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LORDI – SILVERLANE – FATAL SMILE

Ort: Saarbrücken - E-Werk

Datum: 07.02.2009

Die finnischen Monsterrocker begeben sich auf Tour und ganz wie damals, bei ihrem Auftritt auf dem Kauppatori in Helsinki nach dem Sieg beim Grand Prix, machen sich auch hier Kind und Kegel auf den Weg zur finnischen Horrorshow. Wirklich schön zu sehen, dass eine Band quer durch alle Altersschichten für Begeisterung sorgt – trotz Horroroutfit – oder gerade deswegen. Dennoch muss ich aber auch hier in etwa die gleiche Feststellung wie meine Kollegen machen, die beim Gig der Finnen THE RASMUS meinten, dass wohl größere Bands immer häufiger vor nur halb gefüllten Hallen spielen, wohingegen manche kleinere Truppe locker vor ausverkauftem Haus agiert. Mehr als locker gefüllt war das E-Werk nämlich trotz breit gefächertem Publikum nicht. Während LORDI im Media Markt neben dem E-Werk vor der Show für alle Fans fleißig Autogramme schrieben und Bilder fürs Familienalbum schossen, begann in der Halle selbst bereits der Hardrockabend.

Entgegen meiner Vermutung standen nun nicht SILVERLANE als erste Band auf der Bühne, sondern die schwedische Hardrock Combo FATAL SMILE, die gleich von der ersten Sekunde an eine Menge guter Laune versprühte. Da dürfte jeder Fan von MÖTLEY CRUE und Konsorten so ziemlich auf seine Kosten gekommen sein. Musik- und partytechnisch hätten die Schweden auf jeden Fall direkt vor den Finnen spielen sollen, denn während des Sets wurde die Menge so langsam warm, die Halle hatte sich auch langsam gefüllt, nachdem offenbar auch die letzten von der Autogrammstunde angekommen waren. Straighte, simple Riffs, der Fronter (ein Poser vor dem Herrn): Das Zusammenspiel bei den Schweden funktionierte wirklich tadellos und sorgte dafür, dass sie das Publikum von Song zu Song mehr in der Hand hatte – absolut verdient. Erwähnenswert wäre auch noch, dass hier die Vorband ebenso gutes Licht hatte, wie der Headliner. Das hat man wirklich selten, Daumen hoch! Sänger Blade jedenfalls äußerste sich nach dem Gig am Merchstand noch ziemlich begeistert über den bisherigen Verlauf der Tour und einen Headliner, der keine Starallüren an den Tag legt.

Setlist FATAL SMILE
Neo Natural Freaks
Stranger
Out Of My Head
Run For Your Life
Hip Muther Fucker
Learn Love Hate
S.O.B.

Nach einer kurzem Umbaupause ging es mit SILVERLANE, der Band rund um SUBWAY TO SALLY Drummer Simon Michael, etwas powermetallischer zu Werke. Ebenfalls definitiv keine schlechte Truppe, allerdings im Gegensatz zum Opener eher eine Band zum „Zuhören”, denn Partymachen. Wollte man sie mit einer anderen Formation vergleichen, kämen mir als erstes EDGUY in den Sinn. Dennoch war auch hier eine gute Stimmung zu verzeichnen und die deutsche Melodic Power Metal Truppe ließ es bei ihrem letzten Gig als Support der Finnen noch mal ordentlich krachen und präsentierte Songs vom neuen Album „My Inner Demon” wie z.B. „Wings Of Eternity” oder „The Flight Of Icarus”. Etwas zu aalglatt für meinen Geschmack, aber dem Gros des Publikums gefiel die Truppe offenbar.

Setlist SILVERLANE
The Dark Storm
Miracle
Kingdom Of Sand
The Taste Of Sin
My Inner Demon
The Flight Of Icarus
Wings Of Eternity

Da der größte Teil der aufwendigen Bühnendeko des Headliners bereits von Anfang an aufgebaut war, ging der Umbau nun zügig von Statten. Schlagzeug weg, ein wenig zusätzliche Deko aufgebaut und los ging die Horrorshow. Es wurde dunkel, die Bühnenbeleuchtung ging langsam an, der Jubel wurde lauter, besonders als Mr. Lordi auf der Treppe, die zur Bühne führte, zu sehen war. Wer nach den letzten beiden Bands aus einem unerfindlichen Grund noch nicht wach war, war dies spätestens nach dem lauten Pyroknall gleich zu Beginn. Irgendwie wusste man gar nicht, wo man zuerst hinsehen sollte, alle Musiker erwiesen sich als äußerst agil, standen selten still und animierten das Publikum, dazu die Kostüme, die aufwendige Deko – im Prinzip eine Konzert-Geisterbahn mit hohem Unterhaltungsfaktor. Um ehrlich zu sein, hätte ich das so gar nicht erwartet, auch wenn den Finnen der Ruf einer guten Liveband vorauseilt. Wenn ich diesen Bericht hier schreibe, frage ich mich gerade, ob nicht eine Art Spoilerwarnung von Nöten wäre. Während „Who’s Your Daddy“ hüllte Mr. Lordi die ersten Reihen mit einem Nebelwerfer ein, Pyros en masse – am Bass, am Schlagzeug, am Bühnenrand, irgendwie überall knallte und rauchte es. Jedes Bandmitglied kam mit diversen Soloauftritten zum Zuge, so köpfte Drummer Kita eine japanisch anmutende Figur und steckte die Trophäe auf den abenteuerlich anmutenden Aufbau seines Drumkits, Mr. Lordi führte bei „Dr. Sin Is In” eine OP am bereitstehenden OP-Tisch durch, während „It Snows In Hell rieselte es selbstverständlich weiß von der Decke und Keyboarderin Awa sorgte notfalls auch mal mit Gertengefuchtel für Applaus – nicht, dass das zwingend nötig gewesen wäre – die Menge war auch so außer Rand und Band. Die „Unterhaltung” des Sängers mit einer Puppe, die auf Deutsch Sätze à la „Hab mich lieb”, „Nimm mich in den Arm” und „Singst du mir was vor?” von sich gab, sorgte für ordentlich Gelächter, denn der Finne hatte „Absolutely no idea what she was saying” – zumindest das mit dem „Vorsingen” ließ sich aber einrichten und weiter ging die Show. Mit einer Zugabe, die aus „Would You Love A Monsterman” und „Devil Is A Loser” bestand, bei denen viele aus vollem Halse mitsangen, war es natürlich nicht getan. Es wurde solange geklatscht und gepfiffen, bis die Finnen natürlich das wohl bekannteste Lied „Hardrock Hallelujah” als zweite Zugabe zum Besten gaben. Nach einem nochmaligen fetten Pyroregen war es vorbei mit der Monstershow.

LORDI mögen die Gemüter scheiden und manch einer mag sie als Kommerz betiteln und kein großer Fan dieser Truppe sein – ob man die Musik nun mag oder nicht, so hat dieser Abend ganz klar gezeigt, dass die Band auf alle Fälle sehenswert ist. Allein der tollen Bühnenaufbauten und Kostüme wegen. Nach dem Konzert war jedenfalls eine Menge strahlender Gesichter auszumachen.

Setlist LORDI
Girls Go Chopping
They Only Come Out at Night
Raise Hell in Heaven
Bite It Like A Bulldog
Who´s Your Daddy
Blood Red Sandman
Man Skin Boots
Haunted Town
Deadache
Bringin Back The Balls To The Rock
Monster Monster
It Snows In Hell
Wake The Snake
Dr. Sin Is In
Missing Miss Charlene

Would You Love A Monsterman
Devil Is A Loser

Hardrock Hallelujah

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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