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MANDO DIAO – GHOST OF TOM JOAD

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 11.04.2008

Dieser Freitag stand ganz im Zeichen von „Eine Nacht in Bielefeld“, zu der 1LIVE mit elf Veranstaltungen in die Leineweberstadt geladen hatte. Da konnte natürlich auch der Terrorverlag nicht fernbleiben! Zwar waren wir nicht schon morgens um 5.00 Uhr in der Sendezentrale im Miner’s Coffee, aber pünktlich um 18.30 Uhr fanden wir uns im Ringlokschuppen ein, in dem die Schweden von MANDO DIAO aufspielen wollten. Die Schlange, die fast bis zur Straße reichte, bestätigte die Ansage, dass auch dieses Konzert wie fast alle anderen Events ausverkauft war.

Nach dem Öffnen der Türen fanden die 2.500 Leute aber unproblematisch Einlass und Platz, so dass 1LIVE-Moderator Ingo Schmoll kurz nach 19.00 Uhr die Anwesenden begrüßen und die Münsteraner Indies GHOST OF TOM JOAD ankündigen konnte, die den heutigen Abend für MANDO DIAO eröffnen durften. Im Gepäck hatten Henrik Roger (Gesang & Gitarre), Jens Mehring (Bass & Gesang) und Christoph Schneider (Schlagzeug & Gesang) ihre Debütscheibe „No Sleep Until Ostkreuz“, von dem sie sieben Songs präsentierten. Das Trio legte gleich kraftvoll mit „Learning By Dying“ los und ließen bei „Is This What You Call A Fronterlebnis?“ eine Drumeinlage von Bassist Jens folgen. Trotz des treibenden Sounds blieben die Ostwestfalen noch eher zurückhaltend, spendeten jedoch „Survivre n’est pas vivre“ freundlichen Applaus und ließen sich auch durchaus zum Mitklatschen animieren. Nach einem kurzen Verschnaufer bei „I’ll Be There“, gab’s mit „Renegades of Love“ wieder das volle Programm, bevor „Unterwegs“ die erste halbe Stunde knackig beendete.

Setlist GHOST OF TOM JOAD
Learning By Dying
Is This What You Call A Fronterlebnis?
Survivre n’est pas vivre
?
I’ll Be There
Renegades of Love
Unterwegs

Nun hieß es geduldig sein, denn MANDO DIAO ließen 50 Minuten auf sich warten. Nicht gut für mich, wollte ich doch im Anschluss gleich weiter in den Kamp, wo KETTCAR und deren Support GET WELL SOON ab 21.00 Uhr vor ebenfalls vollem Haus rocken wollten. Aber das Warten hatte sich gelohnt, denn Björn Hans-Erik Dixgård (Gesang & Gitarre), Gustaf Erik Norén (Gesang & Gitarre), Carl-Johan Fogelklou (Bass & Backing Vocals), Samuel Giers (Drums) und Mats Björke (Keyboard & Backing Vocals) ließen die kommenden 80 Minuten wie im Fluge vergehen. Nachdem das Intro verklungen war, starteten die Schweden mit dem scheppernden „One Blood“ ihrer 2007er VÖ „Never Seen The Light of Day“ und zeigten mit dem folgenden „White Wall“, dass die Bielefelder keineswegs zurückhaltend sein müssen. Bereits zu diesem Zeitpunkt tanzte und hüpfte der Ringlokschuppen, dass es eine Freude war. Belohnt wurden sie mit dem Wohlfühlsong „The Wildfire“ vom Vorgängeralbum „Ode To Ochrasy“ aus 2006, bei dem erstmals auch ein Saxofonist und Trompeter mitwirkten, die auch bei „Mexican Hardcore“ mit von der Partie waren. Die aktuelle Singleauskopplung „Never Seen The Light of Day” lieferte den ersten Höhepunkt des Gigs, den die Jungs nach ihrer bereits abgeschlossenen Deutschlandtour noch fix eingeschoben haben, bevor es nach Japan geht. Ehrensache für die Fans, dass hier aus vollem Hals mitgesungen wurde. Textschwierigkeiten gab es keine, schließlich läuft der Song bei 1LIVE auch auf Heavy Rotation. Mit „TV And Me“ ging’s flockig weiter, dann verwandelte sich zu „Good Morning, Herr Horst“ das alte Gemäuer erneut in einen Hexenkessel. Besonders hörenswert war auch „Dalarna“, das einen Slow-Motion-Start mit Rhythmussektion und Bläsern bot, während die beiden Fronter im Off verschwunden waren. Natürlich kamen die beiden alsbald wieder zurück, um es richtig krachen zu lassen. Dass aber auch etwas ruhiger Stücke ihren Reiz haben, bewiesen MANDO DIAO, die inzwischen seit neun Jahren existieren, mit der Hymne „Welcome Home, Luc Robitaille“ und einer A cappella-Einlage bei „All My Senses“ vom zweiten Album „Hurricane Bar“, mit dem den Herrschaften aus Borlänge 2005 der endgültige Durchbruch gelang. Inzwischen waren nicht nur die Musiker auf der Stage schweißgebadet, auch das Publikum hatte sich ausreichend warm getanzt, so dass das finale Hit-Feuerwerk starten konnte. Den Anfang machte „God Knows“, dann setzte „Long Before Rock’N’Roll“ noch eins drauf. Im Ringlokschuppen gab es jetzt kein Halten mehr und da wollten MANDO DIAO einfach gehen! Das kam natürlich überhaupt nicht in Frage und so kehrte das Quintett noch mal zurück, um mit der ersten nationalen Single „Sheepdog“ vom Debüt „Bring ‚Em In“ zu punkten, nachdem die Band vorgestellt worden war. Fehlte noch „Down In The Past“, bei dem Samuel inzwischen mit blankem Oberkörper hinter seiner Schießbude saß, um das Auditorium vollends zufrieden zu stellen.

Ein mitreißendes Konzert mit tollen Songs, die durch schöne Lichteffekte wunderbar optisch unterstützt wurden. MANDO DIAO hatten ihre Fans von der ersten Minute an im Griff und mir lief die Zeit davon, da ich inzwischen schon GET WELL SOON im Kamp verpasst hatte. Wer wollte, konnte jedoch auch gleich im Ringlok bleiben, wo noch die 1LIVE Charts-Party steigen sollte.

Setlist MANDO DIAO
One Blood
White Wall
The Wildfire
Mexican Hardcore
Never Seen The Light of Day
TV And Me
Good Morning, Herr Horst
Train On Fire
Dalarna
Welcome Home, Luc Robitaille
All My Senses
Song For Aberdeen
If I Don’t Live Today, Then I Might Be Here Tomorrow
God Knows
Long Before Rock’N’Roll

Sheepdog
Down In The Past

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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