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MACHINE HEAD

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 21.02.2016

An Evening with…

Schon seit einigen Monaten touren die Thrash Metal-Veteranen MACHINE HEAD mit einem veränderten Konzept durch die USA. Dieses sieht ein verlängertes Set von etwa 2,5 Std. vor, welches auch durchaus variiert wird – dafür spart man sich die Support-Band. Zudem spielt man bevorzugt in Städten, die man nie zuvor oder sehr lange nicht besucht hat und bucht dazu noch Locations, die deutlich kleiner sind, als man es von einer Band mit diesem „Status“ gewohnt ist. So gastier(t)en die Amis dieses Mal u.a. im FZW in Dortmund, das gerade mal um die 1500 Leutchen fasst, was für MACHINE HEAD alles andere als viel ist. So wunderte es kaum, dass die Karten im Vorverkauf sehr schnell weg waren, die Halle auch schnell bis zum Anschlag voll und die Fans erwartungsvoll dem Start entgegenfieberten. Dieser stand übrigens aufgrund einer Erkrankung von Sänger/ Bandkopf Robb Flynn einige Tage zuvor noch etwas auf der Kippe, aber zum 20:30h war es dann soweit, und das als Intro genutzte „Diary of a Madman“ (OZZY) erklang.

Dieses wurde dann abgelöst von einem DER Thrash Metal-Songs überhaupt abgelöst. „Imperium“ ist nun auch schon 12 Jahre alt und verursacht noch immer ab dem ersten Riff pure Gänsehaut! Und so legten MACHINE HEAD gleich mit Volldampf los, hatten den Sound natürlich wieder auf Anschlag, dass es phasenweise doch etwas übersteuert wirkte, und feuerten zu Beginn gleich mit „Beautiful Mourning“, „Now we Die“ und „Bite the Bullet“ aus allen Rohren! Dabei fiel es kaum auf, dass Fronter Flynn hier und da eine cleane Passage nicht komplett aussang, die Wucht der Songs und die Spielfreude machten dies aber locker wett. Wurde „From this Day“ vom umstrittenen Album „The Burning Red“ (1999) lange Zeit live nicht berücksichtigt, ist es mittlerweile wieder mit dabei und löste nicht nur im Innenraum kollektives Ausrasten aus, sondern sorgte auch auf dem Balkon für ordentlich Rotation in den Mähnen. Kein Wunder, knallt der Song doch live richtig fett!

Baute man in anderen Städten u.a. Kracher wie „Block“ oder „Night of Long Knives“ ein, griff man in Dortmund mal wieder zum überlangen Machtwerk „Clenching the Fists of Dissent“, welches natürlich im Mittelteil in der kompletten Halle zum „Fight, Fight!“-Mitbrüllen (ver)führte. Nach dieser fulminanten ersten Halbzeit war es Zeit für eine kleine Pause, in der Lead-Gitarrist Phil Demmel eine eigenwillige Harmonic-Session darbot, welches aus etwas filigraner Frickelarbeit und einigen Soundeffekten bestand. Nun schritt Mr. Flynn mit gleich zwei Gitarren bewaffnet auf die Bühne, wodurch man als Fan schon ahnen konnte, was folgen würde. Aber bevor „Darkness Within“ angestimmt wurde, erklärte der Bandgründer erstmal ausschweifend, wie stolz er ist, dass er mit MACHINE HEAD auch nach 22 Jahren noch so erfolgreich unterwegs sein darf, und dass dies eben ohne die Fans nicht möglich sei. Alles schön und gut ehrenwert, aber das nächste Mal darf der Robb das ganze etwas kürzer machen und dafür noch einen Song mehr zocken. Denn geile Tracks haben die Kollegen ja massenweise! Nun wurde erstmal „Darkness Within“ abgefeiert, wonach Drum-Monster Dave McClain seine Solo-Session bekam. Ohne dieses Tier hinterm Schlagzeug wären MACHINE HEAD ohne Frage nur halb so druckvoll. Was der Typ hinter seinen Kesseln entfacht, ist einfach der Wahnsinn! Kein eigenes Solo bekam Basser Jared MacEachern, wobei man sich langsam um die Gesundheit des neusten Bandmitglieds (ersetzte vor dem letzten Album Adam Duce) Sorgen machen muss. So haut der Mann so ne Mosh-Action raus, dass man langsam befürchten muss, dass es ihm irgendwann wie Tom Araya (SLAYER) und Jason Newstedt (ehem. METALLICA) ergeht, welche ja nach Nacken-OPs nur noch bedingt bis gar nicht mehr headbangen dürfen!

Zum Abschluss des Hauptteils sorgte natürlich „Davidian“ nochmal für richtig Dampf, ehe in der Zugaben-Sektion neben dem Urkracher „Old“ und dem räudig-brutalen „Game Over“ natürlich auch der Dimbag Darrel (PANTERA, R.I.P.)-Tribut „Aesthetics of Hate“ nicht fehlen durfte. Das epische Finale inkl. Konfetti-Kanone markierte dann natürlich noch „Halo“ und während ich dann langsam die Halle verließ, waren mir drei Dinge an diesem Abend klar geworden: MACHINE HEAD brauchen bei so einem Set keine Vorband, ich konnte mich schon jetzt auch die Hannover-Show ein paar Tage später freuen und als negativer Aspekt: Shirt-Preise um die 40 Euro und Zip-Jacken für gut 70 Euro sind eine ganz große Schweinerei! Das muss trotz der großartigen Show einmal deutlich gesagt werden! Davon abgesehen, beweisen MACHINE HEAD auch mit dieser Tour mal wieder, dass sie eine der fettesten Bands im Metal sind! Word!

Setlist
Diary of a Madman (Ozzy-Intro)
Imperium
Beautiful Mourning
Now We Die
Bite The Bullet
Locust
From This Day
Ten Ton Hammer
Clenching The Fists Of Dissent
Guitar Solo Phil Demmel
Darkness Within
Drum Solo Dave McClain
Bulldozer
Killers & Kings
Davidian

Descend The Shades Of Night
Now I Lay Thee Down
Aesthetics of Hate
Game Over
Old
Halo

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