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MEGAHERZ – NIK PAGE

Ort: Hameln - Sumpfblume

Datum: 24.06.2005

Dieser Abend sollte wie ein Treffen mit alten Bekannten werden, hatte ich MEGAHERZ doch noch am Vortag in Paderborn gesehen, und NIK PAGE treibt sich ja auch regelmäßig in der Gegend herum. Weniger bekannt war mir die Location, die Sumpfblume in der Rattenfängerstadt Hameln, die ihrem Namen alle Ehre machte. Denn obschon das Interieur durchaus zu gefallen wusste, war es darin schwül und dunkel wie in einem abgelegenen Moor. Darin befanden sich die kleine aber feine Gothic/ Metalszene Hamelns und einige „VIPs“, als da wären: Sebastian von NCOR (Kevin war gerade im Urlaub), der Herausgeber des Dark Obsession Mags, Anja von der Nik Page-Fansite, Fabian (Gothic Magazin/ Halle Ausfahrt Musikverlag) sowie der gar nicht mehr so gewichtige Numen, Sänger der Iserlohner LEICHENWETTER. Nette Plauschereien waren also garantiert.

Als dann gegen 21 Uhr NIK PAGE mit seiner altbewährten Sacrifight Army die sehr geräumige Bühne betrat, war das meiste wie immer. Schaufensterpuppen, Dara Pain im erotischen Outfit, Megaphon, Posing und Songs wie „Fireraiser“, „Mysteryland“, „Seelenfänger“ oder „Blackmail Generation“. Doch auf ein paar Besonderheiten sollte man näher eingehen, so war der eigentliche Soundmensch der Truppe wegen Herzproblemen im Krankenhaus (Gute Besserung), so dass man sich hier behelfen musste, gelang aber recht gut (nur ein klein wenig leise). Dann war Nik dieses Mal „oben ohne“, was in Anbetracht der Luftfeuchtigkeit eine vernünftige Idee zu sein schien. Er hatte sich zusätzlich ein wenig bemalt und unterhielt ansonsten die Zuschauer wie gewohnt professionell. Nur wenige standen direkt vor der Bühne, aber auch die meisten anderen wirkten interessiert und angetan. Dann aber eine große Überraschung: Mit der Ankündigung: „Jetzt kommt die bezaubernde Dara Pain mit 2 Solostücken“ überließ der Berliner seiner Bassistin die Bühne, die augenscheinlich nervös aber mutig ihre Eigenkreationen präsentierte. Während „Komm zurück“ mit einem schönen Refrain punktete, war „Pornostar“ danach doch ein wenig… sagen wir mal ausbaufähig. Zudem verpatzte der Gitarrist hier einige Einsätze, da braucht’s noch ein wenig mehr Übung. Nach einer doppelten Grubenlampeneinlage von Herrn Page wurde der Auftritt dann mit dem BLIND PASSENGERS Klassiker „Absurdistan“ und dem obligatorischen Fahnenschwenken beendet.

Im Anschluss erfolgte noch eine nette Szene, als Anja ihrem Lieblingskünstler ein Geburtstaggeschenk überreichte, der Hauptstädter feierte nämlich vor 2 Tagen sein 34. Wiegenfest. Über die prächtig geschmückte Flasche Absinth freute sich der natürlich gebliebene Sänger sichtlich. Derweil bereiteten sich die MEGAHERZen auf ihren Auftritt vor. Ich war sehr gespannt, wie man sich im Vergleich zum Vortag schlagen würde, wo ja nicht alles optimal lief. Und was soll ich sagen? In einem charmanten kleinen Club waren sie tatsächlich wesentlich besser aufgehoben, die gut 60 Fans feierten die Bajuwaren gut ab und gaben gerade dem Sänger Mathias die nötige Sicherheit. Der blickte verbal auch noch einmal zurück nach Paderborn und lobte die Hamelner, die viel mehr Alarm machten als die Studenten. Der grauhaarige Herr entschuldigte sich sogar selbstironisch für die misslungene „Beiss Mich“-Version vom Vorabend. Dieses Mal stand ja auch nicht Herr Wesselsky an vorderster Zuschauerfront und die herumpogenden Fans konnte man wirklich MEGAHERZ-Anhänger nennen. So spielte man sich durch ein energievolles Set, welches dasselbe zu sein schien wie in Ostwestfalen (inkl. „Ja genau“, „Herzblut“, „Göttlich“), sicherlich aber nunmehr MIT Zugaben. Da ich aber noch andere Verpflichtungen hatte, verließ ich nach einer guten Dreiviertelstunde das Hamelner „Treibhaus“, mit einem zufriedenen Gefühl im Hinterkopf. Aufgrund der Dunkelheit verzichtete ich im übrigen auf MEGAHERZ-Fotos, im Bericht vom 23.6. sollten sich genügend interessante Exponate finden.

Setlist NIK PAGE
Sarajevo
Burning Side
Blackmail Generation
Dein Kuss
Seelenfänger
Fireraiser
Herzschlag
Komm zurück
Pornostar
Mephisto
Mysteryland
Flashback
Election Day
Absurdistan

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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