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MATT GONZO ROEHR – STAHLWERK – TAFKAT

Ort: Osnabrück – Rosenhof

Datum: 28.03.2013

Matthias „Gonzo“ Röhr, früherer Gitarrist der BÖHSEN ONKELZ, ist seit deren Auflösung mit neuen Musikern unter dem Namen MATT GONZO ROEHR (MGR) weiter sehr aktiv im Musikgeschäft. Anfang März erschien mit „Zuflucht vor dem Sturm“ bereits sein viertes Soloalbum. Zuerst zwei englischsprachige (beim ersten wirkte Charlie Huhn als Sänger mit), danach kehrte er zu seinen Wurzeln, dem Deutschrock, zurück. Das Album veröffentlichte MGR beim von FREI.WILD gegründeten Label Rookies & Kings, als deren Vorband er im November 2012 auch in den größten Hallen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auftrat. Nun befindet sich MATT „GONZO“ ROEHR in kleineren Hallen und Clubs auf der „Zuflucht vor dem Sturm“ Tour. An Gründonnerstag trat er auch im Rosenhof in Osnabrück auf.

In Osnabrück setzte am Konzertabend im gefühlt längsten Winter seit 100 Jahren wieder leichter Schneefall ein, daher war es ganz angenehm, dass der Fußweg vom Hauptbahnhof zum Rosenhof eher kurz war. Gegen 19:10 Uhr war der Club, ein früheres Kino, noch eher spärlich gefüllt. Insgesamt dürften an dem Abend ca. 400 Besucher vor Ort gewesen sein. Viele Fans hatten natürlich ONKELZ-Merchandise an, manche waren aber auch bereits im Besitz von MATT ROEHR-Klamotten. Im Rosenhof hat man aufgrund der mehrstufigen Anordnung auch von weiter hinten eine ziemlich gute Sicht auf die Bühne.

An diesem Abend traten neben MGR noch zwei Vorbands auf. Die erste war TAFKAT aus Osnabrück. Die Lokalmatadore spielen eine Mischung aus Punk und Rock, sie bezeichnen ihren Musikstil auch selber als Punk`n Roll. Gegen 20 Uhr betraten die fünf Musiker um Sänger Etten die Bühne. Die Band existiert mit einer vierjährigen Unterbrechung bereits seit 1999, ihre Songs enthalten sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Texte. In „Punk Rock-Polizei“ etwa setzt man sich kritisch mit Leuten in der Punkszene auseinander, die meinen, Regeln aufstellen zu müssen, wann man denn wirklich ein Punk sei und was man machen dürfe und was nicht. Der Andrang vor der Bühne war allerdings noch sehr begrenzt, die meisten Konzertbesucher saßen entweder noch auf ihren Hockern an Tischen oder Tresen oder waren rauchen. Nach einer guten halben Stunde beendeten TAFKAT ihren Auftritt und wünschten den Fans noch viel Spaß an diesem Abend.

Gegen 20:50 Uhr betraten dann STAHLWERK aus Mannheim die Bühne. Bei dem Namen der Band könnte man einen Musikstil in Richtung RAMMSTEIN bzw. Neue Deutsche Härte vermuten (es gibt ja auch STAHLMANN und STAHLZEIT aus dem Genre), STAHLWERK dagegen kommen aber eindeutig aus dem Deutschrock-Bereich. Die vier Musiker um Sänger Oli und Gitarrist Marc O., beide mit langer Mähne, rockten von Anfang an ordentlich los. Die Texte der Band enthalten wie bei vielen anderen Deutschrock-Bands eine ordentliche Prise Pathos, so z.B. in „Totgesagte leben länger“. Bei dem Song sprangen Sänger und Gitarrist von der Bühne und liefen durchs Publikum. Aber auch bei STAHLWERK war der Raum vor der Bühne noch eher mäßig gefüllt. Weitere Songs waren „Wir laufen gegen Mauern“ und „Asi-Rock`n Roll“. So bezeichnet die Band, die sich 2005 gründete, ein wenig ironisch ihren eigenen Musikstil. Mit „Zeit zu geh`n“ beendeten die Mannheimer dann passend nach gut 40 Minuten ihren Auftritt und bekamen dann doch einen respektablen Applaus vom Publikum.

Gegen kurz vor Zehn ging es dann richtig los und MATT GONZO ROEHR begannen mit dem Instrumental „Megalithen bei Sonnenaufgang“ vom aktuellen Album „Zuflucht vor dem Sturm“. Neben Gonzo (Gesang, Gitarre) spielen Ferdy Doernberg (2.Gitarre, Keyboard), Michael Ehre (Schlagzeug) und Slapper (Bass) in der Band. Das Bühnenbild war eher schlicht gehalten, im Hintergrund war das Cover vom aktuellen Album abgebildet, und der Innenraum direkt vor der Bühne jetzt endlich doch ziemlich gut gefüllt. Die Setlist bestand fast ausschließlich aus deutschsprachigen Stücken, neben vielen Songs vom neuen Album wurden auch Lieder vom Album „Blitz & Donner“ und natürlich diverse ONKELZ-Klassiker gespielt. So startete man mit „Vom ersten Blick bis zum letzten Kuss“, „Ja nee is klar“ bis hin zu „Zuflucht vor dem Sturm“. Danach folgte mit „Heilige Lieder“ der erste ONKELZ Song, auch um die Fans ein wenig aufzurütteln, die bei MGRs eigenen Stücken doch teilweise noch recht zurückhaltend waren. Weiter ging´s mit „Gegen eure Lügen“ und dem Instrumental-Stück „Barra da Tijuca“ vom gleichnamigen ersten Solo-Album. Da es aus dem Publikum fast von Anfang immer wieder „Mexico“-Rufe gab, ließ Gonzo die Fans den Song schon mal unplugged singen, sicher auch, damit es nicht nach jedem Song diese Rufe gab. Insgesamt gab es eher wenige Ansagen von Matt, sondern die Musik stand ganz klar im Mittelpunkt. Vor „Finde die Wahrheit“ ging er aber darauf ein, dass ONKELZ Fans in Foren und sozialen Netzwerken häufiger die Meinung vertreten würden, die früheren ONKELZ Mitglieder sollten als Solo-Künstler nicht deren Songs spielen. „Ich und Stephan (Weidner) haben die Songs geschrieben“, daher hätten sie auch das Recht, diese zu spielen. Aus dem Publikum erhielt er dafür große Zustimmung, manche Fans schienen eh hauptsächlich wegen der ONKELZ-Sachen vor Ort zu sein.

Darauf folgte der Titel „Helden leben lange“, in dem die Refrainzeile „Helden leben lange, Legenden sterben nie“ dem ONKELZ Werk „Lass es uns tun“ entnommen wurde. Man sah Gonzo und seinen Mitstreitern die Freude an der Musik an, sie hatten richtig Spaß auf der Bühne. Vor dem Titel „Gedankenpolizei“ vom Album „Blitz & Donner“ machte Gonzo eine Ansage zur aktuellen Finanzkrise und zur Situation in Zypern und Griechenland. Man solle die Dinge, wie es zu dieser Lage kommen konnte, kritisch hinterfragen und nicht das Geschreibe der Bild-Zeitung von „faulen Griechen“ nachplappern. Nach „Tage des Donners“ folgte mit „Auf gute Freunde“ ein weiterer ONKELZ-Klassiker, der das reguläre Set von MGR beendete.

Nach lauten „Zugabe“ Rufen kehrte die Band aber schon recht schnell auf die Bühne zurück und machte mit „Wir ham´ noch lange nicht genug“ weiter, was sicher ja auch für die Zuschauer ein passendes Motto war. Es folgten „Mexico“ mit dem obligatorischen Hinweis auf die Stelle zum Tanzen und „Erinnerungen“. Dabei ging es auch vor der Bühne ordentlich ab und wilder Pogo setzte ein. Nach einer weiteren Pause markierten noch „Signum des Verrats“ und „So sind wir“ den krönenden Abschluss. Gonzo stelle seine Mitmusiker noch mal alle vor, bedankte sich beim Publikum für den tollen Abend und die Band wurde mit großem Applaus verabschiedet.

Kleiner Wehmutstropfen: Leider kam bei MATTs eigenen Songs nur bei einem Teil des Publikums Stimmung auf, recht viele schienen indes nur auf die ONKELZ Klassiker zu warten. Die dauernden „Mexico“ Rufe von Beginn an sind mittlerweile aber doch etwas nervig.

Setlist MATT GONZO ROEHR
Megalithen bei Sonnenaufgang
Vom ersten Blick bis zum letzten Kuss
Ja nee is klar
Das Feuer
Zuflucht vor dem Sturm
Heilige Lieder
Gegen eure Lügen
Barra da Tijuca
Träumer
Mexico (unplugged)
Finde die Wahrheit
Helden leben lange
Regen
Gedankenpolizei
Tage des Donners
Sekt oder Selters
Auf gute Freunde

Wir ham noch lange nicht genug
Mexico
Erinnerungen

Signum des Verrats
So sind wir

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