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MARILYN MANSON

Ort: Lissabon

Datum: 29.05.2003

Der Terrorverlag ist für euch auch auf den internationalen Bühnen unterwegs, um die dortige Metal-/ Rocklandschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Und da es zeitlich erfreulicherweise mit meinem Trip in die portugiesische Hauptstadt zusammenfiel, wohnte ich dem in Lissabon stattfindenden Super Rock Festival bei. Genauer Austragungsort war das Estadio José Alvalade, dem bisherigen Stadion des Fußballclubs Sporting Lissabon („bisherig“ da unmittelbar daneben im Hinblick auf die EM 2004 ein neuer Komplex gebaut wird bzw. fast fertiggestellt wurde).

Ausschlaggebend für meinen Besuch war der Auftritt von „Schock-Rocker“ Marilyn Manson als Headliner der Veranstaltung. Für den Support hatten sich außerdem die Deftones, Audioslave, Disturbed sowie Primitive Reason angekündigt. Dem Ruf folgten dann auch schätzungsweise 15. – 20.000 Leute. Wie diese allerdings die vier Vorbands erlebten, kann mit keinen weiteren Einzelheiten geschildert werden, da ich es vorzog, meinen Aufenthalt aufgrund des schönen Wetters zumindest nachmittags und am frühen Abend zunächst auf andere Weise zu verbringen.

Circa kurz vor halb elf war es dann aber bei noch immer angenehmer Außentemperatur soweit und ein recht verstörtes Klassik-Intro eröffnete den Reigen. Die an sich als temperamentvoll bekannten Südländer erschienen anfangs noch etwas zurückhaltend – was vielleicht auch daran lag, dass Mr. Manson sich nicht als Mensch der übermäßigen Kommunikation mit dem Publikum zeigte –, tauten jedoch im Laufe des Konzertes immer mehr auf. Dazu gab es auch allen Grund, denn zum einen war die Songauswahl ziemlich überzeugend: Neben den Highlights der aktuellen Scheibe „The golden age of grotesque“ wie „mOBSCENE“, „This is the new shit“ oder „Doll-Dagga Buzz-Buzz Ziggety-Zag“ konnte man sich an den Classix der letzten Alben (darunter z.B. „The fight song“ und „Disposable teens“ von „Holy wood“ sowie „The dope show“ von „Mechanical animals“) erfreuen. Außerdem kamen die Coverversionen von „Tainted love“ und „Sweet dreams“ zum Zuge und ernteten ebenfalls gute Reaktionen.

Daneben wurde zum anderen die visuelle Seite mit wechselnden Bühnenbildern und diversen Bannern im Hintergrund bedient. Bei „mOBSCENE“ kamen sogar zwei uniformierte Mädels zum „Tanzen“ (im Stile des Videos) auf zwei Podesten auf die Bühne, die später noch einmal beim Titelstück der neuen Platte fast unbekleidet das Klavier bearbeiten durften. Manson selbst trug einen schwarzen korsettartigen Anzug und wirkte sehr lebendig. So tobte er sich dementsprechend auf der Bühne aus, was auch gerade in der ersten Hälfte bei der Mehrzahl an härteren Stücken gut möglich war. Dagegen wirkten die Portugiesen fast etwas brav, aber wer weiß, wie sehr ihnen zuvor von den übrigen Acts schon eingeheizt wurde.

Jedenfalls dürften auch sie mit dem Abend zufrieden gewesen sein, der dann natürlich noch seine Fortsetzung in den Gassen des Bairro Alto im Herzen der Stadt fand.

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