Konzert Filter

LORDI – FATAL SMILE – BRANDON ASHLEY & THE SILVERBUGS

Ort: Barcelona - Sala Apolo

Datum: 20.02.2009

Andere Länder, andere Sitten – dem Spruch kann ich nur beipflichten, denn der Gig der Monsterrocker im Sala Apolo in Barcelona unterschied sich doch in mancherlei Hinsicht von dem in Deutschland knapp eine Woche zuvor. Zunächst einmal spielten sie in einem wesentlich kleineren Saal vor geschätzten 400 Zuschauern, dann ging das spanische Publikum gleich vom ersten Song an steil – wiederum kein Vergleich zu Deutschland, der Rest wird im Verlauf des Berichts ersichtlich. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Schweden von FATAL SMILE, die den Besuch des Gigs und Fotopass möglich machten (tack så mycket för det!)

Nicht nur obengenannte Unterschiede ergaben sich, auch gestalteten sich der Einlass und der „Erwerb“ des Fotopass als recht schwierig (trotz Eintrag auf der Liste…). Zunächst ohne Pass begaben wir uns eine Etage höher in den Saal – nach halbstündigem Schlangestehen – brav in Zweierreihen, bei dem jede Kindergärtnerin leuchtende Augen bekommen hätte – da soll mal noch jemand sagen, nur die Briten würden gerne anstehen. Ziemlich pünktlich stieg dann auch die erste Band des Abends auf die Bretter. Es war eine Industrial/ Elektro Combo aus Italien namens BRANDON ASHLEY & THE SILVERBUGS, die nicht so recht zünden wollte. Ein spärlich gefüllter Saal zu Beginn des Gigs war dem ebenfalls nicht weiter zuträglich. Zwar kam das Songmaterial, vornehmlich vom aktuellen Album „Nothing Lasts Forever“, bei den vor der Bühne stehenden ganz gut an – wiederum andere zogen einen Platz an der Theke doch eher vor. Nun, der überwiegend männlichen Teil des Publikums wurde zumindest bei einigen Songs durch eine knapp bekleidete Tänzerin angeheizt, die mit laszivem Po-Gewackel punkten konnte. Völlig verreißen möchte ich den Auftritt der Jungs aber nun auch nicht, denn ins Zeug gelegt haben sie sich alle Male, nur passte der Sound nicht so ganz zu den anderen beiden Bands.

Ganz anders sah die Sache da schon bei der zweiten Band FATAL SMILE aus, die LORDI bereits in Deutschland unterstützt hatten und hier den passenden Platz direkt vorm Headliner hatten. Wie der Sänger bereits in Deutschland angedeutet hatte, haben die Schweden in Spanien definitiv eine größere Anhängerschar, was sich ziemlich deutlich zeigte, als der Saal zu Beginn des Gigs in Windeseile voll war. Ein besseres Timing hätte es fast nicht geben können, als ich den Fotopass, genau als die Band die Bühne enterte, dank zweier spanischer Fotokollegen endlich in die Hand gedrückt bekam – es war wohl zu einem kleinen Missverständnis gekommen – egal wie, das Problem war gelöst und somit gibt es vom weiteren Verlauf des Konzertes auch Bilder. Neben „S.O.B“ oder „Neo Natural Freaks“, kam spätestens bei „Hip Muther Fucker“ so richtig Stimmung auf, denn diese Nummer war zum Mitsingen bestens geeignet. Nach dem Auftritt hört man noch den einen oder anderen genau diese Refrain des Öfteren brüllen. Spätestens jetzt war die Meute vor der Bühne warm und wartete auf den Headliner des Abends.

LORDI wurden, ebenso wie in good old Germany heiß erwartet und trotz fehlender Pyro-Effekte (dafür war der Saal wohl zu niedrig) war auch diese Show wieder ein voller Erfolg. Einige Flammensäulen wurden durch Rauch ersetzt und ansonsten zeigte sich hier, dass gar kein großes Brimborium, geschweige denn eine riesige Bühne von Nöten sind, um das volle Programm abzuspielen. Vom geköpften Samurai über Schnee bei „It Snows In Hell“ war so ziemlich alles dabei, was man auch bei vorherigen Shows sehen konnte. Nur bedurfte die spanische Menge wesentlich weniger Anfeuerungsversuchen seitens der Band. Die Setlist gestaltete sich ähnlich der in Deutschland und enthielt auch für die Spanier genügend Mitsing-Material á la „Blood Red Sandman“ oder „Would You Love A Monsterman“. Beendet wurde die Monstershow logischerweise mit „Devil Is A Loser“ und „Hardrock Hallelujah“, wonach es trotz lautstarkem Pfeifen keine Zugabe mehr gab. Insgesamt war hier die Zusammensetzung des Publikums etwas einheitlicher, dieses Mal keine Eltern mit Kind und keine riesige Altersspanne, wie noch eine Woche zuvor – was auch zu einem nicht unerheblichen Teil an der Alterbeschränkung von 18 gelegen hat.

Summasummarum kann ich den Sala Apolo wirklich empfehlen, sollte sich mal irgendwer nach Barcelona verirren und nach einer guten Location für Konzerte suchen. Neben zwei Bars gab es eine Galerie, von der aus man sicherlich einen guten Überblick über den Saal hatte, zudem einige Sitzgelegenheiten am Rand. Das einzige Manko war wohl, dass der Spaß schon gegen halb 12 vorbei war (dabei hätte man dank bis 2 Uhr fahrender U-Bahnen, im wirklich sehr gut ausgebauten Verkehrsnetz der Stadt keine Probleme mit einem späteren Gig-Ende gehabt) – im Saal selbst gingen auch recht schnell die Lichter aus, da die Theken geschlossen waren – wohl um die Menge schneller aus dem Saal zu befördern? So oder so blieb ein positiver Eindruck zurück, der das Sightseeing in Barcelona metallisch abgerundet hat.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BRANDON ASHLEY & THE SILVERBUGS auf terrorverlag.com

Mehr zu FATAL SMILE auf terrorverlag.com

Mehr zu LORDI auf terrorverlag.com