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MACHINE HEAD – AS I LAY DYING – DEW-SCENTED

Ort: Hamburg - Docks

Datum: 13.06.2007

Wer MACHINE HEAD diesen Sommer live erleben wollte, musste entweder Festival-Gänger oder besonders schnell sein. Denn neben den großen Happenings wie RAR/ RIP, Download, Roskilde oder Fields of Rock zockten die US-Thrash Metal-Helden nur noch vereinzelte Club-Shows, eine im jeweiligen Land. So war es auch wenig verwunderlich, dass der einzige Deutschland-Gig auch recht schnell ausverkauft war und schon am frühen Abend zahlreiche Fans über die Reeperbahn wuselten, um vielleicht doch noch eine kurzfristig übrig gebliebene Karte zu ergattern.

Etwas erstaunt schauten einige Metal Heads dann, als sich da schon eine Band um 19:30 (lt. Info sollte Beginn um 20:00 sein) aufmachte, um die Meute auf Betriebstemperatur zu bringen. So waren DEW-SCENTED erst vor wenigen Wochen ins Billing gekommen und nahmen diese Einladung dankbar als Möglichkeit auf, sich für die anstehende Tour mit MISERY INDEX in Fahrt zu bringen. Wirklich in Fahrt bringen ließ sich die schon gut gefüllte Halle allerdings nur beschwerlich. Dennoch sorgten die wie gewohnt fett und tight von der Bühne geballerten Kracher wie „Soul Poison“, „Acts of Rage“, New found Pain“, „That’s why I despise you“ und mein persönlicher favourite DS-Track „Unconditional“ für so einige rotierende Matten und anerkennenden Applaus. Da sag noch einer, dass die Nordlichter so schwierig wären. Desweiteren spürte man deutlich, dass sich die meisten beim stetig in Richtung Sauna steigenden Klima ihre Kräfte sowohl für AS I LAY DYING und natürlich MACHINE HEAD aufsparen wolten. Davon ließen sich die Norddeutschen allerdings nicht unterkriegen und zockten ein motiviert-routiniertes Set runter, was ihnen am Ende ordentlichen und völlig verdienten Jubel einbrachte!

Eigentlich war dieser Konzert-Abend organisatorisch zeitlich genau geplant, doch die Crew von AS I LAY DYING brauchte ungewöhnlich lange, um das HängeTom am Schlagzeug richtig einzustellen und die beiden Banner anzubringen, so dass sich die Umbaupause auf über 30 Minuten zog. Aus Frust und Langeweile vertrieben sich einige Experten in der Menge die Wartezeit, um leere und gefüllte Getränkebecher quer durchs Gebäude zu fenstern, worüber andere Fans und auch Crew-Mitglieder nicht gerade erfreut reagierten. Das hielt die Metalcore-Helden allerdings nicht davon ab, dann in einem amtlichen Sound um so fetter mit „Confined“ loszuballern. Deutlich motiviert von der Tatsache gerade ein neues Album vollendet zu haben, sorgten die US-Boys für ordentlich Alarm im Docks. Kein Wunder, knallen doch Hits wie „94 Hours“ und Kracher der Marke „Falling upon deaf Ears“ oder „Through Struggle“ mächtig in die Beine und Nacken und besorgten so die ersten amtlichen Mosh- und Circle-Pits des Abends, erfreulicherweise ohne dass man durch blödsinniges Umher-Getrete Angst um seine Gesundheit haben musste. Auch auf der Bühne wird mehr und mehr purer Metal zelebriert. So lassen die Axt-Männer Phil und Nick mittlerweile fast permanent die Matten-Propeller kreisen und auch Shouter Tim hüpft nicht mehr ganz so oft wie ein Flummi über die Bühne. Der hochgewachsene Neu-Basser Josh fügte sich dabei einwandfrei in die Band ein und überzeugte zudem durch astreinen cleanen Gesang. Als die Band schon nach einem zwangsweise kürzer angesetzten Set die Bühne verlassen wollte, kam aus dem MACHINE HEAD-Camp die Meldung, dass die Jungs ruhig noch die letzten beiden geplanten Songs zocken sollte. Tim bedankte sich artig dafür und gab mit seinem Jungs dann mit „Meaning in Tragedy“ und dem Überhit „Forever“ noch mal richtig Kappelle. In der Form kann man sich auf jeden Fall auf die kommenden Shows u.a. beim Pressure Festival und Vainstream freuen und evtl. haben sich dann ja auch den ein oder anderen neuen Song im Gepäck…

Ohne große Probleme verlief dann die folgende Umbau-/ Abbaupause. Equipment der Vorbands runter, umstöpseln, anchecken, fertig. Dennoch ließ man sich die die hier eingeplanten 30 Min. Zeit, um dann Punkt 22:00 das Intro zu „Clenching the Fists of Dissent“ erklingen zu lassen. Mit der ersten Note dieses Walk-Ins brandeten tosender Jubel und „Machine Fuckin’ Head!“-Rufe auf und als die Mannen um Robb Flynn loslegten, gab es im vollgepackten Docks kein Halten mehr. Pogend, moshend wallte eine schwitzende Menschenmasse durchs Docks Angestachelt von dieser bombigen Stimmung zockten MACHINE HEAD diesen massiven 10 Minuten Opener tight wie Hulle, wobei vor allem Drummer Dave McClain durch überaus tightes und verdammt brutales Drumming beeindruckte und das Saitenhexer-Duo Flynn und Demmel durch massive Riffwände und furiose Lead-Dulle imponierten. Als dann die gesamten ordentlich mehr als 1000 Fans zusammen mit der Band „Fight, Fight, Fight“ intonierten, lief einem trotz der heißen Temperaturen ein kalter Schauer über den Rücken! Der direkt anschließende Smash-Hit „Imperium“ pushte das Durchdreh-Level noch mal höher und der erste mächtige Circle-Pit machte die Runde. Das anschließende Set bestand schön ausgeglichen aus Hits aller Alben, wobei z.B. „Bulldozer“ vom umstrittenen „Supercharger“-Album genauso abgefeiert wurde wie der Überkracher „Old“, bei dem die gesamte Metal-Masse scheinbar bis an die Decke des Docks springen wollte. Trotz stressiger Reise-Route ließen sich MACHINE HEAD von dieser überwältigenden Stimmung nur zu gerne anstecken und sowohl der mittlerweile mit amtlichen Oberarmen ausgestattete Basser Adam, der immer gut gelaunte Axt-Meister Phil und vor allem Drummer Dave liefen zur absoluten Höchstform auf. Doch über allen regierte Mr. Robb Flynn. Dieser Mann strahlt eine unfassbar fesselnde Aura aus, intoniert die brachialen und cleanen Vocals mit Inbrunst und Gefühl sondergleichen und zirkelte nebenbei noch mit Phil eine fette Riffwand und furioses Solo nach dem anderen aus seinem Instrument. Und wenn dieser Mann sich ausgiebig bei seinen Fans bedankt, wirkt das nicht wie Show sondern wie pure Ehrlichkeit! Genauso ehrlich wie die Wut über einen gewissen Journalisten, mit der die Jungs den Kracher „Aesthetics of Hate“ in die Hamburger Nacht ballerten. Ein Wort: Grandios!
Nach über einer Stunde voll Power und einer eindringliche Darbietung des Fan-Faves vom “The Blackening“-Album „Halo“ gönnte man sich und den Fans nach einem Hüpf-Inferno bei „Take my Scars“ eine kleine Pause. Nicht ohne Grund, so wurden nämlich die Akustik-Gitarren aufgebaut und bevor die Band mit „Descend the Shades of Night“ pures Gänsehaut-Feeling erzeugte, überraschte der Bandleader noch mit einer kleinen „Tenacious D“-Einlage und war sichtlich überrascht und erfreut, wie viele Leute diese Jungs nun auch schon hier kennen. Zur Vollendung einer überragenden MACHINE HEAD-Show fehlte dann nur noch ein Track (wobei nicht nur ich noch gerne reihenweise mehr Songs auf die Ohren bekommen hätte): „Davidian“!! „Let Freedom ring with a Shotgun Blast!!“ ertönte aus zig hunderten von Kehlen, deren Besitzer nun noch mal alle Kräfte mobilisierten, so dass der Saft regelrecht von der Decke tropfte…

Wer die Tour zum letzten Album schon stark fand, dürfte sich ärgern diesen Abend verpasst zu haben. Denn MACHINE HEAD 2007 sind in der Form ihres Lebens, spielerisch on Top und dazu mit massenweise fetten Metal-Krachern gesegnet, die jedes Festival und jede Show zum Überkochen bringen! Und dies ließen sich weder die Fans von einigen bekloppten Becher-Schmeissern noch die Terror-Verleger von einer unfreundlichen Security, welche den Fotograben viel früher als abgesprochen räumte, vermiesen. Im Nov. kommen MACHINE HEAD mit ARCH ENEMY, TRIVIUM und wahrscheinlich SHADOWS FALL auf eine regelrechte Monster-Tour und ich kann jedem Metal-Fan nur raten, sich so schnell wie möglich seine Karte zu sichern! FUCK IT ALL!!

Setlist MACHINE HEAD
Clenching the Fists of Dissent
Imperium
Now I lay thee down
Declaration (Intro)
Bulldozer
The Blood, the Sweat, the Tears
Ten Ton Hammer
Aesthetics of Hate
Old
Halo
Take my Scars

Descend the Shades of Night
Davidian

Copyright Fotos: Juliane Duda

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