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MARIA MENA – MARIHA

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 08.03.2009

Selbst als Vielkonzertbesucher freut man sich auf manche Gigs noch ein kleines bisschen mehr als auf die restlichen. Seit MARIA MENA auf der musikalischen Bildfläche erschienen ist, laufen ihre CDs bei mir auf Dauerrotation und ihr im November 2008 erschienenes Album „Cause and effect“ gehörte für mich zu den besten Veröffentlichungen des vergangenen Jahres. Trotzdem hatte ich bislang keine Gelegenheit, mir die hübsche Norwegerin live anzuschauen, was sich heute Abend endlich ändern sollte.

Doch zunächst trat im mit geschätzten 2000 Besuchern locker gefüllten großen Saal des Ringlokschuppens MARIHA mit zwei Mitstreitern auf die Bühne. Die in Münster geborene Wahlhamburgerin debütierte 2006 mit ihrem Album „Elementary Seeking“ (dessen Titelsong Til Schweiger für den Soundtrack seines Films „Barfuß“ auswählte) und eröffnete den Abend mit zwei Songs daraus: „Free now“ und der Single „It hurts“, die ihr seinerzeit einen kleinen Radiohit beschert hatte. Nur von Johannes an der Gitarre zur Rechten und Lucius an Percussions zur Linken begleitet, gab MARIHA mit den folgenden 3 Titeln einen Vorgeschmack auf ihr im Sommer erscheinendes zweites Album „Another lover“. Insgesamt erinnerte der Sound ein wenig an SHERYL CROW und gestaltet sich auf CD sicherlich noch facettenreicher als bei der hier gebotenen „Unplugged“ Session, die mit dem SUPERTRAMP-Cover „Take the long way home“ bereits nach 25 Minuten ihr Ende fand. Gefällige Singer-/ Songwriter Mucke, charmant und unprätentiös vorgetragen, die mit warmherzigem Applaus bedacht wurde.

Setlist MARIHA
Free now
It hurts
I don’t want to party
Another lover
Heart keeps beating
Take the long way home (SUPERTRAMP-Cover)

Kurz vor 21 Uhr enterte dann MARIA MENA im senffarbenen Babydoll mit roter Blume im Haar mit 5 dezent in schwarz gekleideten Herren die Bühne, um mit „Cause and effect“, „You’re the only one“ und „He’s hurting me“ gleich voller Verve durchzustarten. Eine etwas andere Live-Instrumentalisierung wie zum Beispiel der Einsatz einer Mundharmonika verlieh den Stücken zur gewohnten CD-Version neue Aspekte, von bunten Projektionen im Hintergrund adäquat ergänzt. Dieser kraftvolle Auftakt wurde denn auch entsprechend vom Publikum mit lautstarkem Applaus goutiert und Frau Mena zeigte sich den restlichen Abend über gut gelaunt und sehr redselig. So erzählte sie oft über die Motivation oder den Auslöser für einen Song, wie beim nun folgenden ruhigen „Nevermind me“, dass als „Dankeschön“ an eine verflossene Liebschaft gedacht war oder verriet etwas über ihre Schwäche für die Musik von XAVIER NAIDOO und stimmte gleich die ersten Takte von „20.000 Meilen“ an. Bei „All this time“ hatte sie das Publikum bereits voll im Griff und konnte sich auf lautstarke Unterstützung verlassen. Weiter ging es mit „Sorry“ und ihrer Jugendliebe zu einem Emo, der dann leider doch nicht „emo enough“ war, um ihre Liebe zu erwidern. Doch Frau Mena hat ihre große Liebe gefunden, eines Tages saß er ihr bei einem Interview gegenüber und ihm schrieb sie ihren Song „Where were you“, weil sie ihn so gerne schon viel eher getroffen hätte. Nur mit Pianoklängen unterstützt und zusammen mit ihrem Keyboarder zweistimmig vorgetragen, war nun Gänsehautfeeling und Romantik pur angesagt, ehe die Darbietung mit voller Besetzung und „This bottle of wine“ wieder an Fahrt gewann. „Boytoy Baby“ wurde für weitere Interaktionen mit dem Publikum genutzt, „I’m in love“ lud zum Kuscheln und gemeinsamen Schunkeln ein, um sich nun dem dramatischen Repertoire zu widmen: „Self-fulfilling prophecy“, schon auf dem Album eines meiner Favoriten, wurde auch heute Abend voller Expressivität vorgetragen und verfehlte seine Wirkung nicht. Ihm auf dem Fuße dann nach dem ordentlichen Rocker „Your glasses“ ein weiterer Höhepunkt: „Eyesore“, ein Song, den Maria nach Überwindung ihrer Magersucht geschrieben hat, ebenfalls sehr emotional und stimmgewaltig dargeboten. Mit „ Belly up“ ging es wieder beschwingter weiter, die tränentreibende Erfolgssingle „Just hold me“ durfte natürlich auch nicht fehlen, ehe das reguläre Set mit dem Opener ihres aktuellen Albums „Power Trip Ballad“ ein Ende fand.
Doch schon nach kurzer Pause kam Frau Mena zurück, um den Zugabenblock mit dem KISS-Klassiker „I was made for lovin’ you“ einzuläuten, dem sie auf entspannt groovende Art ein ganz anderes Leben einhauchte. Dann erfüllte sie noch den Autogrammwunsch der 11-jährigen Leonie mit der Bitte „Du gehst aber sofort gleich ins Bett“ und widmete dem jungen Fan „Miss you love“, ehe eine grandioses Konzert mit „Our battles“ eine würdigen Abschluss fand.

90 Minuten lang hatte MARIA MENA mal kindlich verspielt mal tiefgründig und voller Pathos ihr Innerstes nach außen gekehrt und das Publikum an den Höhen und Tiefen ihres gerade mal 23 Lenze zählenden Lebens teilhaben lassen. Fesselnd, gefühlvoll und bisweilen mit einer enigmatischen Aura beherrscht sie sowohl die lauten wie die leisen Töne und konnte so sicherlich nicht nur meine Erwartungen an einen perfekten Konzertabend erfüllen.

Setlist MARIA MENA
Cause and effect
You’re the only one
He’s hurting me
Nevermind me
Internal dialogue
All this time
Sorry
Where were you
This bottle of wine
Boytoy baby
I’m in love
Self-fulfilling prophecy
Your glasses
Eyesore
Belly up
Just hold me
Power trip ballad

I was made for lovin’ you
Miss you love
Our battles

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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