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MELOTRON – CLIENT – SOLITARY EXPERIMENTS – PSYCHE – FROZEN PLASMA – FADING COLOURS – AKANOID – MINERVE

Ort: Leipzig WGT Kohlrabizirkus

Datum: 31.05.2009

Am WGT-Sonntag strahlte die Sonne wieder vom Himmel. War ja auch klar, bei einem vor uns liegenden kompletten Tag Indoor im Kohlrabizirkus. Pünktlich zum Einlass kamen wir in die angenehme, riesige Halle, die südöstlich des Zentrums liegt. Der Tag sollte ganz im Sinne von Electro- und Synthiepop-Sound stehen.

Auf den Opener MINERVE freute ich mich schon, denn bei einem Auftritt vor ein paar Jahren konnte mich sympathische Elektro-Pop-Band bereits einmal begeistern. Ab dem Jahre 2002 erschienen mehrere Singles, 2 Alben und ein Remix-Werk, die allesamt auf positive Resonanzen stießen. Auf der Bühne sahen wir Sänger Daniel Wollatz und die beiden Keyboarder Mathias Thürk und Andreas Wollatz. Neben den bekannten Hits wie „Take me higher“ oder „High pitched Emotions“ gab es ganze 3 neue und bisher unveröffentlichte Songs, die allesamt harmonisch und sehr eingängig klangen. Eben ganz im Stile von MINERVE. Eigentlich hatte die Band für diesen Auftritt eine Überraschung angekündigt und die sollte ein gewisser Herr Huss (Sänger von PSYCHE) sein, der zusammen mit Mathias den wunderschönen letzten Song „My Universe“ singen sollte, allerdings verschlief Herr Huss seinen Gastauftritt. Das Publikum hatte trotzdem Spaß und applaudierte lautstark.
(Cath)

Setlist MINERVE
Intro
Read in my memories
Forbidden Love
Take me higher
Hold me tight
High pitched emotions
My Universe

Einen stilistischen Ausreißer gab es mit der zweiten Band des Tages AKANOID, die ihre Richtung eher als „Elektro-Wave-Alternative-Rock-Pop“ bezeichnen und definitiv den gitarrenlastigsten Sound des Tages in dieser Location lieferten. Zur Band gehören Hilton Theissen (Gesang, Gitarre), Phil Weyer (Gitarre, Gesang), Gregor Matlok (Gitarrensynth) und Dirk M. Berhorn (Schlagzeug). Das Intro wurde von dem Song „Usual Freak“ von der gleichnamigen EP abgelöst. Der Mix aus Elektro und Rock machte Spaß, die Zuschauer schienen aber noch etwas träge oder hatten etwas anderes erwartet. Auch bei den folgenden Songs u.a. vom aktuellen Album „Civil Demon“ dominierten die Gitarren. Die Titel enthielten eine Portion 80iger Feeling und ganz viel Emotionalität durch die faszinierende Stimme Hiltons. Schade nur, dass auch die Band trotz aller Anstrengung nicht so wirklich punkten konnte, weil sie einfach an diesem Tag in der falschen Location geplant wurde.
(Cath)

Setlist AKANOID
Intro
Usual Freak
100 Burning Guitars
Nexx
Jump into the Hive
Headless
++%
All the Noise
Hand over Head
Pain
No Matter

Noch nie gehört hatte ich von FADING COLOURS, einer Dark Wave Formation aus Polen, die dortzulande bereits Kultstatus erlangt hat. Das Trio besteht aus der Sängerin De Coy, Daniel Klecynski und Leszek Rakowski. An diesem Nachmittag waren allerdings nur die Sängerin und einer der Mitstreiter auf der Bühne und beide wirkten etwas verloren.

Ohne eine Miene zu verziehen und mit riesiger, undurchsichtiger Sonnenbrille ging De Coy zum Mikrofon und begann mit ihrem Gesang. Durch den gesamten Auftritt zog sich eine regelrecht abweisende Haltung. Sie wirkte gelangweilt und hielt sich an ihrer Wasserflasche fest. Größtenteils wurden Songs aus dem 4. Album „Come“ gespielt, die auch vom Publikum gelangweilt aufgenommen wurden. Eigentlich harrten wir nur aus und wenn man sich nicht unbedingt auf das traurige Bild der Bühne konzentrierte, konnte man den eigenwilligen Sound ganz gut als Hintergrundmusik anhören. Definitiv mein Flop des diesjährigen WGTs, was ich größtenteils der Sängerin anlaste, da sie mit etwas Enthusiasmus und Freude auf der Bühne noch eine Menge hätte rausholen können.
(Cath)

Da ich am Nachmittag bei Vikingerblut und netter Gesellschaft etwas im Heidnischen Dorf versackt war, hieß es jetzt, sich erheblich zu sputen, um noch pünktlich zum Beginn des FROZEN PLASMA Auftritts im Kohlrabizirkus einzutreffen. Nach schweißtreibendem Laufen und Rennen schaffte ich es wider Erwarten rechtzeitig und kühlte mich erstmal mit einem großen Glas Wasser wieder auf Normaltemperatur herunter. Kurzum ging es dann auch los und ich konnte bei mäßiger Füllung der großen Halle einen schönen Platz vorne an der Bühne ergattern. Bevor Felix Marc und Vasi Vallis die Bretter enterten, gab es zunächst eine kurze Rückblick-Video-Sequenz vergangener WGT Auftritte der beiden auf der großen Leinwand im Hintergrund, welche mit dem Schriftzug „WGT 2009“ endete und den eigentlichen Beginn des Konzertes einläutete. Dynamisch und sichtlich gutgelaunt legten Felix Marc und Vasi Vallis los und ließen gleich mit dem ersten Song „Irony“ die Tanzbeine der Anwesenden wackeln. Diesem ersten Klassiker folgten weitere und natürlich spielte man einiges aus dem neuen Album „Monumentum“, welches gerade erst im Mai dieses Jahres erschienen war. Immer wieder begeistern diese Beiden mit tanzbaren und kraftvollen Melodien und dem unverwechselbaren FP-Sound. Die Menge hatte sichtlich Freude an dem Auftritt und auch Felix sprang wie aufgezogen über die Bühne und forderte immer wieder zum Mitsingen und Tanzen auf. Nach „Hipocrite“ wurde ihm dann gar so warm, dass er sich seines Hemdes entledigte und das FP Logo auf seinem wohlgeformten Rücken präsentierte. Leider war es durchs Schwitzen etwas verwischt. Insgesamt acht Songs lang hatten wir Zeit, dieses erfrischende Synthieduo zu feiern, bevor sich die bemessene Zeit dem Ende neigte. Der Schlusssong „Tanz die Revolution“ ließ noch mal so richtig alles brodeln und alle sangen lauthals mit: „Wir sind jung…“ Ja, jung sind auch FROZEN PLASMA noch, jung und erfolgreich, bitte weiter so, bis wir alle alt und grau sind.
(IKA)

Setlist FROZEN PLASMA
Intro
Irony
Earthling
Murderous Trap
Speed of life
Hypocrite
Phoenix
Warmongers
Tanz die Revolution

Nach diesen sehr elektronischen und „neuen“ Klängen ging es nach eine kurzen Pause weiter mit der „Kultband“ PSYCHE, zu deren melancholischen Songs wir schon in unserer Jugend getanzt haben. Ein Hauch von Nostalgie war irgendwie auch bei anderen Anwesenden zu spüren und so huldigte man Sänger Darrin Huss, dem Mann mit der markant sehnsuchtsvollen Stimme, mit einigem Applaus. Nicht mehr ganz der jüngste, legte er einen respektabel kraft- und elanvollen Auftritt hin, der sich hinter keinem der jüngeren Kaliber hatte zu verstecken brauchen. Die Stimmung im Zirkus war wunderbar ob dieser Klassiker und mit Songs wie „15 Minutes“, „Sanctuary“ oder auch „Eternal“ bewies man echte Kultqualitäten. Die verbindliche Art von Huss, mit dem Publikum umzugehen und es immer wieder in einem Mix aus Deutsch und Englisch anzusprechen, tat dazu ihr Übriges. Sogar Erinnerungsfotos schoss er mit seiner Kamera in die Menge. Zum Schluss gab es das lautstark immer wieder geforderte „Goodbye Horses“, bevor wir wieder aus dem Bann dieser tollen Band entlassen wurden. Eins meiner Highlights auf diesem WGT.
(IKA)

Setlist PSYCHE
The Quickening (Club Mix)
Snow Garden
Unveiling The Secret
Eternal (acoustic)
Disorder
Sanctuary
15 Minutes
Goodbye Horses (21st Century Mix)
The Outsider 2001

Eine kleine Erfrischung und wenige Minuten später traten wir erneut in der Halle an, um nun auf die Herren von SOLITARY EXPERIMENTS zu warten, die sich kurze Zeit später, ordentlich in rote Hemden mit schwarzen Krawatten gekleidet, auf der Bühne einfanden. Wie zu erwarten war, gab es ein wahres musikalisches Feuerwerk und die Menge der Zuschauer war mittlerweile auf eine beachtliche Anzahl angestiegen. Niemand stand mehr still, der Sound der Berliner ist einfach zu treibend und wunderbar melodisch. Im Laufe des Sets stellten sie die pünktlich zum WGT Termin erschienene Single „Immortal“ vor, die auf jeden Fall schon mal Appetit auf das in der zweiten Jahreshälfte geplante neue Album „In The Eye Of The Beholder“ machte. Die Stunde verging wie im Flug und schaffte allerseits beste Laune. Als krönenden Abschluss dann gab es den fast schon zur Hymne avancierten FEINDFLUG/ SE Kracher „Seele bricht“. Da blieben keine Wünsche mehr offen und wir alle waren auf 180 Grad erhitzt.
(IKA)

Setlist SOLITARY EXPERIMENTS
Road to Horizon
Pale Candle Light
The Dark inside me
Delight
Homesick
Immortal
Rise and Fall
Seele bricht

Draußen wurde es nun allmählich dunkel und wir warteten auf den für uns heute letzten Act im Kohlrabizirkus zu Leipzig, CLIENT. Bekanntermaßen eine britische Frauen Elektropop Formation, die bereits seit dem Jahr 2001 in der Musikwelt unterwegs ist. Die drei Damen traten in sexy Armee Kostümen auf die Bühne, platzierten sich hinter ihre Instrumente und waren dabei wie gewohnt äußerst ansehnlich; doch wie ebenfalls gewohnt wurde die übrige Darbietung trotz der durchaus zum Tanzen anregenden Musik sehr statisch und nüchtern gehalten. Das war wohl auch der Grund, warum die Halle bei weitem leerer war, als noch zuvor beim Auftritt der Elektro Herren aus Berlin. Trotz allem lieferten die drei Damen, die sich mit ihrem Portfolio irgendwo zwischen NEW ORDER, VISAGE und ANNE CLARK bewegen, eine nette Darbietung ab. Nach 40 Minuten CLIENT verabschiedeten wir uns dann von der sehr schönen Location und überließen die übrigen Wartenden dem später folgenden Headliner des Abends im Kohlrabizirkus, MELOTRON.
(IKA)

Viel zu lange waren die Headliner MELOTRON nicht mehr auf den Bühnen Deutschlands zu sehen. So freuten sich mit mir ca. 1.500 Fans im Kohlrabizirkus auf das exklusive Live Come Back der Neubrandenburger Synthie-Popper. Bereits seit 1995 musizieren die 3 Freunde Andy Krüger (Gesang/ Komposition), Edgar Slatnow (Synthesizer/ Texte) und Kay Hildebrandt (Synthesizer/ Produktion) miteinander und haben auch im Ausland trotz deutscher Texte eine riesige Fangemeinde.

In rot-weißen Outfits und Edgar mit Cowboyhut, so betrat das Trio gutgelaunt die Bühne und ließ sich erstmal kräftig feiern. Mit „Das Herz“ starteten sie das Hit-Feuerwerk. Leider konnte der Song auf dem Bundesvision Songcontest im Jahre 2007 nicht punkten, was hier ganz anders war. Edgar spielte das tragbare Keyboard, Hilde stand etwas weiter hinten am Keyboard und Andy sang und tanzte leidenschaftlich wie eh und je. Alte Stücke wie „Gib mir Alles“, „Tanz mit dem Teufel“ oder „Wohin?“ wurden einstimmig vom Publikum mitgesungen. Der Kohlrabizirkus war zwar nicht voll, aber so hatten alle genügend Platz zum Tanzen und direkt vor der Bühne hüpften die Massen euphorisch mit hoch gestreckten Armen. Die Stimmung hielt sich auch bei den Songs vom letzten Album „Propaganda“, wie „Menschenfresser“ (RIO REISER-Cover) oder „Liebe ist Notwehr“, der letzten Singleauskopplung. Ein neues, englischsprachiges Stück namens „Stucked in the Mirror“ wurde ebenfalls vorgestellt. Die Stimmung kochte und Herr Krüger wirbelte ohne weißes Jacket, ganz in rot auf der Bühne herum. Einige Songs wurden textlich leicht verändert und diesem Abend angepasst, wie „Nur Leben“ oder „Kein Problem“. Natürlich durfte auch der Klassiker „Brüder“ an diesem Abend nicht fehlen. Wer bis hierhin nicht tanzte, tat es spätestens jetzt. Am Ende der genialen Show verbeugte sich das Trio vor seinen Zuschauern und wünschte viel Spaß auf dem diesjährigen WGT. Da freuen wir uns doch noch mehr auf das neue Album, an dem MELOTRON derzeit arbeiten.
(Cath)

Setlist MELOTRON
Auferstehung
Das Herz
Gib mir alles
Arroganz der Liebe
Stucked in the Mirror
Menschenfresser
Maschinen aus Stahl
Der Anfang
Tanz mit dem Teufel
Nur Leben
Liebe ist Notwehr
Wohin
Kein Problem
Brüder
Wünsch mich nicht zurück

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Heiko Meyer (www.pagandance.de)

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