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LOWER DENS – NOVO LINE

Ort: Hamburg - Molotow

Datum: 04.12.2012

Nur ein kleiner Kreis Besucher hatte sich an diesem Abend im Molotov eingefunden. Der Stimmung und den vorherrschenden kühlen Temperaturen hätte ein größerer Besucherandrang mit Sicherheit keinen Abbruch getan. Während der eineinhalb Stunden Wartezeit begegnete man der aus Baltimore stammenden Band LOWER DENS an der Bar, wo sie entspannt dem Abend entgegen sahen.

Die Show begann mit dem Duo NOVO-LINE aus Berlin. Wie sich herausstellte, bestand eben jenes „Duo“ aus dem Musiker Nat Fowler und Atari STe (seinem Computer). Das Publikum bekam Elektrosound mit wechselnden Beats und Effekten zu hören. Erstaunlich, dass Nat seine Musik auf facebook als unplanned unsequenced electronic (dance) music kategorisiert hat, denn er selbst blieb motorisch unbeeindruckt, ja fast bewegungslos an den Reglern. Der electronic dance sound führte beim Publikum immerhin zu Kopfnicken mit den Beats. Ausgeleuchtet wurde die Bühne nur durch eine Diaschau, die jedoch mehr die Aufmerksamkeit auf sich zog, als NOVO-LINE selbst. So fragte man sich nach dem Sinn der gezeigten Bilder. Einzig die Bedeutung des Spielautomaten erschloss sich einem, war dieser doch Namensgeber der Band.

Nach kurzer Abbauphase betraten LOWER DENS die in Dunkelheit gehüllte Bühne. Auch hier gab es als Bühnenbeleuchtung einzig die Projektion vom Laptop. Die hier gezeigten Bilder unterstützten jedoch gekonnt die schwermütige Show und ließen die Konzentration auf die Musik zu. Bassist Geoffrey Graham und Gitarrist William Adams standen die komplette Show über in völliger Dunkelheit, da die Projektionsfläche im Molotov zu klein war. Dieses Manko störte jedoch nur die Fotografin – ansonsten wirkte das Set sehr stimmungsvoll. Insbesondere galt das auch für die Songauswahl des Abends, die zu gleichen Teilen von dem Debutalbum „Twin-hand movement“ und dem neuen Werk „Nootropics“ stammte. LOWER DENS verstehen es mit Gitarrenteppichen und minimalistischen Gesangseinlagen jedem Song seine eigene besondere Färbung zu verleihen. So wirkte beispielsweise „Propagation“ durch die schleppenden Drums und die Klangeinheit, welche die drei Gitarren mit dem Gesang bildeten, besonders melancholisch. Janas androgyne Stimme wurde von Geoffrey gekonnt ergänzt, das Ganze wirkte so noch ruhiger/ schwermütiger. Belebend der Einwurf des Bassisten mit seinem einzigen deutschen Wort: Dankeschön. Generell hielt sich Jana Hunter mit Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum sehr zurück. Dafür beeindruckte sie besonders mit ihrem Gitarreneinsatz beim Song „A dogs dick“. Schwungvoller kam „Brains“ mit dem treibenden Schlagzeug von Nate Nelson daher. Neben Gesang und Gitarre griff Frau Hunter gelegentlich auch in die Tasten. Geoffrey erwies sich ebenfalls als ein instrumentales Multitalent. Da die Akustik im Molotov eher einer Blechdose glich, verloren die Stücke leider an ihrer Feinheit, da der Gesang oft durch die Drums erdrückt wurde.

Mit „Nova Anthem“ als einzige Zugabe war der Auftritt erstaunlich schnell beendet.
Man kann gespannt sein, ob sich LOWER DENS mit ihrer Musik fernab des Mainstreams auf dem Markt behaupten können. Einigen Newcomern, die bereits im Molotov gespielt haben, ist der Schritt gelungen. Dazu gehörten u.a. THE WHITE STRIPES, THE KILLERS, MANDO DIAO und THE HIVES… wenn das mal kein gutes Ohmen ist.

Setlist LOWER DENS
I get nervous
Candy
Two cox waving……..
Propagation
A dog`s dick
Holy water
Brains
Lion in winter PT1
Lion in winter Pt 2
Alphabet song
Hospice gates
Tea lights ( unter Vorbehalt)
Nova Anthem

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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