Konzert Filter

MARDUK – IMMOLATION – FORSAKEN WORLD – DE PROFUNDIS

Ort: Bad Oeynhausen - Druckerei

Datum: 08.10.2012

Sicherlich gehört Bad Oeynhausen nicht zu den regelmäßigen Stationen, wenn es um Metal-Tourneen geht. Aber wenn, dann auch richtig. So konnte man in der Vergangenheit bereits namhafte Acts wie SONIC SYNDICATE, NEAERA oder OBITUARY in die Druckerei holen und auch MARDUK sowie IMMOLATION sind bekannterweise „schwere“ Geschütze! Umso überraschender war die recht übersichtliche Zahl von Anwesenden, die bei meinem Eintreffen zu verzeichnen war. Aber gut, gerade bei 5 Bands erscheinen viele Leutchen doch erst, wenn die Hauptacts an den Start gehen. So auch an diesem Abend, an dem sich der Laden zu IMMOLATION hin doch noch deutlich füllen sollte!

Zu Beginn allerdings war erstmal festzustellen, dass gegen 19 Uhr bereits der Umbau zu DE PROFUNDIS im Gange war, man also BEYOND DEAD BURIED verpasst hatte. Wirklich verpasst hatte man laut einhelliger Meinung aber wohl nichts, also schauen, was die Briten-Deather zu bieten hatten. Diese hatten es aufgrund der bis dahin mageren Gäste-Zahl natürlich nicht leicht und ihr kantiger und teils vertrackter Death Metal machte es nicht einfacher. Keine Frage, die Jungs können zocken und ihre Songs haben Hand und Fuß. Dennoch gelingt es gerade bei komplexerer Kost live nicht Jedem, Zugang zu den Tracks zu finden. Zumal die Aufmerksamkeit bei recht unbekannten Support-Bands eh nur begrenzt ist. Und bei einer leicht abzählbaren Menge an Leutchens noch mit Anfeuerungs-Rufen zu versuchen, Stimmung zu machen, war zwar eine löbliche Absicht von Shouter Craig Land, wirkte in dieser Situation dann aber doch etwas albern. Naja… das Schicksal eines Supports…

Als kurz danach bereits FORSAKEN WORLD die Bühne stürmten, hab ich mich erst gefragt, ob die Jungs denn um diese Zeit noch nicht im Bettchen sein müssten, wirkten die Franzosen doch noch sehr jung. Und tatsächlich haben Sänger Dyp und Gitarrist Flyshredd ihre Band erst 2010 gegründet und nach ihrem Debüt „As Time Reflects Our End“ nun ein komplettes Live-Line up beisammen und prompt einen Slot auf der MARDUK-Tour ergattert. Und das berechtigt, denn mit ihrem flotten Melodic Death/ Black mit ordentlicher CALIBAN-Schlagseite wussten FORSAKEN WORLD durchaus zu gefallen. Satter Sound, packende und kurzweilige Songs in einer gelungenen Kombi aus Härte, Melodie und kantigen Breaks… das passte auf den Punkt zusammen und vor allem Mitgründer Flyshredd wusste mit spielerischen Finessen zu überzeugen, wie auch Shouter Dyp mit vielseitigen Vocals punkten konnte. Alleine das Corpsepaint will nicht so ganz in das Gesamtbild passen, erwartet man doch aufgrund des Auftretens eine brachial-direktere musikalische Ausrichtung! Dennoch sollte man diese Jungs durchaus im Auge behalten!

Wie zu erwarten hatte sich die Druckerei nun ordentlich gefüllt und diese Menge bewegte sich nun dann auch direkt vor die Bühne. Kein Wunder, sind IMMOLATION doch seit über 20 Jahren eine wahre Bank, was technisch versierten US-Death Metal angeht. Und so war die Stimmung gleich top, als Monster-Mähne Ross Dolan (Bass/ Vocals), Robert Vigna (Gitarre) und ihre Gefolgsleute die Bühne enterten und mächtig mit „Close to a World below“ los donnerten. Und einmal in Fahrt ließen sich die Amis auch nicht mehr stoppen. Ob nun „Swarm of Terror“, „Majesty and Decay“, „No Jesus No Beast“ oder die Ur-Granate „Under the Supreme“… hier kachelte eine kantige Death Metal-Walze nach der anderen von der Bühne, bei denen Ross Dolan growlte wie zu besten Tagen und Robert Vigna wie ein Derwisch mit seiner Axt umherwuchtelte, dass man sich fragt, wie der dabei noch so fett zocken kann. Von dieser Energie ließen sich natürlich auch die Fans schnell anstecken und sorgten für ordentlich Mähnen-Rotation vor der Bühne. Da ließ man sich auch von kurzen technischen Problemchen nicht aus dem Konzept bringen. IMMOLATION sind und bleiben eine Macht, vor allem wenn man zum Finale noch ein „Spawn of Possession“ aus dem Köcher holt! Fett!

Setlist IMMOLATION
Close to a World below
Swarm of Terror
Majesty and Decay
Father, You’re not a Father
The Weight of Devotion
Into Everlasting Fire
A Glorious Epoch
Under the Supreme
Unholy Cult
No Jesus No Beast
Spawn of Possession

Technische Schwierigkeiten ließen dann allerdings den Beginn von MARDUK erst ein wenig später zu, als man erwartet hatte. Dann allerdings war alles bereit, Lichter wurden abgedunkelt, Nebel erfüllt die Bühne und es konnte losgehen. Nachdem sich Fronter Mortuus zu Beginn seines Engagements bei den schwedischen Black Metal-Pionieren als Nachfolger des großartigen Legion verständlicherweise etwas schwer getan hatte, ist er in den letzten Jahren live wie auch auf Platte zu einer wahren Macht geworden. Und auch nach bereits gut 80 Gigs seit dem Release von „Serpent Sermon“ waren weder bei ihm noch bei der Rest der Band Ermüdungserscheinungen auszumachen. So prügelten sich MARDUK durch einen packenden Querschnitt ihrer Historie, der neben neueren Granaten wie „The Levelling Dust“ oder „Throne of Rats“ und alten Vollangriffen wie „On Darkened Wings“ auch die neue, doomige Dampframme „Temple of Decay“ dar bot, nicht nur meines Erachtens einer der besten Songs des aktuellen Albums. Natürlich durften auch Black Metal-Meilensteine wie „Panzerdivision Marduk“, „Baptism by Fire“ oder „Slay the Nazarene“ nicht fehlen und wieder einmal war es überaus beeindruckend, welche Kraft Gitarrist Morgan Steinmeyer Hakansson als einziger Axtmann live entfachen kann. So lief die Show eigentlich genauso, wie sich MARDUK immer beschreiben: „In your Face“! Keine besonderen Bühnenaufbauten oder sonstwas. Einstöpseln… Vollgas! So passte manchmal nicht mal mehr ein Blatt Papier zwischen Band und halbwegs gut abgehenden Fans, wobei sich der eine oder andere nicht nur als sehr textsicher erwies, sondern Mortuus und Morgan auch fast wortwörtlich direkt ins Gesicht brüllte. Und nicht vergessen sollte man Drummer Lars Broddesson, den vor MARDUK kaum einer kannte und der ein wahres Tier am Kit ist! Zu bemerken war auch, dass MARDUK einige langsamere Passagen (ja, die gibt es wirklich!) aus den Songs kürzten. Das gab den Songs zwar durchaus mehr Geradlinigkeit, aber gerade beim abschließenden, neuen Über-Werk „Souls for Belial“ fehlte so doch der markante Mittelpart. Nach dieser schnörkellosen Vollbedienung schienen so einige schon genug zu haben, denn vor der Bühne leerte es sich doch recht fix und nur zaghaft erhallten „Zugabe“-Rufe. Diese allerdings wurden dann mit einem gnadenlos runtergeholzten „With Satan and Victorious Weapons“ belohnt. Dies blieb dann allerdings die einzige Zugabe, ein zuletzt oft noch zusätzlich abgefeuertes „Wolves“ blieb heute aus.

Setlist MARDUK
Serpent Sermon
Nowhere, No-One, Nothing
The Levelling Dust
The Black Tormentor of Satan
On Darkened Wings
Slay the Nazarene
Temple of Decay
Throne of Rats
Deme Quaden Thyrane
Within the Abyss
Baptism by Fire
Panzerdivision Marduk
Souls for Belial

With Satan and Victorious Weapons

So kann man sich zweier Sachen sicher sein. MARDUK-Chef Morgan Steinmeyer Hakansson schafft es zu jeder Zeit, ein äußerst schlagkräftiges Line Up aufzufahren und wenn in der Druckerei eine „Metal Attack“ stattfindet, dann eine richtige!

Copyright Fotos: Michael Werneke

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DE PROFUNDIS auf terrorverlag.com

Mehr zu FORSAKEN WORLD auf terrorverlag.com

Mehr zu IMMOLATION auf terrorverlag.com

Mehr zu MARDUK auf terrorverlag.com