Reihe aus die minimalistischen Gesten Milan Fras und Mina Špiler aufzusaugen. Nachdem das Beben vom Drumsoundcheck verebbte und die Türen nicht mehr vibrierten, schallte eine Salve Barbarian von Fras durch die verschlossenen Türen…ah ha somit würde es „Now You Will Pay“ an diesem Abend geben.

Mit dem Einlass um 21 Uhr war die erste Reihe sofort belegt und stand bereit für den Konzertbeginn. Verspätung hin oder her: LAIBACH hielten dennoch an ihrem Konzept fest und es wurden nun einzelne Songs von dem Hollywoods Musical „The Sound Of Music“ eingespielt. Dafür strichen sie zwei Songs von der Setlist. Nach 40 minütiger Musicalbeschallung durch Julie Andrews betraten Janez, Luka und Rok die Bühne und legten mit einem beeindruckenden Intro los. Ein Klangmonster wurde von der dunklen Bühne auf das Publikum losgelassen. Rok teilte unermüdlich Schläge mit der Handkante oder der flachen Hand auf seinen Synthesizer aus. Janez wie auch Luka stiegen in das atonale Musikinferno ein. Auch wer Applaus spenden wollte, kam nicht dazu, denn mit dem letzten Ton standen schon Milan Fras und Mina Špiler bereit und nicht minder aggressiv bedrohlich ging es unter Minas Schreien mit „Smrt Za Smrt“ weiter. LAIBACHs Auftritte gleichen einer Kunstperformance. Alles ist durchgeplant: das Auftreten, die Bandansagen, keine Miene wird verzogen, die Informationsflut wird wie ein Auftrag an das Publikum übermittelt. Thematisch passende Projektionen, eine von Gegenlicht und Spots geprägte Lichtshow unterstützen die beklemmende Atmosphäre. Musikalisch überzeugen LAIBACH mit der Symbiose aus der Gesangsleistung Minas mit dem gutturalen Gesang Milan Fras‘. Über allem schweben der Synthiesound und das mahnende Wirbeln der Trommeln. Mit „The Great Divide“ und „Brat Moj“ gab es weitere ältere Stücke aus der Schaffenszeit LAIBACHs, die an Aktualität nichts verloren haben.

Nach einer 15 minütigen Pause und der Ankündigung vom Band, dass nun „etwas völlig anderes komme“, gab es für die Hamburger „Do-Re-Mi“ und „Edelweiss“ aus dem Programm, welches LAIBACH im August 2015 in Nordkorea gaben. Auch die Projektionen im Hintergrund änderten sich – sie wurden poppig bunt verkitscht und zu „My Favourite Things“ flogen Essen und Dosensuppe in bunten Farben über die Leinwand. Eine Kinderchoreinspielung rundete das Ganze ab. Größer konnte der Bruch zum darauffolgende „Walk With Me“ mit seinen im Takt marschierende Stiefeln in SW nicht sein. Im Publikum selbst sah man im Takt wippende Köpfe. Der Bandansage Folge leistend pfiffen einige aus dem Publikum mit, bis „The Whistleblowers“ über sie hinwegfegte. Ein letzter lauter Jubel brach noch einmal mit der Zugabe zu dem Cover von OPUS aus. In den hintersten Reihen wurde zwei Feuerzeuge gezückt, ein Indiz dafür, dass sich die Anwesenden in Bezug auf ihr Alter jenseits der Handygeneration befanden.

Mit einer erneuten Bandansage verabschiedete sich die Band, und als Abspann gab es den Trailer aus: „LAIBACH: The Liberation Day Tour“ in Pyongyang von Morten Traavik zu sehen.
Erneut heißt es also warten. dieses Mal auf die Veröffentlichung dieser Dokumentation.

Intro
Smrt Za Smrt (Death For Death)
Now You Will Pay
The Great Divide
Brat Moj
Eurovision
Resistance Is Futile
PAUSE
Do -Re -Mi
Edelweiss
Sound Of Music
My Favourite Things
Walk With Me
The Whistleblowers
No History
Ballad Of A Thin Man
Bossanova

B-Mashina
Opus Dei & Leben heißt Leben

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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