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MASSACRE – EXTERMINATOR

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 29.10.2007

Eine der frühsten und wichtigsten (US)-Death Metal-Combos wieder on Tour? Da gibt’s ja nix wie Gebetsteppich ausrollen und niedergekniet! Aber langsam. Erst mal war der Gig in Osnabrück vom N8 in den Bastard Club verlegt worden und selbst der war mit vielleicht 100 Nasen nicht mal annähernd gefüllt. Da kommt DIE Legende schlechthin noch mal auf Tour und keine Sau merkt’s… bei der kurzfristigen und beschissenen Tourankündigung eigentlich kein Wunder. Zudem kein Rick Rozz an der Klampfe und kein Bill Andrews am Schlagzeug, was das Ganze schon mal nur zu einer „halben“ Reunion verkommen ließ. Und 25 Euronen Abendkasse für dieses Package sind selbst in heutigen Zeiten mehr als unverschämt!

Die Franzosen ASHURA verpasste ich Arbeitsbedingt ebenso wie das neue Kam Lee-Ding DENIAL FIEND, der mit dieser Tour also auch seine aktuelle Klamotte anpreisen wollte. Kumpel Terry Butler zupfte den Bass, Curt Beeson von NASTY SAVAGE saß an den Kesseln und Sam Williams zockte die Klampfe. Soll alles in allem wohl ganz nett gewesen sein. Begann der Abend also für mich mit den Belgiern EXTERMINATOR, die somit wieder einmal mit Death Metal-Legenden auf Tour waren (nach der Masters of Death-Tour im letzten Jahr), obwohl sie rein musikalisch mit ihrem Thrash Metal nicht so ganz dazu passen. Da das Ganze aber doch etwas angedeatht ist, konnte man auch heute wieder punkten mit einer energischen Performance und einigen Abrissbirnen wie „Road Crash Rebellion“. Kurzweilige Dreiviertelstunde mal wieder, die definitiv mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

Danach enterten Kam und seine DENIED FIEND-Mannen erneut die Bühne, diesmal eben als MASSACRE und um den letzten MASSACRE-Gitarristen Steve Swansson erweitert. Nette Sache am Rande: Eine weitere Über-Legende des Death Metal fuhr als Merchandiser mit: Paule Speckmann! Kam Lee ist schon ein wenig gealtert (schnieke Wrestler-Kurzhaar-Frisur auch…) und ein Cowboy-behuteter Curtis am Schlagzeug sieht auch nicht gerade voll Death Metal aus. Doch die Songs stehen für sich. Wer mit nur einem Album zur Legende wird, der hat natürlich DIE Songs des Jahrtausends auf der Pfanne. Und so gab es in der knappen Stunde denn auch das gesamte „From Beyond“-Material um die Ohren gekloppt. Auf der Bühne passierte nicht so wahnsinnig viel, Kam hatte aber definitiv seinen Spaß und etliche Lacher auf seiner Seite mit so manchen Ansagen. „Provoked Accurser“ von der 92er und ebenso essentiellen Mini-CD „Inhuman Condition“ gab es zum Glück auch zu vernehmen, zu dem geilen VENOM-Cover „Warhead“ ließ sich Kam allerdings nicht überreden. Von dem 96er-Rohrkrepierer „Promise“ wurde natürlich nichts gezockt, besser is das! Somit läutete der „Corpsegrinder“ den finalen Abgesang unter eine der geilsten Death Metal-Bands ever ein. Oder? Ich denke, die Jungs sehen wir irgendwo in größerem Rahmen wieder. Das Material ist nach wie vor über jede Kritik erhaben, die Performance war dagegen eher lau. Trotz allem aber schön, das noch mal erlebt haben zu dürfen! GRIND!

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