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MADSEN – ERIK PENNY

Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 06.11.2010

Ein weiteres Mal führte uns der musikalische Weg an diesem November Abend in den Bielefelder Ringlokschuppen, um quasi unseren Beitrag gegen die Castor-Transporte zu leisten. Immerhin stammen MADSEN aus dem Wendland und agitieren (sanft) gegen den Atommüll, im Vordergrund sollte aber natürlich der 4te Auftritt der deutschen Pop Punk Rocker (ja was denn nun?) in Ostwestfalens Metropole sein. Kinder, wie die Zeit vergeht, seit dem Gig im Vorprogramm von WIR SIND HELDEN (die ja vor Wochenfrist ebenfalls wieder zugegen waren) sind bereits 5 Jahre vergangen und ich war gespannt, welche Halle die Madsen-Brüder denn 2010 bespielen würden. Um es vorwegzunehmen: Es war die Grosse, die, wenngleich nicht pickepackevoll, mit schätzungsweise 1500 überwiegend sehr jungen Menschen gut gefüllt war.

Als Opener hatte man sich dieses Mal den Wahlberliner ERIK PENNY ausgesucht, den Sebastian auf dessen Albumproduktion „Bend“ am Schlagzeug unterstützt hat. Produziert wurde das Werk des in Potsdam/ New York geborenen Herren von TOMTEs Simon Frontzek, mithin also durchaus illustre Schützenhilfe. Erik im unprätentiösen Singer/ Songwriter Look wurde von 2 Mitstreitern unterstützt, wobei der Herr an der Elektrischen zur Rechten eine starke 70ies-Affinität nicht verbergen konnte. Herrliche Koteletten! Stilistisch gesehen kann man ERIK PENNY in Richtung Folk Pop einordnen, mit gelegentlichen rockigen Schüben. Nicht annähernd der Härtegrad des Hauptacts, jedoch konnte der Deutsch-radebrechende Sänger mit sympathischen Ansagen und einer sehr charismatischen Stimme glänzen, was ihm immer mehr Zuspruch aus dem Auditorium einbrachte. Von seiner aktuellen Scheibe wurden u.a. der Titeltrack, „Under the Gun“ und „Cherry“ präsentiert und es steht zu vermuten, dass der Brillenträger später am Merchstand einiges an Devotionalien unters Volk bringen konnte. Guter Auftakt!

Und nun also MADSEN. Nach einer etwas länglichen Umbaupause legte der 6er vor dem Backdrop des aktuellen Albums “Labyrinth” alsbald druckvoll los. 6er? Ja, richtig gelesen. Bekanntermaßen hat sich ja Folkert Jahnke aus dem Line Up der Niedersachsen verabschiedet, dafür bedient nun (zumindest live) eine Dame namens Lisa Nicklisch die Keys. Zumindest optisch ein ausgezeichneter Tausch, ohne dem Vorgänger zu nahe treten zu wollen. Aber da war noch ein weiterer Neuzugang auf der Bühne, der mir doch irgendwie bekannt vorkam. Und richtig, hier handelte es sich um Martin Krüssel, genannte „Mücke“, der ansonsten für die Emsländer EL*KE in die Saiten greift. Heuer nahm er Sebastian Madsen einiges an Arbeit ab, der ja bei einem Single-Videodreh einen schmerzhaften Sturz erlitten hatte, woraufhin auch die Tour in den Herbst verschoben worden war. Nun aber scheint der energetische Fronter wieder annähernd im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein, zumindest gab er in Bielefeld den ganzen Abend Vollgas. Mit 4 Alben in der Hinterhand hat man mittlerweile genug Material, um die Setlist ausschließlich mit Hits zu füllen. Aber was heißt hier „Hits“? Bei MADSEN sind das immer gleich HYMNEN, die wie politische Parolen in den Nachthimmel gebrüllt werden. Refrains für die ganz großen Gefühle. Egal ob es sich um schon beinahe-Klassiker wie „Goodbye Logik“/ „Die Perfektion“ handelt oder neueres Material à la „Lass die Liebe regieren“/ „Mein Herz bleibt hier“ (die aktuelle Single). Da darf auch schon mal gepogt werden, aber alles noch im Rahmen, schließlich waren viele Damen anwesend. Für ein paar Späße sind die MADSENs natürlich immer zu haben, so intonierte man recht stilsicher HOWARD CARPENDALEs „Hello again“ (das von der Ringlok-Belegschaft erstaunlich gut mitgesungen wurde) aber auch das musikalisch deutlich gehaltvollere „Where is my mind“ – im Original von den PIXIES. Des weiteren sucht Johannes anscheinend immer noch eine Dame fürs Herz, aber Vorsicht: „Er ist kein Mann für eine Nacht!“. Mit dem vorwärts peitschenden „Du schreibst Geschichte“ endete die Performance fürs erste, doch natürlich waren sich die Künstler für einen Zugabenblock nicht zu schade. Bielefeld und MADSEN, das passt ganz einfach, zumal in OWL die hübschesten Mädels ansässig sind (zumindest nach Meinung von Bassist Niko Maurer). Von daher vermute ich, dass auch die nächste Studioscheibe wieder eine Live-Präsentation im Ringlokschuppen erfährt. Gibt definitiv Schlimmeres im Leben…

Setlist MADSEN
Intro
Das muss Liebe sein
Ja oder Nein
Ein Sturm
Lass die Liebe regieren
Goodbye Logik
Zwischen den Zeiten
Hello again (HOWARD CARPENDALE Cover)
Die Perfektion
Mein Herz bleibt hier
Panik
Kein Mann für eine Nacht
Mit dem Moped nach Madrid
Where is my mind (PIXIES Cover)
Du schreibst Geschichte

Labyrinth
Vielleicht
ObenUnten
Nachtbaden

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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