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LUTZ VEGAS BIRTHDAY BASH 2008

Ort: Münster - Skaters Palace

Datum: 15.11.2008

THE CARBURETORS – V8 WANKERS – THE CHUCK NORRIS EXPERIMENT – BADMACHINE – SLAM & HOWIE – CHIBUKU – WYLDFYRE

„Seperate the boys from the men“. Unter diesem Motto stand ein langer, wirklich sehr langer Abend im Münsterschen Skaters Palace. Nachdem Lutz Vegas, Sänger der V8WANKERS, bereits im letzten Jahr seinen 30. Geburtstag mit jeder Menge Live-Bands, DJ’s and Special Guests im Münsteraner Speedclub zelebriert hatte, gab es nun zum 31. Jahrestag das zweite Birthday Bash für das Geburtstagskind. Diesmal sollte es am selben Ort aber in einem anderen Club, dem Skaters Palace, statt finden. Die Location ward schnell gefunden, der Saal war auch schon leidlich gefüllt und so konnte nun die Party starten. Da wir ursprünglich wegen der CARBURETORS angereist waren, zogen wir uns auf die gemütliche Balustrade zurück und machten es uns erst mal mit einem Bier gemütlich. Nicht ahnend, dass der Abend noch die ein oder andere positive musikalische Überraschung bieten sollte. Denn – und das muss man nun ehrlich zugeben – keine der anderen Bands war uns vorher so richtig bekannt. So stürzten wir uns kopfüber ins Unbekannte…

Starten sollte der bunte Reigen Rock ’n’ Roll mit WYLDFYRE. Wahrscheinlich ist Gastgeber Vegas mit den WANKERS nicht ausgelastet, deshalb rief er 2006 diese Combo ins Leben. Laut Website spielen sie Neo-Rockabilly Sound der frühen 80er mit einem Schuss Desperate Rock ’n’ Roll und einer leichten Brise Psychobilly. Und der Opener kam schon verdammt gut an, in dem bereits sehr gut gefüllten Palace. Somit hatte sich das Fast-Geburtstagskind schon warmgesungen, denn die WANKERS/ WIXXER sollten zu später Stunde noch folgen.

Entsprechend Flyer waren auch SERUM 114 angekündigt, was mich wunderte, denn die waren laut ihrer Homepage an diesem Tag anderweitig beschäftigt. Oder sind sie zu groß geworden? Denn ihr Song „Adrenalin“ läuft mittlerweile im Trailer zum Pro7 Spektakel „TV Total Stock Car Crash Challenge 2008“. Egal, für Ersatz war gesorgt. Denn die lokalen CHIBUKU übernahmen den Platz als Lückenfüller. Auch hier wurde am Bass gezupft und die E-Gitarre malträtiert. Nur waren hier die Frisuren ausgefallener und farbenfroher. Na gut, Sänger und Shouter Screaming Monster hat zwar keine, dafür ist er auf der kleinen Stage mit seinen fast 2 m Körperlänge mehr als präsent. Auch bei den Vieren musste ich auf ihrer Site nachschauen, um zu erfahren, was für Musik sie genau performen. Sie nennen es einfach: Psychotic Power Rock ’n’ Roll. Treffender könnte ich es auch nicht sagen. Und wer sich fragt: Was ist das für ein bescheuerter Name: CHIBUKU, ne Krankheit oder so was? Nein ganz einfach. Der Name ist einem afrikanischen Bier entliehen. Hätte man auch selber drauf kommen können 😉

Jetzt das volle Kontrastprogramm: Mit SLAM & HOWIE (AND THE RESERVE MEN) kamen alte Bekannte des Terrorverlags auf die Bühne. Ihre letzten beiden Alben bekamen von uns durchweg gute Kritiken. Nur passten die Schweizer mit ihren Country nicht so richtig in das Line Up. Abgefeiert wurden allerdings auch sie heftig, wie bereits ihre Vorgänger. So langsam machten sich Ermüdungserscheinungen bei uns breit und wir waren schockiert, als Lt. Slam ins Mikro rief: „Habt ihr noch Power für 4 weitere Bands?“ Das kann doch nicht wahr sein, es ist doch schon kurz vor 23 Uhr. Wann sollen denn die CARBURETORS spielen? Im Morgengrauen???

Kein Festival ohne finnische Beteiligung. Was haben die nur für ein Repertoire von Bands in dem Land? Von BADMACHINE hatte ich bis dato noch nie was gehört oder gelesen. Mit ihren selbstbetitelten Punk Rock ’n’ Roll gaben sie wieder Vollgas. Auch hier standen die Klampfen im Vordergrund, dadurch ging es meiner Meinung nach eher Richtung Metal. Und richtig, während sie Songs von ihrem im Dezember erscheinenden Album „Surfin’ In The City“ performten, hüpfte jemand auf die Stage und unterstützte die vier mit seiner Luftgitarre und das mit nacktem Oberkörper! So etwas ist auch nur hier, in einem kleinen Rahmen möglich, bei METALLICA oder SLIPKNOT wäre der Kerl noch schneller von der Bühne geschmissen worden, als er raufgekommen wäre.

Zu später Stunde dann, es ging bereits auf 0.30 Uhr zu und die Ermüdungserscheinungen nahmen zu, waren wir schlagartig wieder wach. Fünf wilde Jungs in einer Art Uniform mit Balken über den Augen à la „Panzerknacker“ stürmten auf die kleine Bühne und steckten alle Anwesenden mit ihrem lebendigen Punk ’N’ Roll an. THE CHUCK NORRIS EXPERIMENT. Da wurden die Gitarren während des Spiels in die Höhe gereckt und geposed, dass die Balken krachten. Die durchgeknallten Schweden spielten eine Art klassischen Hardrock gepaart mit Punk und Metal. Und dies äußerst straight und knackig. Textlich reihten sich auf jeden Fall in das bereits Gehörte ein: Sex, Party und Sex und Party. Gibt es Wichtigeres?! Ok, Vergleiche mit den HELLACOPTERS oder den frühen GLUECIFER halten sie nicht stand, aber der Spaßfaktor den Chuck Ransom (Gesang), Chuck Daniels (Gitarre), Chuck Lee Riot (Gitarre), Chuck Mojo (Bass) und Chuck Baker (Schlagzeug) vermitteln, ist/ war extrem hoch. Und das nicht nur bei den anwesenden Terrorverlag-Mitarbeitern.

So, und jetzt wurde es wieder Zeit für das Geburtstagskind Lutz, denn es war mittlerweile schon weit nach Mitternacht. Zwischen seinen Auftritten konnte man ihn die ganze Zeit im Publikum ausmachen und sich mit den Leuten unterhaltend sichten. So wie alle anderen Bands übrigens auch. Das nennt man Fannähe. Oder besser gesagt: Man ist halt eine Familie, denn ich schätze mal 80 Prozent der Anwesenden gehörten der berühmt berüchtigten Turbojugend an. Mit seinen Mitstreitern Latino Wanker Vulcanus und Big Wanker Schmuddel an den Gitarren, Sexy Wanker Rico Dandruff am Bass und Dirty Wanker Dirty Dick am Schlagwerk eröffnete Boss Lutz Vegas mit „Hell On Wheels“ ihr Set. Vor der Bühne gab es kein Halten mehr und es wurde gepogt, was das Zeug hielt. Mehr als eine Stunde spielten die WANKERS und das in Topform. Leider erwies sich die Bühne, wie auch schon bei den anderen Acts, als viel zu klein. Man kam sich immer ins Gehege und beim Seitenwechsel der Gitarristen verhedderten sich die Kabel. Das tat der Spiellaune überhaupt keinen Abbruch. Erst beim Anblick dieser Truppe fiel mir auf, wenn ich so in die Runde schaute, dass ich vielleicht der einzige hier war, der nicht tätowiert ist. Zwischendurch gab es auch noch ein Ständchen für den Jubilar.

Nun lief der Abend so langsam auf unseren lang erwarteten Höhepunkt zu: Die CARBURETORS sollten bald auf die Stage kommen. Und dann ging alles ganz schnell: die nächsten tätowierten und in schwarzes Leder gehüllten Jungs stürmten aus der kleinen Backstage-Tür neben der Bühne direkt auf selbige und hart, schnell und schnörkellos ging die Fahrt auf der Achterbahn des Rock ’N’ Rolls los. Eddie Guz (Ex CHROME DIVISION), Chris Nitro, King O’Men, Kai Kidd und Stian Krog sind die Mitglieder einer Band, deren Ruf es ist, die „schweißtreibendste Band Norwegens“ zu sein. Und auch an diesem Abend machten Sie diesem Ruf alle Ehre, dies wurde schon beim Opener klar. „Krank It Up“, Buckle Up“ und „Rock ’n’ Roll forever“ waren nur einige Songs vom gleichnamigen, Tags zuvor in Deutschland erschienenden Album der CARBURETORS und das musste natürlich ordentlich performt werden. Am Vortag war bereits Release-Party in Frankfurt, bei der einige Bands des heutigen Abends auch dabei waren. Der Posing-Faktor war extrem hoch, Eddie schrie mit einem Bein auf den Monitorboxen stehend immer wieder ins Publikum, Kai und Stian lieferten sich Gitarrenduelle und versuchten, auf der winzigen Bühne nicht ineinander zu laufen. Insgesamt eine Energie geladene Show, die auch noch neben Musik, Posen und nicht zu ernst gemeinten Rocker-Klischees, Pyro-Einlagen von Kai Kidd zu bieten hatte. Der Gute spuckte mal so eben in dem kleinen Saal 2m-Feuersäulen. Da bekommt das Wort „schweißtreibende Show“ gleich zwei Bedeutungen. Währendessen machte es sich der Frontmann auf dem Tresen gemütlich und ließ sich bereitwillig mit Fans ablichten. Wem es bei VOLBEAT inzwischen zu voll geworden ist, sollte ein Konzert der CARBURETORS besuchen, ich könnte mir vorstellen, dass es dort in absehbarer Zeit auch enger im Zuschauerraum wird.

Ein gelungener Birthday-Bash ging nun zu Ende, zu einem absoluten akzeptablen Preis (15,- Euro AK) mit viel Spaß, Rock und Bier… Wir sind gespannt aufs nächste Jahr! Und von hier aus noch Herzlichen Glückwunsch nachträglich.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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