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LOVE LIKE BLOOD – THE ETERNAL AFFLICT – AGE OF HEAVEN

Ort: Leipzig WGT agra-Halle

Datum: 09.06.2011

Endlich, die einjährige Warterei hat ein Ende und das 20. Wave Gotik Treffen kann beginnen. Dank des Jubiläums geht es schon Donnerstag los und damit stehen insgesamt fünf Tage mit fantastischen Konzerten, großem Rahmenprogramm, tollen Menschen und vielen alten Freunden vor der Tür.

Das Eröffnungskonzert am Donnerstag hält ein ganz besonderes Schmankerl parat. 20 Jahre nach dem Debüt des größten und meiner Meinung nach besten Treffens der Szene geben sich sechs der insgesamt acht Bands der Erstauflage erneut ein Stelldichein. GHOSTING und TEMPLAR treten leider nicht auf. Und gerade bei TEMPLAR war es überhaupt ein Wunder, wieder einen Kontakt herzustellen, da diese Electro-Band nur sehr kurz existierte, keine einzige Veröffentlichung herausbrachte und sich kurz nach dem ersten WGT 1992 wieder auflöste. Umso größer war die Überraschung, als das WGT für das Eröffnungskonzert anfragte. Aber die Ehrfurcht, nach so vielen Jahren der musikalischen Abstinenz vor mehr als 1000 Zuschauern zu spielen, ließ TEMPLAR dann wohl doch absagen.

DAS ICH eröffneten um 18 Uhr das WGT 2011, gefolgt von SWEET WILLIAM und GOETHES ERBEN. Leider alle verpasst, da Freunde erst später mit der Bahn anreisten und natürlich noch gestylt werden mussten. So begann für uns der Abend erst mit AGE OF HEAVEN. Die Leipziger Gothic-Rock-Formation veröffentlichte von 1992 bis 1996 drei Alben und eine EP. Danach wurde es weitestgehend still um die Ostdeutschen. Somit viel es der Truppe nicht schwer, alte Hits zu spielen. Und so rockten AGE OF HEAVEN den gut gefüllten Saal mit einem neuen, erweiterten Line-Up von insgesamt sechs Musikern und haben wohl auch wieder Blut geleckt, denn endlich sind auch neue Songs in Arbeit. Gothic-Rock der alten Schule im selbigen Gewand. Für Fans VON SISTERS OF MERCY und Co. ein Genuss.

THE ETERNAL AFFLICT waren eine meiner ersten Lieblingsbands der Szene. Umso größer waren meine Erwartungen, nach sehr vielen Jahren wieder eins ihrer Konzerte zu besuchen. Die Band aus Essen hat sich seit 1990 bis heute zu einer festen und angesagten Größe der schwarzen Electro-Szene entwickelt. Das Konzert konnte mich und viele andere dann aber leider nicht überzeugen. Der Klang war sehr blechern und holprig. Auch wenn einige alte Hits gespielt wurden, so waren diese doch durch den Klang und überflüssiges „Auf-Modern-Trimmen“ teilweise erst spät zu erkennen und standen den Originalen um Längen nach. „Childhood“ wurde leider nicht gespielt, oder habe ich es etwa nicht erkannt?. Aber zum Schluss folgte nach einem „What do you want?“ natürlich noch „San Diego“, aber leider ebenfalls nicht ganz originalgetreu.

Die letzte Band des Abends war LOVE LIKE BLOOD, die sich extra für dieses Konzert wieder zusammengefunden hatte. Feiner Gothic Rock, der die Formation aus Deutschland in den 90ern zu Legenden gemacht hatte, und so ist es im Grunde bis heute geblieben. So fiel es dem Quintett nicht schwer, das Publikum in Wallung zu bringen und überzeugte auch 20 Jahre später noch einen vollen Saal, in dem viele Besucher jünger waren als die Band selber.

Die Konzerte des Abends waren somit vorbei und so ging es noch zur „Blauen Stunde“ auf die Wiese vor dem Parkschlösschen, ein paar hundert Meter hinter dem Heidnischen Dorf. Diese Veranstaltung gehörte nicht zum offiziellen Programm des WGTs. Ein Paar Fackeln und Getränke eingepackt tanzten dort etwa 50 Leute zu Neofolk und Neoklassik im Mondschein. Und so blieben wir eine Weile, bis es weiter in die „Villa“, einem der angesagtesten Szene-Clubs Leipzigs geht. Dort lief auf drei Floors Oldschool-EBM/ Elektro, Industrial/ Power Electronics und 80ies/ Wave. Alles sehr angenehm und so endete ein gelungener Auftakt mit einer feuchtfröhlichen Party erst gegen 6:30 Uhr.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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