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MANFRED MANN’S EARTH BAND

Ort: Paderborn - Capitol

Datum: 12.05.2010

Für die Fans des Classic Rock herrschen aktuell paradiesische Zeiten im Paderborner Capitol. Nach THE SWEET und vor NAZARETH steht heute MANFRED MANN’S EARTH BAND auf der Bühne. Kurz vor dem 40jährigen Bandjubiläum darf von den Gründungsmitgliedern neben dem Namensgeber noch Gitarrist Mick Rogers begrüßt werden.

Als Opener steht heute das BRUCE SPRINGSTEEN Cover „Spirits In The Night“ auf dem Programm. Überhaupt gilt es ja als Markenzeichen von Manfred Mann, die Songs anderer Künstler zu veredeln und (besonders in den Live-Versionen) diese um ausgedehnte Instrumentalteile zu ergänzen. Ein gutes Beispiel für diese Kunst gibt es wenig später mit „Martha’s Madman“ vom Erfolgsalbum „Watch“, das sehr schön das mitreißende Zusammenspiel (oder passt besser Duell?) von Gitarrist und Keyboarder aufzeigt. Während der gesamter Show präsentiert sich Manfred hinter seinem Keyboard-Turm äußerst agil, was sich u.a. in heftigen Hüpfbewegungen äußert. Hohe Anerkennung ist Mick Rogers gewiss, weil er immer wieder furios aufspielt und auf das Europaleague-Endspiel mit Beteiligung seines FC Fulham verzichtet. Sänger Peter Cox, erst im letzten Jahr dazugestoßen, ist der Frischling des Fünfers. Natürlich ist es bei einigen Songs etwas gewöhnungsbedürftig, diese nicht mit der gewohnten Stimme von Chris Thompson zu hören. Ein guter seines Fachs ist Peter Cox aber allemal. In der Mitte des Sets sorgt eine Rock ’n Roll Einlage von Mick Rogers für Abwechslung, die u.a. den STONES-Klassiker „It’s All Over Now“ enthält. Einen Klassiker aus dem eigenen Repertoire stellt ohne Zweifel „Father Of Day, Father Of Night“ dar. Hier spielt sich die Band quasi in einen Rausch und erntet vom Publikum die verdienten Ovationen. Im nach gut 90 Minuten beendeten Hauptteil dürfen die Smasher „Don’t Kill It Carol“, „Blinded By The Light“ (Nummer 1 Hit in den USA) sowie „Davy’s On The Road Again“ nicht fehlen. Die Zugabe beinhaltet mit „Mighty Quinn“ nur einen einzigen Song, aber dafür selbstverständlich in der XXXL-Version.

Und damit leiten wir direkt zu einem Kritikpunkt über. So beeindruckend die Fertigkeiten der anwesenden Musiker sind, insgesamt wäre etwas Selbstbeschränkung zugunsten von ein paar zusätzlichen Titeln angebracht gewesen. Wer im Publikum hätte nicht gerne auch „California“, „You Angel You“ oder „For You“ gehört?! Unterm Strich überwiegen jedoch deutlich die Eindrücke einer toll aufspielenden Band in einem sehr gut besuchten Capitol.

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