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MACHINE HEAD – DARKEST HOUR – DIABLO BLVD

Ort: Oberhausen - Turbinenhalle

Datum: 26.11.2014

Es gibt Bands, die begleiten einen durchs Leben. MACHINE HEAD sind bei mir ohne Frage einer dieser Combos! Vor gut 20 Jahren haben Robb Flynn und seine damaligen Mitstreiter mich mit ihrem Debüt „Burn My Eyes“ aus dem Stand weg gepustet! Und wenige Monate später habe ich mich auch live im ehrwürdigen PC69 zu diesen Songs mächtig zerlegt! 20 Jahre und einige, zumeist überragende, Alben später gibt es die Band noch immer und versprüht live noch immer die Energie der Anfangstage!

Mehr dazu aber später, denn der Abend sollte erst mal von DIABLO BLVD eingeläutet werden. Die belgischen Rocker, deren Shouter Alex Agnew früher als Comedian unterwegs war, konnten unlängst einen Deal bei Nuclear Blast ergattern und ersetzen auf dieser Tour die kurzfristig abgesprungen DEVIL YOU KNOW (mit ex-KILLSWITCH ENGAGE-Fronter Howard Jones). Musikalisch allerdings rocken sich DIABLO BLVD eher durch einen Mix aus PANTERA, DOWN und VOLBEAT, d.h. es gibt reihenweise donnernde Riffwalzen, treibende Drums und wechselte Vocals von harsh bis zu Rockabilly-Style. Das performen die Jungs auch sehr gefällig, doch mit ganz ordentlichen, aber etwas belanglosen Songs im Vorprogramm von MACHINE HEAD hat man es nun mal nicht leicht. Da muss Agnew schon einen Fan mit einer Gratis-CD bestechen, damit ein kleiner Mosh Pit gestartet wird. Na denn…

DARKEST HOUR waren schon bei der letzten Show hier vor fast genau 3 Jahren mit am Start und haben seit dem nichts von ihrem Feuer verloren! Mit zwei neuen Kollegen in der Rhythmus-Fraktion donnerten die Amis treibende Groove-Granaten wie „Infinite Eyes“, „Anti-Axis“ und „Lost for Life“. Dabei überzeugen die Kollegen auch dieses Mal mit Spielfreude und guten Songs. Es macht einfach Spaß ihnen beim rocken zuzuschauen bzw. wurde in den ersten Reihen auch schon ganz gut mitgegangen. MACHINE HEAD und DARKEST HOUR? Das passt irgendwie sehr gut zusammen!

Wenn ein BLACK SABBATH bzw. OZZY-Song ertönt, in diesem Fall „Diary of a Madman“, dann ist es nicht mehr weit, bis MACHINE HEAD loslegen. Und wenn die Bay Area-Legende dann „Imperium“ (vom 2003er Comeback „Through the Ashes of Empires“) anstimmt, steht die Masse bekanntlich Kopf. Und die Band im Chef Robb Flynn kannte keine Gnade! So feuerte man mit dem brutalen „Beautiful Mourning“, dem neuen Kracher „Now We Die“ und de, pumpenden „Bite the Bullet“ gleich eine volle Breitseite, die sich gewaschen hatte, in die Turbinenhalle. Jetzt noch „Game Over“ vom neuen Werk „Bloodstone & Diamonds“ und man hätte mich mit Nackenbruch abtransportieren können.

Besonders bemerkenswert auch dieses Mal wieder: Wie brutal und dabei sehr präzise dieser Dave McClain sein Drumkit vermöbelt! Unfassbar der Typ! Zusammen mit den Monster-Riffs geschah dies alles in einer derart massiven Lautstärke, dass das ganze phasenweise zu einer übersteuerten Soundlawine wurde. Nach dem „Locust“-Groover ging es dann mit „The Blood, The Sweat…“ und „Ten Ton Hammer“ in frühere Schaffensphasen, wonach man mit „In Comes The Flood“ einen der schwächeren Tracks des neuen Meisterwerk „Bloodstone & Diamonds“ brachte. Vor dem mega-epischen „Darkness Within“ hielt Flynn dann eine kleine Ansprache, wie wichtig im Leben die Musik für ihn und sicherlich auch die anwesenden Fans ist. Wo er recht hat, hat der Mann einfach recht. Und das merkt man auch auf der Bühne. So lebt der Mann seine Songs einfach durch und durch. Auch sein langjähriger Freund und Mitstreiter Phil Demmel, mittlerweile mit einem ordentlichen Porno-Schnurrbart unterwegs, brillierte wieder mit packenden Soli und donnernden Riffwalzen! Sehr gut eingefügt hat sich auch der neue Basser Jared MacEachern (ehem. SANCTITY), dessen Mähne mittlerweile wieder moshbare Dimensionen angenommen hat, und der auf der Bühne deutlich motivierter zu Werke geht als zuletzt sein Vorgänger Adam Duce. Dabei erinnert der Rotschopf phasenweise an die guten Zeiten von Jason Newsted bei METALLICA!

„Bulldozer“ klingt live bekanntlich deutlich wuchtiger als auf der „Supercharger“, „Killers & Kings“ konnte schon auf den Festivals überzeugen und als Robb Flynn vor dem Gassenhauer „Davidian“ fragt, wer die Band schon zur ersten Tour vor 20 Jahren gesehen hat, kann meinereiner stolz zusammen mit nicht ganz so vielen anderen die Horns in die Höhe recken! (der Terrorchef reckt sein Ärmchen ebenfalls, war nämlich auch im PC damals) Bei „Aesthetics of Hate“ (R.I.P. ,Dime!) und „Old“ geht natürlich nochmal alles und wenn mit „Halo“ das wuchtig-epische Finale über einen hereinbricht, kann man nur hoffen, dass MACHINE HEAD ihre Kessel noch lange weiter kochen lassen. Denn nur wenige Bands schaffen es auch nach 20 Jahren auf Platte und live soviel Druck zu machen!

Setlist MACHINE HEAD
Ozzy-Intro
Imperium
Beautiful Mourning
Now We Die
Bite the Bullet
Locust
The Blood, The Sweat, The Tears
Ten Ton Hammer
In Comes The Flood
Darkness Within
Bulldozer
Killers & Kings
Davidian
Aesthetics of Hate
Old
Halo

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