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MATTHAU MIKOJAN – THE JADE

Ort: Dortmund - Paint House

Datum: 10.10.2008

Finnland – Wonderland. Ich will jetzt nicht übertreiben, aber die Vorfreude auf THE JADE war mir schon zwei Tage vorher anzusehen. Dementsprechend drängelte ich meine Begleitung geradezu, um Punkt 19:30 Uhr vor dem Paint House zu sein. Man könnte ja was verpassen. Ein paar weibliche Fans der Finnen tauschten bereits ihre Konzerterfahrungen aus und erwähnten immer wieder einen mir bislang unbekannten Namen. Wie so oft sollte ich aber bald in Erfahrung bringen, um wen sich die Gespräche drehten. Nun aber erstmal zurück zu THE JADE. Immerhin waren sie der Grund, warum ich den Einlass kaum abwarten konnte. Gerüstet mit Kamera (und unnötigem Blitzgerät wie sich bald rausstellen sollte) suchten wir uns einen Platz. Allerdings entpuppte sich dieses Vorhaben schnell zu einem Problem. Nein, nicht weil es so voll war, denn es war immer noch recht spärlich gefüllt. Eher wegen den Lichtverhältnissen. Es gab Licht. Es gab auch schöne bunte Bühnenbeleuchtung. Aber nicht für Wille Rosen, dem Frontmann von THE JADE. Für Fotografen eine bittere Erfahrung muss ich sagen. Dafür stimmte aber die Musik.

Auch wenn die Bühne eher klein war, zeigten sich die Newcomer von ihrer besten Seite. Wille suchte immer wieder die Nähe seiner Fans und hatte sie schnell in seinen Bann gezogen. „Roses are burning“ brachte Stimmung in den Laden. Bassist Jann P.H und Gitarrist Pekko Mantzin tobten sich hinter ihrem Frontman aus, während Schlagzeugerin Sirpa langsam richtig ins Schwitzen kam. Bald sollte auch mein Warten ein Ende haben. Hatte ich doch schon seit mehr als einer Woche die aktuelle Single “Drowning“ als Ohrwurm. Live klingt der Song gleich dreimal so genial wie auf Platte. Scheinbar war auch das Publikum dieser Ansicht und stimmte mit Wille den Refrain an. Lang war der Auftritt von THE JADE leider nicht. Dafür aber umso überzeugender. Da mir aber mittlerweile doch mal die Poster im Raum aufgefallen waren, musste da ja noch etwas kommen. Also nutzte ich die Pause und sah mich ein wenig genauer um. Das Publikum bestand zu einem Teil aus beeindruckend gekleideten Gothics und zum anderen, aus mit mir schon von anderen Konzerten bekannten Mädels, mit einer gewissen Neigung zu finnischen Bands. Zurück zu dem mysteriösen Poster: MATTHAU MIKOJAN zierte eine, mich an „Die Chroniken von Narnia“ erinnernde, Illustration. Wer mochte das sein? Auf jeden Fall der Hauptact des Abends – was mir wie gesagt vorher völlig unbekannt war.

Als der mindestens 1,90 m große junge Mann die Bühne betrat, war ich schon im ersten Moment begeistert. Empfangen wurde er von jubelnden Fans, die sich in die erste Reihe drängten. Eine sehr professionelle Ausstrahlung und ein Outfit, mit dem man nur eins werden kann: Rockstar! Mit dieser Meinung war ich anscheinend auch nicht allein, denn das Paint House hatte sich plötzlich um das dreifache gefüllt. Der 26-jährige Finne und seine Band begeisterten ihre Fans bis in die letzte Ecke des Raumes. „Too Furtonate To Cry“ wurde mitgegröhlt, Finnland Fahnen wehten durch den Raum. Eine wunderschöne Atmosphäre. MATTHAU MIKOJAN spielt finnischen Pop-Rock mit einem Hauch von Country, der direkt ins Ohr geht. Kombiniert mit seiner auffallenden Erscheinung und dem typisch finnisch-süßen Lächeln wird der Erfolg wohl kaum ausbleiben und er bald in größeren Hallen spielen (behaupte ich einfach mal). Wie es sich gehört, nahm er sich nach dem Gig noch ausreichend Zeit für seine Fans, was übrigens auch THE JADE taten, die man während des Haupt Acts im Publikum wieder fand. Alles in allem ein sehr gelungenes Clubkonzert. Pop-Rock ganz nach meinem Geschmack und meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Und MATTHAU MIKOJAN hat einen Fan dazu gewonnen 🙂 – Eine kleine lustige Geschichte am Ende. Nach dem Konzert gab es ganz normalen Disco-Betrieb. Die finnischen Gäste verweilten ebenfalls noch einige Zeit. Irgendwann zu später Stunde fand ich den THE JADE Bassisten Jann hilflos und allein gelassen irgendwo im Raucherbereich des Clubs. Man hatte ihn vergessen. Zum Glück fanden wir draußen schnell jemanden, der ihm helfen konnte. Bei finnischen Bands wird es scheinbar zur Mode Bandmitglieder irgendwo zu vergessen…

Copyrigt Fotos: Ramona „Hailie“ Schwarz

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