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LENA

Ort: Münster – Jovel

Datum: 13.04.2013

Ist es denn schon 3 Jahre her, dass das junge Mädchen bei der ARD/ Pro7 Show unter der Mitwirkung von Stefan Raab für den Eurovision Songcontest gecastet wurde und das Ding mit „Satellite“ in Oslo auch noch phänomenal gewann? Rückblickend gleicht es fast einem Märchen, das wahr geworden ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich gleich beim ersten Auftreten LENAs dachte: „Das ist schräg, das könnte was werden“. Von Show zu Show kristallisierte sich mehr und mehr heraus, wer das Rennen letztendlich machen könnte. Ihre Kontrahentin Jennifer Braun, die musikalisch gesehen bei Weitem besser war, zog im Finale den Kürzeren. Die Fernsehzuschauer hatten abgestimmt und Jennifer wäre mit Sicherheit bei dem Eurovision Songcontest untergegangen so wie viele andere deutsche Teilnehmer vor ihr auch. Ihr Auftreten und ihr Gesang waren gut, aber leider absolut austauschbar. Da war LENA schon cooler, frecher und einfach sie selbst. Mein mutiger Tipp seinerzeit: Damit schafft sie es in die Top 5, soweit wie kein anderer deutscher Beitrag seit langer Zeit. Der Rest ist Geschichte. Und ob das noch nicht genug wäre, kündigte Herr Raab nach dem Triumph gleich eine Titelverteidigung der Hannoveranerin an. Größenwahn??? Nicht ganz, denn mit „Taken By A Stranger“ ist man mit einem weiteren sehr guten Beitrag in den vorderen Plätzen gelandet und dieser Song gefällt mir persönlich viel besser als der Siegertitel von 2010.

So viel zur kurzen History von LENA, die mittlerweile mit „Stardust“ ihr drittes erfolgreiches Album auf den Markt gebracht hat und mit dem sie auf ausgedehnter Tour durch Deutschland ist. Zum Glück wurden diesmal nicht die großen Hallen gebucht, die sie bei ihrer ersten Tour nicht füllen konnte, wie ich mich schwach erinnern kann. Das Jovel bietet mit seinem Fassungsvermögen von ca. 1500 Leuten genau den richtigen Rahmen für die ausverkaufte „No One Can Catch Us“- Show. Ich hatte den Eindruck, es passen noch einmal 500 Leutchen rein, aber dadurch, dass weit mehr als die Hälfte des Publikums Kinder waren, blieb ja noch jede Menge Platz. Durch das Mitwirken von Frl. Meyer-Landrut bei der Sat1 „The Voice Kids“-Castingshow, ist es kein Wunder, dass Eltern mit ihren Kiddies das Konzert besuchen müssen. Kurz nach 20 Uhr erlosch die Deckenbeleuchtung und ein Meer von grünen Leuchtstäben begrüßte zu den Klängen von EDITH PIAFs „Non, Je Ne Regrette Rien“ LENA und ihre Musiker, die sofort mit „To The Moon“ vom aktuellem Longplayer loslegten. Von der ersten Sekunde an sprang der Funke auf das Publikum über und der Song wurde lautstark mitgesungen. Das registrierte man auf der Bühne und auch dort stand der Spaß an diesem Konzert im Vordergrund. Die folgenden Tracks „Pink Elephant“, „Mr. Arrowkey“, „Better News“ und „Neon (Lonely People)“ stammen ebenfalls vom dieses Mal nicht von Stefan Raab produzierten aktuellen Album. Im Verlaufe des Abends spielte das Ensemble natürlich auch Songs der früheren Veröffentlichungen „My Cassette Player“ und „Good News“ . Aufgelockert wurde das Ganze auch durch einige Coverversionen, wobei mir das eingestreute „Tainted Love“ bei „Taken By A Stranger“ bestens gefiel. „Tainted Love“ an sich ist ja auch schon eine Coverversion, die im Original von Gloria Jones stammt. Aber hier und heute weiß (fast) jeder, dass es sich um die Interpretation von SOFT CELL handelt. Und hier – ungefähr zur Hälfte des Gigs – ist für mich der Punkt gekommen, mich vom Geschehen im Jovel zu verabschieden, da ich im benachbarten Osnabrück einen weiteren Konzerttermin bei LAING hatte. Der großzügige Zeitplan erlaubte mir, mehr oder weniger beide Acts zu erleben.

Genauso wie sie seinerzeit ihre Songs beim Vorentscheid des Eurovision Songcontest ihre Lieder ausgewählt hatte, so hat sie auch auf dieser Tour ihre Musiker zusammengestellt. Stellvertretend seien da Reiner Kallas am Schlagzeug (u.a. spielte er einige Songs des ROSENSTOLZ-Albums „Die Suche geht weiter“ mit ein und war Tourdrummer bei POHLMANN und SARAH BRIGHTMAN). Frisurentechnisch erinnerte er mich an Jussi 69, den Drummer der finnischen Goth Rocker THE 69 EYES. Auch den Bass zupfte ein alter Bekannter des Terrorverlages. Multiinstrumentalist Felix Weigt begleitete beim FEST VAN CLEEF 2011 MORITZ KRÄMER am Bass und auf dem Keyboard.

So harmonisch wie es hier und heute auf der Bühne zuging, sollte es bei LENA eigentlich immer laufen. Musikalisch gesehen super, nur mit ihrer teilweise arroganten und zickigen Art in einigen TV Shows, macht sie sich bei vielen unbeliebt. Daran sollte sie in Zukunft arbeiten und so ihren Kritikern und Nörglern den Wind aus den Segeln nehmen.

Setlist (ohne Gewähr)
To The Moon
Pink Elephant
Mr. Arrowkey
Better News
Neon (Lonely People)
Not Following
Who`d Want To Find Love
Day To Stay
Je Veux (ZAZ)
Bliss Bliss
Taken By A Stranger /Tainted Love (SOFT CELL)
A Million And One
Good News
I Just Want Your Kiss
Rich Girl (Hal & OATES)
Stardust
Lifening (SNOW PATROL)
ASAP

Baby One More Time (BRITNEY SPEARS)
Satellite
Lille Kat
Goosebumps

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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