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MARIA MENA – VALENTINA MÉR

Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 23.10.2016

Mit „Just hold me“ und „All this time“ hatte MARIA MENA in den Nullerjahren veritable Hits, konnte sich über Radiodauerrotation und volle Hallen bei ihren Konzerten freuen. Danach stellte die Trennung von ihrem Partner das Leben der sensiblen 30-jährigen gehörig auf den Kopf. Doch nach einer halbjährigen Schreibblockade wachte sie eines Morgens mit einer Melodie im Kopf auf. So wurde das 7. Studioalbum „Growing pains“ einmal mehr zur Selbsttherapie der schönste Stimme Norwegens. Nun ist sie nach einer Pause auch wieder live auf Tour und präsentiert ihre Songs in kleineren Clubs in intimer Atmosphäre. So auch an diesem Abend im gut besuchten Rosenhof.

Die ca. 500 Zuhörer mittleren Alters wurden vorab eingestimmt von VALENTINA MÉR. Die junge Offenbacherin präsentierte 6 Songs ihres im Frühjahr 2017 erscheinenden Debütalbums. Mit „Giant“, „Paperheart“ oder „Only to get it“ bot sie feine, gefühlvolle Singer-/ Songwriter-Perlen, die sie mit seelenvoller Stimme vortrug, sehr reduziert und songdienlich auf der Gitarre begleitet von Jan Schlüter, der auch zusätzlichen Harmoniegesang beisteuerte. Ihre natürliche Art des Vortrags kam beim Publikum gut an, das ihr bis der letzte Ton verklungen war aufmerksam und interessiert lauschte und wohlwollenden Applaus spendete. Ein mehr als passender Auftakt für einen Abend voller emotionaler Klänge!

Pünktlich um 20 Uhr betrat MARIA MENA die Bühne, zusammen mit 5 smarten Jungs, die schon länger ihre Liveband bilden. Voller Schwung eröffnete sie mit „Good god“ und „Good and bad“ ihr Set und schritt in einem hautengen roten Zweiteiler immer wieder die Bühne von einer Seite zur anderen ab, sichtlich erfreut über den frenetischen Empfang, den ihr ihre Fans bereiteten. Alte Songs wie „You’re the only one“ und aktuellere rankten sich wie immer um die Liebe und ihre Kehrseiten. Von längeren Ansagen unterbrochen, in denen sie über ihre Trennung, aber auch über ihre derzeitige Stimmung philosophierte, sang sie berührend von Trennungsschmerz („Leaving you“) und gestand eigene Fehler ein („You deserve better“). Sie sei nun mal keine BEYONCÉ, die nur von Partynächten sänge, konstatierte sie augenzwinkernd entschuldigend. Als Beweis lieferte sie anschließend nur von ihrem Gitarristen Marcus begleitet eine intime Version von „Just a little bit“, gefolgt von meinem Lieblingssong, dem anrührenden Duett „Habits“, für das Marcus perfekt den ursprünglichen Gesangspart von MADS LANGER übernahm. So muss Ton gewordener Balsam für die Seele klingen – Gänsehaut pur! Doch niemals driftete etwas in ihrer Performance ins Weinerliche oder Melodramatische ab, dafür betonte Frau Mena viel zu oft und gerne, wie gestärkt sie aus allen Krisen ihres Lebens hervorging und legte voller Elan „My heart still beats“ hinterher. Der Mensch sei stärker als er annehme, gab sie mit „Bend till I break“ zu bedenken und rief immer wieder dazu auf, mit aufrechtem Gang durchs Leben zu gehen. So hatte sie gegen Ende für „All this time“ einen großen Chor optimistischer Mitsänger hinter sich, ehe sie mit „I don’t want to see you with her“ ein hochemotionales Finale wählte. Doch nach gerade mal 75 Minuten war die Menge noch nicht bereit, Frau Mena in ihren vor der Tür geparkten Nightliner zu entlassen und forderte lautstark nach Zugaben. So ging es nur von Pianoklängen begleitet mit „Growing pains“ weiter, dessen Betonung auf dem Wort „Growing“ und nicht auf den Schmerzen läge, wie Frau Mena versicherte. Mit „The end“ stellte sie sich selbst der Herausforderung ein Stück zu performen, das sie bislang noch nicht vor Publikum vortragen mochte, um nach langanhaltendem Applaus mit „You hurt the ones you love“ einen würdigen Abschluss für einen ebenso ergreifenden wie Trost spendenden Konzertabend zu finden.

Mit phantastischer Stimme präsentierte Maria Mena einmal mehr ihren eigenen musikalischen Seelenstriptease. Eine Achterbahnfahrt großer Gefühle ohne zu viel Pathos oder Kitsch, dafür mit viel Zuversicht, Lebensfreude und Aufbruchsstimmung. Ihre Fans wussten es zu schätzen.

Setlist MARIA MENA
Good god
Good and bad
You’r the only one
Caught off guard, floored by love
Homeless
I always liked that
Leaving you
You deserve better
Just a little bit
Habits
My heart still beats
Bend till I break
Fuck you
Just hold me
All this time
I don’t want to see you with her

Growing pains
The end
You hurt the ones you love

Copyright Fotos: Christiane Stuckemeier

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