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MARTERIA – CHEFKET

Ort: Dortmund – Westfalenhalle

Datum: 28.11.2014

Es gab Zeiten, in denen saßen MARTERIA und sein Freund CASPER in Berlin rum und fragten sich: „Wann klappt es denn endlich mit dem Erfolg und wann checken die Leute, dass wir gute Musik machen?“ Diese Aussage tätigte vor kurzem Marten Laciny, so der richtige Name MARTERIAs bei einem1Live Radio Interview. Ja, die Zeiten haben sich gewandelt, denn mittlerweile gehören sie mit ihrer Musik und den intelligenten Texten zur Speerspitze der deutschen HipHop und Rap Szene. Beide veröffentlichten grandiose Alben, die sofort an die Spitze der deutschen Charts gingen. Und beide gingen dieses Jahr unabhängig voneinander auf ausgedehnte Deutschlandtour, wobei MARTERIA mit seiner Crew jetzt den zweiten Teil der ZGIDZ TOUR durch die Republik bestreitet. Da ich im Frühjahr beim ausverkauften CASPER Gig in der großen Westfalenhalle war, hatte ich jetzt den direkten Vergleich zum MARTERIA-Auftritt an selber Stelle.

Während im ersten Teil der Tour MISS PLATNUM den Support übernahm, konnte jetzt CHEFKET dafür gewonnen werden. Die Bühne betrat er wie ein ganz Großer, als wäre er der Hauptact – das wirkte in keinster Weise arrogant, sondern alles mit einem Augenzwinkern. Die Stimmung in der Halle war zu diesem Zeitpunkt schon prächtig und der gebürtige Heidenheimer heizte mit seinem DJ der Meute weiter ein. Das Hauptaugenmerk des Duos lag auf dem letztjährigen Album „Identitaeter“, von dem unter anderem „Keine Angst“ und „Fliegen & Fallen“ dem Publikum serviert wurden. Auf die Frage, ob jemand bereit wäre, auf der Bühne den „Running Man“ zu machen, meldete sich ein junger Mann namens Frederik, der aber zur Belustigung aller seine eigene Kreation zur Schau stellte. Mit Hanife holte sich CHEFKET bei einem Song musikalische Verstärkung auf die Bühne und die Zugabe „I Don`t Know“ vom 2009 Album „Einerseits Anderseits“ beendete das halbstündige Set, nicht ohne noch darauf hinzuweisen, das man sich doch noch am Merch Stand treffen könnte, um dort Fotos zu machen.

Nach einer kurzen Umbaupause erlosch das Licht im großen Saal der altehrwürdigen Westfalenhalle erneut, und für die anwesenden 10 000 Fans gab es ab diesem Zeitpunkt kein Halten mehr. Für einige Mädels aus der ersten Reihe war schon vor dem Erscheinen MARTERIAs und seiner Band auf der Bühne Schluss, um diese kümmerten sich jetzt die Sanitäter. Zu meiner Verwunderung schallten schon zu Anfang des Gigs mit „OMG!“ und „Endboss“ meine Favoriten aus den Boxen, die hätte ich viel später in der Setlist vermutet. Auf der riesigen Videoleinwand im Hintergrund der Stage drehte sich bei „Pionier“ eine Kassette, ob die Generation MP3 damit noch etwas anfangen kann? Etwas ruhiger ging es mit „Amys Weinhaus“ weiter und bei „Was Wir Sind“ kam mit CHEFKET ein alter Bekannter auf die Bühne, um Marten zu unterstützen. Bei dem Track handelt es sich um eine CHEFKET Produktion, die MARTERIA gecovert hat und jetzt zusammen mit seinem Freund performte. Mit „Kids (2 Finger An Den Kopf)“ ging es wieder in die Vollen, wobei der Refrain mittlerweile komplett von den Fans übernommen wurde. Der Wahl Berliner schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf und betonte, dass dies das größte Konzert in der Karriere von MARTERIA sei. Ganz in rot wurde die Bühne beim gefühlvollen „Barkeeper“ getaucht und KID SIMIUS, der in diesem Jahr mit „Wet Sounds“ ein eigenes Album veröffentlicht hat, verließ sein Tasteninstrument, um sich für diesen Track mit der Gitarre bewaffnet an den rechten Bühnenrand zu begeben. Der bis dato einzige Nr. 1 Hit von MARTERIA „Lila Wolken“ musste auf dieser Tour ohne die Unterstützung von MISS PLATNUM auskommen. Aber Hanife, eine der 3 Backgrundsängerinnen und Gast beim heutigen Support, übernahm diesen Part, während sich leise, still und heimlich ein Teil der Bühnencrew aus dem Staub machte. Aber nicht lange, denn in diesem Moment wurde die Stage mit Nebel eingehüllt und erstrahlte in sphärischem Grün. Es war MARSIMOTO-Zeit und der grüne Zwillingsbruder mit gepitchter Stimme präsentierte seine eigene Show. Er war es, der vor MARTERIA mit „Halloziehnation“ 2006 sein erstes Album veröffentlicht hatte, das durchweg positive Kritiken der Musikmagazine bekam. Seine Setlist umfasst ganze 5 Songs, wobei „Der Nazi Und Das Gras“ und „Der Döner In Mir“ als Medley daherkamen. Weiterhin betonte MARSI, das er den grünen Ruhrpott liebt und im nächsten Jahr ein neues Album veröffentlichen werde. Mit „Verstrahlt“ läutete dann wieder MARTERIA das Finale ein und bei „Feuer“ war das Publikum mit eingebunden. Sie sollten sich hinsetzen um dann beim Ende des Countdown in die Höhe zu springen. Ruhig und melancholisch wurde es bei „Welt Der Wunder“, mit einem unglaublichen Lichtermeer in der Halle. Mit „Crash Dein Sound“ begann die Zugabe, während das Stück „Die Letzten 20 Sekunden“ die 2 stündige Party mit dem mittlerweile schon obligatorischen T-Shirt umherwirbeln auf und vor der Bühne beendete.

Im Gegensatz zu seinem Freund CASPER hatte MARTERIA die Westfalenhalle nicht ganz ausverkauft, was meiner Meinung nach daran lag, das einige Tage später in Düsseldorf ein weiteres Konzert von MARTERIA stattfand. Wie schon oben erwähnt, war es für ihn die größte Soloshow und ein weiteres neues Level in seinem Leben. Da wäre doch bald ein zweiter Teil von „Endboss“ drin, denn auch im Leben des gebürtigen Rostockers geht es immer weiter. Ich hoffe, dass ein Konzert dieser viel umjubelten Tour mitgeschnitten und mitgefilmt worden ist, um es später als Livedokument den Fans anzubieten. Ich für meinen Teil würde es erwerben, denn es war ein fantastisches Live-Erlebnis.

Setlist MARTERIA (ohne Gewähr)
Intro
OMG!
Pionier
Endboss
Bruce Wayne
Neue Nikes
Marteria Girl
Alles verboten
Amys Weinhaus
Was wir sind (CHEFKET Cover mit CHEFKET)
Kids (2 Finger An Den Kopf)
Eintagsliebe
Bengalische Tiger
Barkeeper
Lila Wolken
Grüner Samt (MARSIMOTO)
Ich Bin Dein Vater (MARSIMOTO)
Grünes Haus (MARSIMOTO)
Nazi Döner (MARSIMOTO)
Auszeit
Verstrahlt
Sekundenschlaf
Feuer
Welt Der Wunder

Crash Dein Sound
Die Letzten 20 Sekunden

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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