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MADSEN – BOSSE

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 11.01.2009

Nachdem das MADSEN Konzert im Dezember wegen Krankheit auf den Januar verschoben werden musste, machten wir uns an diesem kühlen Abend nach längerer Zeit mal wieder auf den Weg in den Ringlokschuppen zu unserem ersten Konzert in diesem noch recht jungen Jahr. Und nicht nur das Jahr war noch jung, sondern zum größten Teil auch das anwesende Publikum, welches sich schon zahlreich in der Location tummelte. Den Part des Aufwärmers sollte heute BOSSE übernehmen (Zufall oder Absicht, dass beide Bands nach dem Nachnamen der/ des Protagonisten benannt sind?), deren neues Album „Taxi“ Anfang Februar erscheinen wird. Der Bandkopf vertrieb sich kurz vor dem Auftritt noch die Zeit am Merch Stand und auch ein Teil der lokalen Szenegröße XANDRIA wollte wohl heute mal einen indiesken Abend verbringen, Basser Nils wurde jedenfalls mehrfach gesichtet.

Los ging es pünktlich um 20.30 Uhr und augenscheinlich zeigte das Publikum großes Interesse am Support Act, war doch die kleinere Halle des Ringlokschuppens zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllt und zwischendurch gab es immer wieder reichlich Applaus für die Braunschweiger. Gestartet wurde mit „Die Irritierten“ vom noch aktuellen Album „Guten Morgen Spinner“ unterstützt durch Schlagzeuger Björn Krüger, Gitarrist Thorsten Sala und Bassist Theofilos Fotiades. Es folgten „All die Dinge“ vom bereits angesprochenen „Taxi“ und die allererste Single „Kraft“ vom Debüt „Kamikazeherz“. Auf jeden Fall rockten BOSSE ganz ordentlich, hier und da wurde inbrünstig mitgesungen (ja, auch mein mitgereister Fotograph ließ sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen) und spätestens bei der aktuellen Single „3 Millionen“ bot sich auch die Gelegenheit eine geliebte Person mal ganz fest in den Arm zu schließen, so man sie denn dabei hatte. Es folgten „Liebe ist leise“, bei dem ich Herrn Bosse ja direkt mal widersprechen muss, denn ich finde, Liebe kann durchaus auch mal Rock n Roll sein. So zumindest meine Erfahrung. Zu „Frankfurt Oder“ erklärte er dann, dass dieses Lied für eine besondere Frau und für eine hässliche Stadt sei, bevor es mit „Keine Panik“ nach einer halben Stunde auch schon wieder vorbei war. Zugaberufe wurden laut und tatsächlich sah es kurzzeitig so aus, als würde man diese auch spielen, doch die Band war lediglich wieder auf der Bühne erschienen, um abzubauen. Wer darüber jetzt sehr traurig war, kann BOSSE aber in ganz naher Zukunft am 07.03. auf der Visions Party im Bielefelder Forum noch mal live erleben.

Setlist BOSSE
Die Irritierten
All die Dinge
Kraft
Sommer lang
3 Millionen
Liebe ist leise
Frankfurt Oder
Tanz mit mir
Keine Panik

Da die Instrumente von MADSEN schon im Hintergrund aufgebaut waren, konnte es nach einem kurzen Soundcheck recht schnell weitergehen und zu einem Streicherintro kamen die Gebrüder MADSEN samt Bassist Niko Maurer und Keyboarder Folkert Jahnke auf die Bühne, um sofort mit „Kein weg zu weit“ loszulegen. Weiter ging es mit „Ja oder Nein“, bevor man mit dem ersten Mitsingspielchen die schon recht gute Stimmung noch zu steigern wusste. Und auch mir machte mein Ausflug in die Gefilde der Indie Musik immer mehr Spaß. Es folgte „Ein Sturm“, vor dem uns Sebastian erzählte, dass seine aktuelle Lieblingsband eindeutig THE KILLERS seien, da Sänger Brandon Flowers im aktuellen Video immer eine ganz spezielle Geste (nennen wir sie an dieser Stelle theatralisch, um niemanden zu diskriminieren) mache. Diese habe er einfach mal kopiert und werde sie während des Auftritts des Öfteren einsetzen. Seinem Wunsch, immer dann einen rockstarmäßigen Applaus zu bekommen, wurde vom Publikum natürlich gerne nachgekommen. Außerdem war es durchaus lustig anzuschauen und man hatte das ein oder andere Mal was zu lachen an diesem Abend. Und auch ansonsten machten MADSEN auf mich einen sehr sympathischen und offenen Eindruck, was der Stimmung natürlich sehr zu Gute kam. Mit „Goodbye Logik“ spielte man dann ein weiteres sehr bekanntes Stück, das sich natürlich gut zum mitsingen eignete. Unter den Zuschauern wurde wild gepogt, für meine kleine Spießerseele vielleicht sogar schon etwas zu viel, sah das doch zwischendurch schon echt gefährlich aus (besonders für die „kleineren“ Mädels hinter der Absperrung). Weiter ging es mit „Nitro“, eingeleitet von einem Filmzitat aus „Taxi Driver“, welches den Amoklauf von Columbine thematisiert und laut Bandhomepage von Gus van Sants Film „Elephant“ inspiriert wurde. Es folgte das schöne „Euphorie“ und natürlich „Die Perfektion“ in der man erst mal eine Metal Performance einbaute und stilecht mit einem Grunzer beendete. Interessant was da so für musikalische Vorlieben in diesen „netten Jungs von nebenan“ schlummern. Und dann hatte Johannes seinen großen Auftritt mit „Kein Mann für eine Nacht“, übernahm er dabei doch den Gesangspart. Wir hingegen traten so langsam den Rückzug an, da wir trotz der noch recht frühen Uhrzeit ziemlich müde und erschöpft waren und das warme Bett mehr als deutlich rief. Die Jungs von MADSEN spielten natürlich auch ohne uns noch ein Weilchen weiter, denn Hits wie „Du schreibst Geschichte“ und „Nachtbaden“ durften auf keinen Fall an diesem Abend fehlen.

Setlist MADSEN (ohne Gewähr)
Kein Weg zu weit
Ja oder nein
Ein Sturm
Vielleicht
Goodbye Logik
Verschwende dich nicht
Nitro
Euphorie
Die Perfektion
Kein Mann für eine Nacht
Panik
Grausam und schön
Do you love me
Du schreibst Geschichte

Liebeslied
Nachtbaden

Insgesamt gesehen ein launiger Auftritt, bei dem es sich auf jeden Fall gelohnt hat, dabei zu sein. Vorband und Hauptact passten gut zusammen, die Stimmung war ausgelassen und sowohl musikalisch als auch gesanglich gab es nichts zu meckern. Gerne mal wieder und vielleicht sieht man sich ja bei BOSSE im Forum.

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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