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MAGIC CIRCLE FESTIVAL 2009

Ort: Loreley - St. Goarshausen

Datum: 18.07.2009

Der Legende nach war es einst die Nixe Loreley, die auf dem gleichnamigen Felsen sitzend mit ihrem wunderschönen Gesang die Seemannsleute auf dem Rhein verzückte, so dass diese die gefährlichen Felsriffe nicht beachteten und erbärmlich an ihnen zerschellten. Obwohl die gefährlichsten in den 30ern gesprengt wurden, ereignete sich 2003 erneut ein Schiffsunfall genau in der Höhe des Loreleyfelsens, sodass der Mythos erhalten bleibt.

Leider mussten wir wegen einer Unwetterwarnung den Freitag fürs uns streichen und reisten erst Samstag früh in die Loreley. Daher verpassten wir „spannende Events“ wie einen Sauf-Wettbewerb, die Wahl zur Miss MANOWAR und den Auftritt der heißesten AC/DC-Coverband Norwegens. Zumindest bei Letztgenannten wäre man dann doch gerne dabei gewesen, erwiesen sich die Jungs von HEATSEEKERS am Samstag als sehr nette und lustige Zeitgenossen. So kamen wir erst am Samstag morgen an und können uns das organisatorische Tohuwabohu auf dem 3. Magic Circle Festival, welches gänzlich im Sinne der Loreley in Sankt Goarshausen stand, mit nichts anderem als der Legende erklären. Mal ganz abgesehen von den schwindelerregenden Preisen in Form von 85 Euro Entgelt für effektiv eintägige musikalische Unterhaltung und zusätzlichen 25 Euro Campinggebühr, lässt die Unwissenheit aller Mitarbeiter im Bereich der Security, Park- und Campingplatzbewacher die Vermutung zu, dass hier offensichtlich genau am falschen Ende gespart wurde. Mit dieser Hintergrundinformation lässt sich dann auch leicht erklären, warum die rasenden Reportergeschwister Enrico und Nadine samt Fotolady Tine die Auftaktband DIE SKLAVEN an diesem 18.07. nicht zu Gesicht bekamen. Zwar nehmen wir die Töne nur weit entfernt vom Parkplatz wahr, aber bei solch plattem Punk-Rock kräuseln sich einem die Fußnägel. Textzeilen wie „Anarchie in Germany“ gehören da noch zum gehobenen Repertoire. Leider setzt auch der Regen ein, was uns davon abhält, aus dem Auto zu steigen und Richtung Amphitheater zu wandern. Hobbymeteorologin Tine blickt aber schon wieder positiv in den Himmel und vermeldet euphorisch, dass es bald schon weniger wird. Just in dem Moment bricht der Himmel aber mal so richtig auf. Leute rennen um ihr Leben, Zelte fliegen gen Orbit und Enricos Kaffee wackelt auch schon.

Doch stimmungstechnisch scheint man vor der Bühne auch nicht allzu viel verpasst zu haben. Denn pünktlich zum Auftritt der nächsten Band AGE OF EVIL ist das Festivalgelände gähnend leer. Platz genug, sich genauestens umzusehen! Nur wenige Meter vom Aussichtspunkt des sagenumwobenen Loreleyfelsens befindet sich die 1939 erbaute Loreley-Freilichtbühne, welche in ein unfassbar schönes grünes Terrain eingebettet ist. Geniales Ambiente, makelloser Sound, beste Sicht von jeder Position aus. Doch der Großteil der MANOWAR-süchtigen Masse scheint sich dafür noch nicht begeistern zu können. Ob es am prall gefüllten Programm des Vorabends, der Uhrzeit oder dem fiesen Wechsel aus Regenwolken und erdrückendem Sonnenschein liegt, das Amphitheater strotzt vor Einsamkeit.
(Nadine)

Dabei treten AGE OF EVIL mit ihrem Sleaze Metal richtig Arsch. Vor einigen Jahren standen sie kurz vor dem Durchbruch, als sie Größen wie EDGUY oder DORO auf ihren Tourneen supporteten. Leider hörte man danach etwas weniger von den jungen Buben (der älteste ist 21!), was sich nun aber wieder ändern soll. Den Anfang macht ein hervorragender Auftritt auf dem Magic Circle Festival. Tolle Stimme (die streckenweise an Jokke von HARDCORE SUPERSTAR erinnert), starke Songs, nur leider vor noch viel zu wenigen Zuhörern. Gerade mal 20 Prozent (maximal) aller Gäste tummeln sich gegen 13 Uhr vor der Bühne. Bemerkenswert ist ebenfalls die Zeitplanung. Nach einer Stunde Live-Musik haben die Organisatoren bereits 15 Minuten Verzug. Reife Leistung!
(Enrico)

Danach ist es Zeit für CRYSTAL VIPER, mit zerschellenden Riffs zu protzen! Und was sollte man von einer Band aus dem polnischen Kattowitz schon anderes erwarten können, oder? Die mit Instrumenten bepackten Kumpanen positionieren sich auf der Bühne und lassen mit den ersten Takten noch nicht ganz erkennen, womit wir es nun zu tun haben. Doch als Sängerin Marta Kroczak-Gabriel alias Leather Wych ins Geschehen platzt, ist sofort klar, welches Spiel hier gespielt wird. Wie ein Stimmungsbolzen aus dem Bilderbuch feuert sie ihr prägnant wummerndes Stimmorgan an den Mann, als wollte sie versuchen, mit Wut, Hass und Aggression die fehlenden Festivalbesucher heranzulocken. Eine wunderschön melodische Leadführung schmiegt sich an unser Gehör, während donnernde Speed-Attacken die Beine gemächlich zum Schwingen bringen. Packende Riffs und wuchtige Metal-Hymnen – wär’ doch alles ganz schön, wenn Marta auch den Ton halten könnte. Plötzlich suchen die Besucher das Weite – eine erneute Regenhusche hat uns heimgesucht. So versuchen die Polen nun mit wehenden Fahnen, die fiesen grauen Wolkenmassen am Himmel zu vertreiben. Ob es funktioniert, ist fraglich, jedoch reicht es, um Wikinger anzulocken, die nun ebenfalls versuchen mit überdimensionalen Fahnen Thor Dampf unter dem Hintern zu machen. Dieser ist aber gerade beschäftigt und versucht die reißenden Riffs von „Shadows Of The Horizon“ an der Fahnenstange zu zocken. Das bringt nun auch die ersten Reihen in Stimmung, so dass die ersten Köpfe anfangen zu rollen – jedoch noch immer gemächlich. Mit „The Last Axeman“, bei dem Marta mit der Axt tanzt, beenden die Polen auch schon wieder ihren halbstündigen Auftritt. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht.

Plötzlich ergreift Mister Metal das Wort. Aufgefallen sei, dass einige Fahnenschwinger die nahegelegenen Bäume bzw. deren Äste missbrauchen, um sich Fahnenstangen zu basteln, die nun hoch über unseren Köpfen kreisen. Die erbetene Unterlassung richtet sich allerdings nicht an das Entfernen der Äste, sondern an das Umherwedeln dieser im Gesichtsfeld der anderen. Denn es sei ja unfair, wenn der Hintermann nichts mehr sehen würde, da er denselben Preis gezahlt habe. Böse Zungen könnten behaupten, dass nur die Besitzer des Supertickets ein Recht auf freie Sicht hätten. Die Anmerkung, dass diese Ansage keine Verhaltensänderung zur Folge hatte, erspart sich der Verfasser dieses Berichtes an dieser Stelle…
(Nadine)

Kurz darauf möchte auch Neill Johnson (Haus und Hof-Videochef von MANOWAR) etwas sagen. Bei ihm dreht es sich im die neue MANOWAR-EP, die es ab jetzt zu kaufen gibt. Nur doof, dass er alle Interessenten auf den Zeltplatz verweist. Seltsam. Denn dummerweise steht der Merchstand auch noch auf dem kostenpflichtigen Zeltplatz, so dass gar nicht alle potentiellen Käufer ihr Geld in CD-Scheiben eintauschen können.

Musikalisch ging es anschließend mit WIZARD weiter. Tja, was soll ich zu solchen Bands sagen? 08/15-Metal mit schlimmen Posen, schlimmen Mitgröhlmelodien und noch viel schlimmeren Texten. Prolliger Heavy Metal vom allerfeinsten hört eben nur auf Namen wie „Deceiver Of The Gods“, „Midgard Guardians“ oder „Hall Of Odin“. Hört sich wie die Setlist von AMON AMARTH an, klingt aber wie 659 andere True Metal-Bands. Das beste an diesem unglaublich truen Auftritt kommt von Sänger Sven, der mit einem Augenzwinkern erklärt, dass sie die Texte bewusst einfach halten, damit auch jeder mitsingen kann. Für soviel Ehrlichkeit bekommt dieser Auftritt zumindest einen Daumen nach oben. Leider verziehen wir uns nach ca. der Hälfte des Auftrittes in das anliegende Besucherzentrum, da ein gemeiner Platzregen einsetzt. Auch die anschließend aufspielenden JACK STARR’S BURNING STARR haben mit den Wetterkapriolen zu kämpfen, weshalb wir leider im Trockenen auf besseres Wetter warten.

Dann ist es Zeit für einen der Höhepunkte des Nachmittagprogramms: VAN CANTO. Offensichtlich haben sich die Qualitäten der A cappella Band herumgesprochen, anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Location sichtlich gefüllt hat. Auf wenn der Auftritt überraschend gut bei den bodenständigen Metallern ankommt, frag ich mich doch, wer auf die Idee gekommen ist, Gitarrensounds mit dem Mund zu produzieren. Klar, es ist witzig… für eine halbe Minute. Aber dann möchte man doch bitte irgendeinen Gitarrengott auf die Bühne schicken, und diesem Spuk ein Ende bereiten. Ich mein, wo ist der Sinn dahinter? Trotzdem oder vielleicht auch deshalb kommt gerade die Version von MANOWARs „Kings Of Metal“ ausgezeichnet an. Warum nur? Vor allem, weil die Jungs und Mädel Inga anscheinend ein Gespür für gute Melodien haben. „Quest For Roar“ ist so ein Beispiel. Ein hervorragender Song, der allerdings hier und heute unter den doch eher schwachen Gesangsleistungen der beiden Protagonisten leidet. Noch schlimmer wird es beim wunderschönen „Speed Of Light“, das ich irgendwann bitte einmal mit echten Gitarren hören möchte. Sänger Philip krächzt hier was zusammen, dass es auf keine Kuhhaut kommt. Nach „The Mission“ ist der recht kurze Auftritt auch schon wieder zu Ende. Kurz auf die Uhr geschaut – huh, da fehlen aber noch mindestens fünf Minuten. Und als ob sie gewusst hätten, dass sie die Gewinner des Nachmittags werden, kommen sie nach den Zugabe-Rufen auch noch einmal auf die Bühne und brettern „Kings Of Metal“ ein weiteres Mal aus den Boxen. Autsch! Cheap Pops nennt man so was.

Nun kommen wir zum absoluten Lowlight des Tages: METALFORCE. Warum MANOWAR sich diese Klone auf die Bühne holt, grenzt fast schon an Wahnsinn. Denn jedem MANOWAR-Freund wird vor Augen gehalten, wie einfach es ist, einen halbwegs ordentlichen True Metal-Song auf die Bretter zu legen. Man braucht nicht mal Talent, man muss nur die Vorbilder nachspielen. Selbst die Posen von Sänger Tarek sind eins zu eins von Sängergott Eric Adams geklaut. Diese Band ist eigentlich eine Beleidigung für jeden MANOWAR-Fan. Aber nein, was seh ich? Alle feiern und das obwohl es dieses Jahr gar kein Freibier gibt. Songs wie „Metallaw“, „Freedom Warriors“ oder „Metal To The Stadium“ sind dermaßen platt, dass man den Regengott anbetet, doch bitte wieder die Wolken zu öffnen. Aber nein, die Sonne scheint, die Regengötter hat es wohl bei derartigen Klängen vertrieben. Sprüche wie „Ihr seht aus wie eine Armee von Kriegern“ lassen mich mit stolz auf meine Zivi-Vergangenheit zurückblicken. Aber der Kracher kommt noch. Tarek holt noch die absolute Verdummungspeitsche aus seiner Hose und erzählt, dass die Band ihren ersten Auftritt vor einem Jahr hatte. Ich lach mich schlapp. Vor einem Jahr wurde aus der Band MAJESTY die Band METALFORCE. Und auf einmal gibt es die Vergangenheit nicht mehr? Lustig, dass Tarek auch noch erwähnt, dass sie seit ihrem Gründungs-Gig hier zum ersten Mal wieder auf einer Bühne stehen. Ich frag mich nur warum? Zum Glück kommen die Regenwolken doch zurück und haben mit mir Erbarmen. Wieso sich MANOWAR nur Bands ins Vorprogramm holen, die genau wie sie selbst klingen? Das vertreibt echt die Vorfreude auf die Kings Of Metal. Irgendwann ist der nächste Teil der musikalischen Gleichschaltung beendet. Wo ist bitte etwas Abwechslung?
(Enrico)

Nach einem kurzen Stopp auf dem Campingplatz, bei dem wir hören, dass DOMAIN EDGUYS „Tears Of Mandrake“ covern (was für ein leckerer Song), geht es nun frisch mit Energie getankt, weiter mit HOLYHELL. Die US-amerikanischen Powermetaller ziehen vom Fleck weg alle Aufmerksamkeit auf sich und Sängerin Maria Breon beweist, dass Frauengesang auch alles andere als Nervenzermürbend sein kann. Dass nahezu alle MANOWAR Mitglieder bei dieser Band ihre Finger mit im Spiel haben, ist kein Geheimnis. Der ehemalige Drummer Kenny „Rhino“ Earl bestreitet seine Arbeit auch hier an den Drums, das Release ihres Debüt-Albums musste verschoben werden, damit HOLYHELL zusammen mit MANOWAR 2007 auf Tour gehen konnten und nebenher sind alle Songs von HOLYHELL von Joey deMaio höchstpersönlich geschrieben und produziert. Nebenher teilt sich MANOWAR Sänger Eric mit Maria die Gesangsparts auf „Phantom Of The Opera“. Nach einem mühseligen Opener stellt der Fünfer sein Können heute unter Beweis. Mit „Gates Of Hell“ wird stolz die Keule erhoben und wilde Gitarren werden geschwungen. Maria, die eine klassische Gesangsausbildung vorweisen kann, weiß mit ihrem engelsgleichen Stimmorgan die Massen zu begeistern. Doch Blickfang schlechthin stellt Gitarrist Joe Stump dar. Optisch an Nikki Sixx erinnernd zieht er ein fleischendes Gitarrensolo nach dem anderen von den Saiten – erste Sahne! Das Gelände füllt sich nun zunehmend, verliebte Pärchen werden inspiriert, Trunkenbolde verlieren das Gleichgewicht unter den Füßen. Stilistisch in den Regionen von NIGHTWISH schwebend, jedoch mit etwas mehr Härte aufgepumpt, wissen HOLYHELL heute eigentlich recht gut zu würzen. Die Monotonie, welche sich jedoch nach „Revelations“, „Wings Of Light“, „Armageddon“, Angel Of Darkness“ und „Prophecy“ so langsam einschleicht, kompensiert Joe Stump bei fast jedem Titel mit absolut geilen Soloeinlagen. Dafür bekommt er einen Daumen. Die Show des MANOWAR-Spielzeugs wird beendet mit „Apocalypse“ und Joes glänzenden Einlagen an der Fuss-Gitarre! Danke und ab…

Doch bevor wir mit ULYTAU andere musikalische Gefilde betreten, reißt Joey deMaio das Wort an sich und kündigt die nächste Band höchstpersönlich an. Das Stimmungs- und Begeisterungsbarometer schlägt sofort Alarm und mich beschleicht die Vermutung, dass es fast egal wäre, wer jetzt als nächstes auf die Bühne kommen würde, die Freude wär so schnell nicht zu kippen. Doch entgegen dieser Erwartung, beweisen nun ULYTAU aus Kasachstan, dass sie einiges auf dem Kasten haben. Die Band verbindet den westlichen und östlichen Kulturkreis durch moderne Rockmusik mit klassischen Stücken von Bach, Vivaldi, Paganini, Dauletkerey, Tattimbet oder Tlendiev. Das Sextett konzentriert sich dabei vollends auf Geige, Klavier, Gitarre, Bass, Drums und dem traditionellen Spiel der Dombra (ein weit verbreitetes Zupfinstrument in Zentralasien), denn auf Gesang wird hierbei komplett verzichtet. Die Fans stolz wie Oskar posieren mit Kasachstan-Fahnen für unsere Kameras und tanzen wild durch die Reihen. Zu der leidenschaftlich pfeffernden Metal-Folklore versammeln sich die Gladiatoren in den ersten Reihen, während der Rest der bösen Metaller der Freilichtbühne brav den Rhythmus mitklatscht. Technisch befindet sich das Instrumentenspiel auf höchstem Niveau, was auch das Debüt-Album „Two Warriors“ beweist. Jedoch geht auf Dauer aufgrund der zu starken Nähe zu bekannten Klassik-Klassikern, die persönliche Note etwas verloren. Dennoch, sehens- bzw. hörenswert ist das Sextett aus Kasachstan definitiv!

Der Countdown läuft. Noch eine Band, dann wird MANOWAR euer Gehör erschüttern. Ob diese Position in der Running Order nun ein Segen oder Fluch ist, ist wohl Ansichtssache. Heute sei die Aufgabe, es herauszufinden, an KINGDOM COME, die von viele Kritikern als LED ZEPPELIN Nachfolger gefeiert werden. Treibende Kraft und einziges seit der Gründung erhaltenes Mitglied dieser Hard Rock Band besteht in dem deutschen Allroundtalent Lenny Wolf. Gesetzt wird hierbei auf wie bereits erwähnte LED ZEPPELIN Stil, guten soliden harten Rock, ohne dabei auf die Old School Schiene abzugleiten. Doch leider bewegen wir uns heute die meiste Zeit in einem recht schnarchigen Midtempo und das ganze Paket wirkt zu einigen Vorgängern des heutigen Tages ziemlich sperrig. Da ist es egal, ob es sich um alteingesessene Klassiker wie „Get It On“ vom 1988 erschienenen Debüt „Kingdom Come“ oder aktuelleren Tracks handelt, das Stimmungsbarometer auf der Loreley zeigt ziemliche Flaute an. Gefährliche Riffs, an denen man zerschellen könnte, sind hier leider nicht aufzufinden. Die Masse hat nur noch eines im Kopf und dass ist die Ankunft der Metal-Heroen Manowar!!! Dass Lenny Wolf was drauf hat und für seine Arbeit zu bewundern ist, ist nicht zu bezweifeln, nur heute hat er leider nicht aus den Vollen geschöpft.
(Nadine)

Nach so viel Vorprogramm ist es aber nun endlich Zeit für die Kings Of Metal. Nach dem üblichen MANOWAR-Intro samt „Manowar“ folgen zwei Stunden True Metal vom allerfeinsten…würde ich normalerweise schreiben. Aber heute nicht. Bisher dachte ich immer, MANOWAR können gar keine durchschnittliche (von schlecht will ich da gar nicht reden) Show spielen, so beweisen sie mir heute das Gegenteil. Ob es die Gleichförmigkeit der Vorbands war, die Krankheit von Joey DeMaio oder der Soundmann, irgendwas fehlte heute. Laut war es heute auch nicht. Ich glaube sogar, dass mir die Ohren bei AGE OV EVIL mehr geklingelt haben. Die vier Metalkrieger spielen heute leider einfach nur ihren Stiefel herunter. Keine Show, keine dummen Sprüche, einfach nur ein ganz normales Konzert. Das ist zwar in Ordnung, aber von MANOWAR war man bisher immer etwas besonders gewöhnt. Das fehlte heute. Einzig Eric begrüßt das Publikum und freut sich, hier auf dieser wunderschönen Bühne zu spielen und die sensationelle Natur genießen zu dürfen. Dennoch muss sich heute auch Eric gefallen lassen, dass er nicht den besten Tag hat. Bei den hohen Tönen bricht er immer wieder ab und geht einen Ton herunter, statt wie auf Scheibe hochzugehen. Das ist schade und reiht sich nahtlos in einen blutleeren Auftritt ein, der viele Klassiker vermissen lässt. Klar, die perfekte Setlist eines MANOWAR-Gigs würde ca. 50 Songs beinhalten, aber das heutige Programm ist ein spannungsarmes „Auf Nummer Sicher gehen“. Zwar hören die deutschen Fans „Sleipnir“ zum ersten Mal live, aber das ist es dann auch schon an Überraschung gewesen. Nach nicht einmal 90 Minuten verlassen die Jungs die Bühne und hinterlassen ein sichtlich verwundertes Publikum zurück.

Doch kurz darauf schlägt Joeys große Stunde. Er kommt mit Mikro auf die Bühne und hetzt über das „Shithole“ Loreley. Und ja, all die Fans, die vorhin noch Eric zustimmten, jubeln ihrem Gott zu. Meine Fresse, ich halt es kaum noch aus. Während Nadine am mentalen Würgen ist, hetzt Joey über die teure Location (die sie sich wahrscheinlich, man munkelt, selbst ausgesucht haben) und dass man hier nie wieder herkommen wird. Er schimpft mal wieder über die Presse (gähn) und dass die Zukunft im Internet liege. Und deswegen gibt es auch für alle Stubenhocker ohne Freunde bald endlich ein MANOWAR-Computerspiel. Herrlich! Also bisher mochte ich Joeys Reden immer, auch weil sie so herrlich polarisierten. Aber heute hat es sich bei mir verschissen. Joey holt den guten Wolfgang Hohlbein auf die Bühne, der wirklich nett und sympathisch zu den Fans spricht und die Musik reden lassen möchte. Das tun die Jungs auch und spielen als Zugabe die komplette neue „Thunder In The Sky“-EP. Jedoch genauso uninspiriert wie die vorherigen 90 Minuten. „Father“ geht dabei komplett unter und zeigt das fehlende Timing des heutigen Abends deutlich. Nach „God Or Man“ ist Schluss und die vier Amis ziehen wort- und grußlos von der Bühne. Ich frag mich echt, warum Joey seine schlechte Laune an den Fans auslässt und ihnen so einen unwürdigen Abschied bietet. Ganz schwach. „The Crown And The Ring“ erklingt aus den Lautsprecher, alle singen mit und nach nicht einmal zwei Stunden ist auch schon wieder alles vorbei. Gut, dass der Auftritt mit zweieinhalb Stunden angekündigt wurde.
(Enrico)

Setlist MANOWAR
Manowar
Blood Of My Enemies
Hand Of Doom
Brothers Of Metal
Call To Arms
Heart Of Steel
Sleipnir
Loki
Kings Of Metal
Eric’s „Scream Along“ Game
Joey’s Bass Solo
The Gods Made Heavy Metal
Fast Taker
Warriors Of The World
Kill With Power
Hail And Kill

Joey’s Speech
Hohlbein’s Speech

Thunder In The Sky
Let The Gods Decide
Father
Die With Honor
God Or Man
The Crown And The Ring (Outro Version)

Das Ein-Tages-Festival ist hiermit beendet. Die Masse schleppt sich zum teuer erkauften Zeltplatz. Es ist noch eine ganze Nacht lang Zeit, um sich gegenseitig zu beweisen, was wahrer Metal ist. Ob sich für diesen Preis das Gebotene bezahlt gemacht hat? Wohl nur für den, der MANOWAR in allen Widersprüchen, Launen und diversen imitierten Varianten zu huldigen weiß…

Copyright Fotos: Tine Kersten

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