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MASTERS OF DEATH (ENTOMBED – UNLEASHED – GRAVE – DISMEMBER)

Ort: Essen - Turock

Datum: 08.11.2006

Was für eine Woche… eine Woche voller Death Metal! Erst die volle Wikinger-Ladung mit AMON AMARTH, danach die old school-Dröhnung von NAPALM DEATH und die Krönung des gesamten Death Metal-Jahres sollte nun die Masters of Death-Tour werden. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: UNLEASHED, GRAVE, DISMEMBER und ENTOMBED…DIE vier Pioniere, die Anfang der 90ger den schwedischen Death Metal so groß gemacht haben, das erste und wohl auch einzige Mal zusammen auf Tour! Damit wurde nicht nur für mich, sondern für die komplette Metal-Szene ein Traum wahr! Da es bei so einer Konstellation natürlich keinen Headliner geben kann, spielt jede Band 45 Min. und die Reihenfolge ändert sich jedes Mal, so dass jede Band mal als letztes oder erstes spielt.

Am diesen Abend waren DISMEMBER an der Reihe, dem ausverkauften und bis unters Dach gefüllten Turock ordentlich einzuheizen. Da der Herr Schreiberling mit Stau auf der A2 (wieder mal) und auch beim Einlass zu kämpfen hatte, verpasste ich den Großteil des Sets der Mannen um Kult-Fronter Matti. Doch schon von draußen konnte ich das laute Johlen der Menge vernehmen, als es beim fett riffenden „Bleed for me“ scheinbar ordentlich zur Sache ging. Lt. Zeugenaussagen soll allerdings „Dreaming in Red“ überraschenderweise nicht im Set gewesen sein.

Die Umbaupausen hielten sich mit je 15 Min. erfreulich kurz, und als GRAVE begannen die Wände zu zittern zu bringen, hatte auch ich es bis in den Innenraum des Clubs geschafft! Für Drummer Pelle Ekegren, der wenige Wochen vor der Tour die Band verlassen hatte, konnte man einen mehr als würdigen Ersatz rekrutieren. So vermöbelt Ronnie Bergestahl (ehem. CENTINEX) nun die Felle beim Schweden-Grab und dass äußerst fett! Fett auch der Sound, den die Mannen um Chef Ola Lindgren an den Abend legten, um damit den Nackenmuskeln der locker mehr als 500 Death Metal-Fans Schwerstarbeit zu bereiten. Ob das legendäre „Morbid Way to die“, das monströse „You’ll never see“ oder die Walze „Burn“ vom neuen Album „As Rapture comes“ – unspektakuläre Show, aber Hammer-Songs. Als das „Grab“ dann „Soulless“ los donnerte, gab es auch beim letzten im Innenraum kein Halten und wenn die ganze Halle „Into… the…. Grrraavvee“ gröhlt, geht einem das durch und durch…

Eine weitere kurze Umbaupause, das UNLEASHED-Banner wurde gehisst… und schon bei den ersten Klängen zu „Before the Creation of Time“ stand die Halle Kopf. Der riesige Johnny und seinen Mannen sahen nicht nur imposant aus, sondern zockten auch motiviert wie Hulle und sorgten damit zusammen mit ihren Klassikern aus über 15 Jahren Death Metal für ein wahres Mosh Inferno. Ob alter Stoff der Marke „Into Glory Ride“ oder neue Kost in Form von „Blood of Lies“, „In Victory or Defeat“ und „Triumph of Genocide“, wieder einmal wurden UNLEASHED nach allen Regeln der Metal-Kunst abgefeiert. Und das zu Recht, präsentierte sich das schwedische Schlachtschiff motiviert und spielfreudig, dass es ein Genuss war. Vor allem Lead-Gitarrist Fredrik poste, was seine Axt hergab und besonders der erfreulicherweise wieder genesene Drummer Anders hatte sichtlich Spaß am Zocken und ging vor allem bei Gassenhauern wie „To Asgaard we fly“ mächtig ab hinter seinem Kit, was sichtbar die gesamte Band noch mal extra anspornte. Und die Fronter-Qualitäten des Herren Johnny Hedlund brauche ich an dieser Stelle sicher nicht extra groß auszuführen, oder? Ein dickes Highlight des Sets war dann die Rückkehr von „The Immortals“ ins Set, was von der Menge lautstark bejubelt wurde. Und fürs Finale hatten sich die Wikinger natürlich DAS Motto für diesen Abends aufgehoben: „1,2,3,4…. Warriors scream für me!! Death Metal VICTORY“ dröhnte es aus hunderten Kehlen im Turock und für alle war klar, wer der eigentliche Headliner des Tages, wenn nicht der gesamten Tour, ist. Als Dankeschön gab es für einige Fans noch die obligatorische Dusche aus Johnnys Trinkhorn und nach kurzweiligen 45 Minuten verabschiedeten sich, die von der Resonanz sichtlich positiv berührten, UNLEASHED ausgiebig bei ihren Anhängern und verließen umjubelt die Bühne.

Nun hieß es mal schnell, die aufgeheizte Halle zum Luftholen nach draußen zu verlassen, um dort der Grippe eine Angriffsfläche zu bieten… Schnell noch ein Erfrischungsgetränk organisieren und einen guten Platz für die letzte Band des Abends sichern. Vor der Tour gingen einige Gerüchte durch die Szene, dass nicht nur Drummer Peter Stjärnvind zu den Sickoz von NIFELHEIM gewechselt ist, sondern auf Fronter LG Petrov nicht mehr mit von der Party sein würde. Doch dieses Gerücht entpuppte sich erfreulicherweise als falsch, denn der Typ, der da im Ozzy-Style über die Bühne wuselte, war ohne Zweifel Mr. Petrov, wie ihn jeder kennt. In die mit Klassikern gespickte Setlist streute man trotz der recht kurzen Spielzeit auch die Songs der aktuellen EP „When in Sodom“. Abgefeiert wurden aber wie immer die alten Kracher „Left Hand Path“, „Revel in Flesh“ und natürlich „Out of Hand“, wobei einige missmutige Stimmen unter den Fans laut wurden, weil LG auch die Songs der „Wolverine Blues“-Scheibe recht derbe growlte. Ebenso nicht wirklich begeistern konnte der Sound der Death N’ Roller, welcher nämlich im Vergleich zu den anderen Bands ne Ecke matschiger aus den Boxen drang. Zusätzlich waren einige Leute nach dem anstrengenden Set der anderen Bands an die Theke oder gleich nach draußen gewandert. Doch bei Krachern wie „Supposed to rot“ oder „Sinner’s Bleed“ bangten sich die verbleibende und immer noch recht amtliche Meute die Müdigkeit aus den Leibern und gab zusammen mit der Band, die sich wie immer routiniert und engagiert durchs Set groovte, noch mal ordentlich Gas!

Ohne Frage hat diese Tour alle Erwartungen der Fans voll erfüllt und dieses Billing darf sich kein Death Metal Fan entgehen lassen. Doch man sollte sich sputen, ist doch schon ein Großteil der Tour ausverkauft. Vier Bands, vier Legenden, welche für eine Sache stehen, welche UNLEASHED am besten mit „In Victory or Defeat“ ausdrücken: „We’re Immortals… Death Metal, no Compromise!“ Wer weiß, wann und ob man überhaupt diese Konstellation je wieder live zu Gesicht bekommen wird… Nach dieser legendären Show sah man Band, Label-Vertreter, Schreiberlinge und Fans noch bis in die Morgenstunden zusammen in der benachbarten Kneipe feiern, fachsimpeln und Spaß haben. A Night to remember…

Setlist ENTOMBED
Chief Rebel Angel
Demon
When in Sodom
Carnage
Crawl
Revel in Flesh
Out of Hand
Sinner’s Bleed
Stranger Aeons
Left Hand Path
Supposed to Rot

Copyright Fotos: Michael Werneke

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