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LEICHTMATROSE – SUNDRUP

Ort: Münster - Amp

Datum: 09.05.2009

Nun war nach langem Warten endlich der Tag gekommen, den LEICHTMATROSEn live und in Farbe zu sehen. Also machten wir uns auf den Weg nach Münster, was den mitgereisten Fotografen nebenbei in Studentenerinnerungen schwelgen ließ, um dann überpünktlich am Amp Club in der Nähe des Güterbahnhofs einzutreffen. Aber immerhin hatten sich mit uns schon einige andere Besucher eingefunden die offensichtlich Einlass begehrten. Der konnte dann auch bald beginnen und nachdem wir den lustigen Herrn an der Kasse hinter uns gelassen hatten, bot sich uns ein gar skurriles Bild. Überall Teppiche, Sofas und Omas alte Stehlampen. Man fühlte sich sofort heimisch und gemütlich war es zudem auch noch. Nach einer „Hermann Brause (Apfel-Kirsch)“ in der irgendwelche komischen Substanzen gewesen sein müssen, es waren gewisse Verhaltensauffälligkeiten zu bemerken, konnte der Abend beginnen.

Den Auftakt machte das Quartett SUNDRUP aus Münster, das eine gute halbe Stunde lang Musik zwischen Pop und Polka mit deutschen Texten bot. Mit an Bord Ex-Musiker von GEIER STURZFLUG, PHILLIP BOA und NINO DE ANGELO. Klang eigentlich ganz nett und gefiel auch druchaus, brachte uns aber noch nicht so richtig in Schwung. Meiner Meinung nach würde diese Musik zu Hause auf CD besser funktionieren, hier hatte sie einen eher etwas einschläfernden Effekt. Und auch der Raum vor der Bühne leerte sich mehr und mehr, je weiter das Set fortschritt. Aber im Grunde waren wir ja auch nicht deswegen da, sondern für den LEICHTMATROSEn. Und der folgte direkt nach einer kurzen Umbaupause, nachdem man ihn vorher schon das ein oder andere Mal im Publikum gesichtet hatte.

Zunächst aber wurde ein Rettungsring auf und eine Mondlaterne über der Bühne drapiert und damit war eigentlich auch schon klar, dass es mit „Der Mond trägt ein trauriges Gesicht“ losgehen sollte. Neben zwei Mitmusikern hatte sich Andreas auch noch weibliche Unterstützung in Form von „Dorian E“ am Mikro mitgebracht, welche auf dem Album „Gestrandet“ auch vorhanden ist, aber dort nur sehr dezent zum Einsatz kommt. Anstatt aber im Matrosenlook die Bühne zu entern, hatte Herr Stitz sich eher für die schickere Variante mit Hemd und Krawatte entschieden, was aber beides im Laufe des Abends noch fallen sollte. Immerhin war die Matrosenmütze mit an Bord, die aber den Weg aus dem Publikum immer wieder zur Bühne finden sollte. Nach dem eher sanften Einstieg mit dem schon erwähnten Opener und „Leichtmatrosen habens schwer“ wurde es dann launiger, aber da hatte mich der LEICHTMATROSE schon längst auf seiner Seite. Erstaunlicherweise funktionierten an diesem Abend live auf Anhieb einige Lieder, die mich auf dem Album nicht sofort begeistern konnten und ich hörte sie noch einmal mit ganz neuen Ohren. So gefiel mir „Studentenfutter“ mit der Megaphon-Einlage richtig gut. Inzwischen hatte sich der Mastermind auch seines Hemdes und der Krawatte entledigt und legte auf der Bühne eine richtig energiegeladene Show hin, der man auch eine gewisse (unterschwellige) Homoerotik nicht absprechen konnte. Aber ich hab ja ein Faible für abgefahrene Sachen. Daraufhin folgte alsbald mit „Sexi ist tot“ einer meiner Favoriten des Albums, aber irgendwie wollte der Funke bei dem Stück nicht so recht überspringen. Das ganze wirkte etwas kraftlos auf mich. Schade eigentlich, aber zum Glück fand der LEICHTMATROSE bei „Herztransplantation“ zu alter Form zurück und war an Theatralik kaum zu überbieten. Aber zu dem Titel passt das ja nun auch mehr als gut. Ich auf jeden Fall war begeistert. Weiter ging es dann mit „Junge von nebenan“, angekündigt von Andreas mit „Ich wollte schon immer mal in die Bravo. Das hat leider nicht geklappt, aber dafür in der Bild Zeitung“ und spielte damit wohl auf den Artikel an, den er anlässlich des Liedes über einen Amokläufer in dieser Postille bekommen hatte. Mit „Vom Esel im Galopp verloren“ und „Der letzte Zug“ (stilecht mit Zigarette, weil man zumindest auf der Bühne rauchen durfte) war dann auch das offizielle Set beendet und unter großem Applaus und Zugaberufen verabschiedete man sich zunächst von der Bühne. Da aber noch drei Titel von „Gestrandet“ offen waren, begab man sich natürlich kurz darauf für eine Zugabe zurück auf die Stage. Kuschelig ging es weiter mit „Der einsame Astronaut“, bevor mit „Himmelfahrt“ der letzte Track des Abends folgte. Vergeblich mussten die Zuschauer auf eine (auch angedachte) zweite Zugabe in Form des Titelstücks des Albums warten, was ein paar Anwesende mit einer Träne im Auge goutierten. Und auch ich hatte mich eigentlich sehr darauf gefreut. Aber das war eigentlich auch der einzige Wermutstropfen an diesem Abend, denn insgesamt hatten wir ein ausgesprochen gutes und unterhaltsames Konzert gesehen, welches uns nur darin bestärkte, dass wir auch beim nächsten Mal wieder mit von der Partie sind.

Dem LEICHTMATROSEn dann noch kurz die Hand geschüttelt und schon war der Abend für uns auch schon wieder vorbei und wir machten uns auf den Heimweg. Herr Stitz dürfte bei diesem Heimspiel danach sicher noch mit Familie und Freunden einen gelungenen Auftritt gefeiert haben.

Setlist LEICHTMATROSE
Der Mond trägt ein trauriges Gesicht
Leichtmatrosen habens schwer
Studentenfutter
In Wahrheit gelogen
Sexi ist tot
Herztransplantation
Junge von nebenan
Vom Esel im Galopp verloren
Der letzte Zug

Der einsame Astronaut
Himmelfahrt

Copyright Foto: Karsten Thurau

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