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M’ERA LUNA 2009 – TAG 2

Ort: Hildesheim - Flugplatz Drispenstedt

Datum: 09.08.2009

Nach einer (selbst verschuldeten) kurzen und regnerischen Nacht machten wir uns am frühen Morgen nach einem Abstecher zum Bäcker (um uns mit fettigen und leckeren Käsebrötchen einzudecken) unter einem trüben Gütersloher Himmel wieder auf den Weg Richtung Autobahn und Hildesheim. Auch dort war es zwar noch eher grau, aber immerhin trocken und so fanden wir uns pünktlich zum LEICHTMATROSEn vor der Hauptbühne ein. Um diese „nachtschlafende“ Zeit waren wir dort zwar noch ziemlich einsam, aber das sollte sich alsbald ändern.

LEICHTMATROSE

Den LEICHTMATROSEn habe ich ja nun schon vor einiger Zeit in mein Herz geschlossen und umso mehr freute ich mich natürlich, als er mir mitteilte, dass er auf dem M`ERA LUNA am Sonntag der Opener sein würde. Somit stand dies als Pflichttermin in meinem Kalender, auch wenn das frühe Aufstehen schwer fiel. Zu Beginn wurde der obligatorische Rettungsring am Bühnenrand platziert, bevor Andreas stilecht mit Matrosenmütze und gestreiftem T-Shirt ans Mikro trat. Los ging es mit „Der Mond trägt ein trauriges Gesicht“ und dem LEICHTMATROSEn war die Aufregung doch ein wenig anzumerken. Auf so einer großen Bühne steht man ja auch nicht alle Tage. Immerhin hatten sich inzwischen doch einige Menschen eingefunden, um dem „melodramatischen Seemanns Pop“ zu lauschen. Es folgte die erste Single „Sexi ist tot“, welches nach wie vor mein Lieblingsstück ist und „Studentenfutter“, bei dem Andreas auch mal zum Megaphon griff. Da die Spielzeit ziemlich knapp bemessen war, folgten nur noch „Junge von nebenan“ und das wunderschöne „Herztransplantation“, bevor der Auftritt auch schon wieder vorbei war. Schade eigentlich, aber schön wars. Und sicher wird man sich bald wieder sehen.
(Death Angel)

Setlist LEICHTMATROSE
Der Mond trägt ein trauriges Gesicht
Sexi ist tot
Studentenfutter
Junge von nebenan
Herztransplantation

SCREAM SILENCE

Ebenfalls noch viel zu früh am Tage freute ich mich auf die Berliner Dark Rocker SCREAM SILENCE, die ich vor einigen Jahren schon einmal als Opener auf der Hauptbühne des M’era Luna-Festivals gesehen hatte. Im Gegensatz zu damals war es trocken und sonnig. Seit über 10 Jahren musizieren die Hauptstädter um Frontmann Hardy Fieting schon zusammen und trotz wechselnder Besetzung wirkte die Band mit den Mitgliedern Heiko Wolf an den Drums, Robert Klausch an der Akustik-Gitarre, Hagen Schneevoigt am Bass und René Gödde an der Gitarre als harmonische Einheit. Das rockige „The Vitriol“ eröffnete das Set und sofort begeisterte mich die samtige und tiefgehende Stimme des Fronters Hardy. Der Platz vor der Hauptbühne füllte sich immer mehr und auch der zweite Titel „The Harvest“ kam richtig gut an. Vom aktuellen Album „Apathology“ wurde es nun noch melancholischer mit „Apathy“. Trotz Helligkeit und Weite hinterließen die atmosphärischen Klänge und Emotionen eine sichtbar beeindruckende Wirkung auf das Publikum. Die meisten Songs im Set stammten vom Album „Aphelia“, wie das folgende „Kerosene“. Das wohlbekannte und melodische „Creed“ wurde vom abschließenden „My Eyes“ abgelöst. Zu diesem Zeitpunkt machte ich mich jedoch schon auf den Weg in den Hangar, wo direkt im Anschluss FROZEN PLASMA spielen sollten.
(Cath)

Setlist SCREAM SILENCE
The Vitriol
Harvest
Apathy
Kerosene
Creed
My Eyes

FROZEN PLASMA

Nach einigen wirklich gelungenen Auftritten des Synthiepop-Duos FROZEN PLASMA in diesem Jahr wartete ich voller Spannung auf den bevorstehenden Auftritt im Hangar.
Vasi Vallis (REAPER) und Felix Marc (DIORAMA) musizieren seit 2005 zusammen, wobei Felix die Gesangsparts übernimmt und Vasi für die Keys und die Produktion verantwortlich ist. Aufgrund der kurzen Auftrittszeit hatte man sich entschieden, ein reines Set aus dem aktuellen, erfolgreichen Album „Monumentum“ zu spielen, welches mit „The End – Deliverance“ in einer speziellen Live-Version begann. Das schnellere „Phoenix“ ließ das Energiebündel Felix auf der Bühne umhertanzen, wobei es dieses Mal etwas ruhiger zuging. Trotzdem war das Publikum außer Rand und Band und umjubelte jeden weiteren Song. Der bekannte Clubhit „Earthling“ wurde lauthals mitgesungen und Felix gesellte sich zu Vasi ans Keyboard während beide grinsten und sich sich über den randvollen Hangar und die feiernde Masse freuten. So richtig ins Schwitzen kamen wir auch bei „Speed of Life“ und natürlich dem in kürzester Zeit so beliebt gewordenen Abgehsong „Murderous Trap“. Den krönenden Abschluß bildete die Single „Tanz die Revolution“ (lt. PRO7 Magazin „Galileo“ zur Hymne einer neuen schwarzen Cyber Gothic-Bewegung gekürt), wo wir die letzten Kräfte mobilisierten, um gemeinsam mit Felix zu hüpfen und zu singen.
(Cath)
 
Setlist FROZEN PLASMA
The End – Deliverance (Live Version)
Phoenix
Earthling
Speed of Life
Murderous Trap
Tanz die Revolution

ZEROMANCER

Zu den gern gesehenen Gästen auf Deutschlands schwarzen Bühnen gehören ganz sicher ZEROMANCER, die man eigentlich immer auf einem der großen Events antreffen kann, sehr zur Freude der weiblichen Besucher. So legten die Mannen um Alex Møklebust voller Inbrunst los mit Titeln wie „Sinners International“, „Doppelganger I Love You“ oder „Need You Like A Drug“, bevor auch mal etwas vom Gas gegangen wurde. Sehr zum Unbill einiger Fotographen-Kolleginnen entblätterte sich der smarte Fronter erst beim vierten Titel, doch das Leben ist nun mal kein Wunsch-Konzert. Ansonsten eine typisch unterhaltsame ZEROMANCER-Show ohne große Besonderheiten, die mit „Dr. Online“ oder „Clone Your Lover“ auch ältere Titel parat hielt.
(TK)

ASHBURY HEIGHTS

Mein zweites Highlight des Tages sollte nun im Hangar folgen. Die Musik von ASHBURY HEIGHTS hat es mir schon seit geraumer Zeit angetan und auch den einen oder anderen Auftritt konnte ich schon miterleben. Dennoch gab es heute eine Neuerung, denn Yasmin U hatte die Band im letzten Jahr verlassen und war durch Kari Berg ersetzt worden. Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Waren die Auftritte der beiden Schweden bisher immer etwas trashig und gesanglich nicht wirklich perfekt, konnte man dies nun mit Kari ausbügeln und man gab ein wesentlich homogeneres Bild ab. Natürlich war ich gespannt, ob es schon neues Material geben würde, da nach eigener Aussage fleißig an einem neuen Album gebastelt wird, wurde dann aber leider doch enttäuscht. Man verließ sich wohl lieber auf die alten Sachen. So gab es eine bunte Mischung aus dem Debütalbum „Three Cheers for the Newlydeads“ und der letztjährigen EP „Morningstar In A Black Car“ zu hören. Insgesamt ein recht gelungener Auftritt, der zwar hier und da noch verbesserungsfähig war, aber sich im Vergleich zum Vorjahr doch schon um einiges gesteigert hat. Der Stimmung tat es zumindest keinen Abbruch. An dieser Stelle auch noch schöne Grüße an den netten, jungen Mann der mich so freundlich nach meinem Zeitplan gefragt hat und der hier unbedingt erwähnt werden wollte.
(Death Angel)

Setlist ASHBURY HEIGHTS
Stormbringer
Illusion
Smile
Cry Havoc
Die by numbers
Spiders
Bare your teeth

SCHELMISH

SCHELMISH wurden mit großem Applaus empfangen und bearbeiteten ihre mittelalterlichen Instrumente mit Verve und Inbrunst. Dazu gab es auch unterhaltsame Ansagen, wie in dem Genre allgemein üblich. Die angesprochene Klientel dürfte gut unterhalten worden sein, allerdings muss ich zugeben, dass mir persönlich Dudelsäcke und Co. nicht sonderlich liegen. Was natürlich nichts an der Daseinsberechtigung der Szene ändert.
(Carsten Leopold)

Setlist SCHELMISH
Narr
Moor
Mente Capti
Andersland
Marionette
Kreuzzug gegen die Verlogenheit
Der letzte Kuss
Mehr Schein als Sein
Tanz mit mir

SPETSNAZ

Und weiter ging es mit der Schwedenfraktion, wenngleich SPETSNAZ keine Unbekannten im Hause Terrorverlag sind. Nachdem man zunächst gute 15 Minuten zu früh begonnen hatte und sich sowohl Fotografen als auch Fans darüber sicher geärgert haben dürften, füllte sich der Hangar nach und nach ziemlich deutlich und auch sämtliche Ausdruckstänzer hatten sich eingefunden, um wild fuchtelnd zu Hits wie „Apathy“ , „That Perfect Body“ oder „Indifference“ abzugehen. Pontus hatte hier und da einen lustigen Spruch auf den Lippen und gab bereitwillig darüber Auskunft, dass Stefan zu weit vom Fitnessstudio weg wohne. Dies tat der schweißtreibenden Performance aber keinen Abbruch und auch „ManGod“, „Degenerate Ones“ und natürlich das abschließende „Hardcore Hooligans“ wurden kräftig abgefeiert.
(Death Angel)

L’ÂME IMMORTELLE

Thomas Rainer, die eine Hälfte von L’ÂME IMMORTELLE, hatte ja bereits am Vortag seinen Auftritt im Hangar mit dem Electro Projekt NACHTMAHR, nun aber war es Zeit für seine Hauptband, die Massen von der Hauptbühne aus zu begeistern. Zunächst standen nur Thomas und die bekannten Live Musiker auf derselbigen und begannen das Set mit „1000 Voices“, welches von dem Wieder solo interpretiert wurde. Sonja Kraushofer komplettierte erst beim folgenden Titel das Line Up. Beide wechselten sich im Folgenden ab bzw. duellierten sich stimmlich, während die übrigen Musiker virtuos ihre Instrumente bedienten. Insgesamt wurden 9 Stücke feilgeboten, darunter Klassiker wie das obligatorische „Bitterkeit“ aber auch neuere Sachen.
(Carsten Leopold)

Setlist L’ÂME IMMORTELLE
1000 Voices
Suffocating Endlessly
Voiceless
Stumme Schreie
Fallen Angel
Requiem
Aus den Ruinen
5 Jahre
Bitterkeit

[:SITD:]

Der nachmittägliche Elektro Marathon wurde fortgesetzt von [:SITD:], die man mittlerweile auch schon zu den Szene-Haudegen zählen kann. Dementsprechend groß war das Gedränge im Hangar, während Carsten Jacek vorne sowie Thomas Lesczenski und Francesco D’Angelo hinter den Keyboards Platz nahmen. Einer merkwürdigen Tendenz an diesem Sonntag folgend wurde es nun noch dunkler auf der Bühne, was Carsten nicht davon abhielt, eine Sonnenbrille zu tragen (neben seiner bekannten Mütze versteht sich). Mit „Lebensborn“, „Stammheim“ und „Rose-Coloured Skies“ ging es in bewährter Manier los, bevor ein Track vom im Oktober erscheinenden neuen Tonträger „Rot“ vorgestellt wurde, der auch gleich gut ankam. Danach mussten wir leider bereits wieder einen Standortwechsel vornehmen, doch es dürfte ziemlich sicher sein, dass die bekannten Klassiker wie „Snuff Machinery“ noch für ziemlich viel Bewegung unter den anwesenden Elektronikern gesorgt haben dürften.
(TK)

THE CRÜXSHADOWS

Den CRÜXSHADOWS statteten wir dann aber nur einen kurzen Besuch ab, da wir noch schnell etwas essen wollten, bevor es mit GRENDEL im Hangar weitergehen sollte. Fronter Rogue nahm natürlich nicht den üblichen Weg auf die Bühne, sondern bahnte sich seinen Weg durch die Zuschauermenge, um von dort auf die Stage zu klettern. A pro pos klettern: Wagemutig erklam der sportliche Herr die Leiter neben dem linken Boxenturm und sang in Schwindelerregender Höhe weiter, als wenn es ein Leichtes wäre. Außerdem gab es mal wieder personelle Veränderungen bei den Crüxies. Neben einer ausgetauschten Tänzerin war auch eine neue Gitarristin namens Cassandra Luger mit an Bord. Die alte (Valerie Gentile) hatte Rogue wohl zu sehr die Show gestohlen, was ihren recht kurzen Aufenthalt in der Band erklären dürfte. Immerhin bekamen wir noch mit, dass die CRÜXSHADOWS ihren Song „Deception“ anstimmten und auch Klassiker wie “Winterborn” durften im Set nicht fehlen.
(Death Angel)

Setlist THE CRÜXSHADOWS
…And I Believe
Quicksilver
Immortal
Deception
Sophia
Dragonfly
Winterborn
Birthday

GRENDEL

Nach unserem kurzen Abstecher in die Aussenwelt ging es jetzt im Hangar mit den Niederländern von GRENDEL weiter, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, dem Publikum erneut richtig einzuheizen. Die komplette Plüsch-Neon-Puschel-Cyber-Fraktion hatte sich auch schon eingefunden, denn „Utz utz utz“ ist ja momentan in den Diskotheken (oder neudeutsch Clubs) richtig angesagt und so durfte man sich das natürlich nicht entgehen lassen. Und auch wenn ich nicht zu dieser Fraktion gehöre, sehe (oder besser höre) ich mir GRENDEL doch immer wieder gerne an. So wurde es dann auch direkt schweißtreibend mit „Pax Psychosis“, „Void Malign“ und meinem alltime favourite „One.Eight.Zero“. Auch auf der Bühne sprintete Jos, was das Zeug hielt, und so war es mal wieder ein gelungener Auftritt. So langsam darf gerne auch neues Material veröffentlicht werden.
(Death Angel)

ALEXANDER VELJANOV

Auf der Hauptbühne stand nun ein weiteres Schmankerl des Tages an. ALEXANDER VELJANOV hatte sich solo angekündigt und ich freute mich sehr drauf, denn sein letzter Alleingang „Porta Macedonia“ hatte mich wirklich begeistert. Natürlich sollten heute nicht nur Stücke dieses Albums angestimmt werden, sondern auch einige ältere Sachen. Schade eigentlich nur, dass man dem Publikum anmerkte, dass es kaum Solosachen von Herrn Veljanov kannte. Wahrscheinlich war man dort mehr auf DEINE LAKAIEN eingestimmt. Wie üblich edel gewandet und mit Sonnenbrille betrat VELJANOV dann die Bühne und stimmte Titel wie „We can´t turn back“ oder „The man with the silver gun“ an. Bei „Black girl“ stach mir dann aber die Textzeile „in the pines, in the pines…“ ins Auge, kam sie mir doch so bekannt vor. Im Nachhinein fand ich dann auch heraus woher. NIRVANA benutzten den selben Text in ihrem Song „Where did you sleep last night“. Eigentlich ist dies ein alter appalachischer Folk-Song und wurde schon von vielen anderen Künstlern gespielt. Bevor es unter „Where did you sleep last night“ bekannt wurde, hieß es, wie auch bei VELJANOV, „Black Girl“ (Wikipedia sei Dank). Nachdem Alexander dann mehrmals die Sonne zum scheinen aufgefordert hatte (Auf dem M`ERA LUNA vor 2 Jahren hatte er sich noch beschwert, dass die Sonne zu kräftig schien) gab er dann noch einige Songs zum besten. Unter anderem „Fly away“ oder das schöne „Nie mehr“ von seinem aktuellen Album. Insgesamt war es auf jeden Fall ein gelungener, entspannter Auftritt, denn diese Stimme fasziniert mich doch immer wieder.
(Death Angel)

TYSKE LUDDER

Ein weiteres elektronisches Sprengkommando wollte den M’era Lunianern im Hangar den Gnadenschuss verpassen, doch überraschenderweise war die Halle nun deutlich schlechter besucht, was zumindest mich einigermaßen überraschte. Dennoch gab es noch genügend Audienz für die TYSKE LUDDER, die nach ihrer Wiederkehr 2006 wieder eine feste Größe in der deutschen Szene geworden sind. Brutaler Bühnenpräsenz und intelligenter Lyrik sei Dank. Die Herren Albers, Reimers und Homann legten in altbekannter Manier wuchtig los, man gönnte weder sich noch den Zuschauern eine Pause. Leider spendierte man auch nur sehr wenig Licht, so dass man die Vorgänge da oben teilweise nur erahnen konnte. Dennoch traten Tracks wie „Frya Frisena“ oder das kontroverse „Khaled Aker“ ordentlich Arsch, wobei wir die unserigen leider schnell wieder nach draußen bewegen mussten, um Line Up-technisch am Ball zu bleiben, man sieht sich dann hoffentlich bald mal auf einem Club-Konzert.
(TK)

TIAMAT

In der mittlerweile angenehm scheinenden Abendsonne rüsteten sich die Schweden TIAMAT zu einem Abenteuer in Sachen Gothic Doom Metal. Bereits seit 1989 musiziert Bandcheffe und bekennender Satanist Johan Edlund unter diesem Namen, anfangs noch mit einem Death Metal Einschlag „gesegnet“ aber schon bald eher schwermütigeren Themen verhaftet. An diesem Wochenende gehörten die Skandinavier eher zu den Exoten, meine Vorfreude indes war relativ groß, zählten TIAMAT in den 90ern doch zu meinen Lieblingen. Mitte des Jahrzehnts hatte ich sie mal im Bielefelder PC69 gesehen – wie doch die Zeit vergeht, auch an Johan hat ein wenig der Zahn derselbigen genagt, wie ich aus nächster Nähe feststellen konnte. Nichtsdestotrotz ist man musikalisch immer noch top, wenngleich man nie die ganz grosse „Stimmungskanone“ werden wird. So zogen die Herren (mit dabei auch Anders Iwers) ihr Programm sauber und salbungsvoll durch, ohne nun für den ganz großen Aha-Effekt zu sorgen, dafür taugt ihre düstere, leicht monotone Musik einfach nicht. Dementsprechend nutzen einige Besucher den Gig, um sich liegend in andere Sphären entführen zu lassen. Ach ja, die Setlist: Neben neueren Sachen wie „Until The Hellhounds Sleep Again“ vom aktuellen Album „Amanethes“ wurde auch der Uralt-Klassiker „The Sleeping Beauty“ aus dem Hut gezaubert, der älter als so mancher Besucher gewesen sein dürfte. Dazwischen mit „Vote For Love“, „Divided“, „Cain“ oder „Brighter Than The Sun“ ein sehr ordentliches Best of der letzten 20 Jahre, TIAMAT hatten auf dem M’era Luna 2009 ganz sicher ihre Berechtigung, ohne für offene Münder gesorgt zu haben. Schön, dass die Veranstalter auch immer wieder ein paar Metal Bands einladen.
(TK)

IAMX

Jetzt war es für mich sn der Zeit, wieder in den Hangar zu marschieren, denn dort warteten IAMX auf mich. Oder zumindest ihre Musik, denn man hatte so sehr an der Bühnenbeleuchtung gespart, dass ich von meinem Platz aus recht wenig erkennen konnte. Interessanter Weise war es im Hangar nicht so voll, wie ich erwartet hatte, so dass man gemütlich stehen konnte und man nicht von Menschenmassen erdrückt wurde. Kleinere Spielereien waren auf der Bühne aufgebaut, so zum Beispiel ein Regenschirm vor dem Drumkit oder auch ein Miniaturpferd, das während der Performance noch zum Einsatz kommen sollte. Zunächst aber betrat Chris Corner samt Band wild geschminkt und gestylt die Bühne, um dann richtig durchzustarten. Vom Band klingen IAMX ja eher chillig und recht entspannt, doch hier wurde es jetzt richtig krachig und man konnte von Anfang an beste Stimmung verbreiten, was sicher auch mit an der wild zuckenden Keyboarderin lag. Ich schaute mir das Spektakel noch ein Weilchen mit an soweit es denn was zu sehen gab, bevor es mich wieder an die frische Luft Richtung Hauptbühne zog.
(Death Angel)

Setlist IAMX
Bring Me Back a Dog
Nature of Inviting
The Alternative
Sailor
An I For An I
Tear Garden
My Secret Friend
Spit It Out
Nightlife
Kiss and Swallow

SUBWAY TO SALLY

So langsam neigte sich das diesjährige M’era Luna dem Ende entgegen, doch bevor der große „Aderlass“ eintrat, sorgten einmal mehr die Stimmungsgaranten von SUBWAY TO SALLY für gute Laune. Und für eine heiße Show, womit ich nicht nur die ausgiebigen Pyroeffekte meine, die den Aufenthalt im Fotograben zu einer Herzerwärmenden Angelegenheit machten. Eric Fish, Bodenski, Frau Schmitt und Co. sind natürlich absolute Bühnenprofis, die ihre Anhänger in kürzester Zeit auf Betriebstemperatur bringen, so war auch an diesem August-Abend im abendlichen Drispenstedt. Zugegeben, ich habe die Truppe schon zu oft gesehen, um noch in absoluter Faszination zu schwelgen, doch ist das sicher nicht repräsentativ für die meisten Anwesenden, die nach den eher schwermütigen VELJANOV/ TIAMAT nun endlich wieder tanzen wollten. Mit Songs à la „So rot“, „Besser du rennst“, dem „Knochenschiff“ oder „Judaskiss“ war das auch problemlos möglich, während die „Eisblumen“ für etwas kitschige Stimmung sorgten. Eric zeigte sich agil wie eh und je, vorne wurde immer mal wieder rochiert – So sind die Sallys einfach eine sichere Bank für jedes Festival und das auch völlig verdient!
(TK)

DEATHSTARS

Die DEATHSTARS betraten die Bühne im Hangar mit 5-minütiger Verspätung, was nichts an den ausgezeichneten Reaktionen der Fans änderte. Sound und Licht waren beeindruckend und die Skandinavier legten sich mit ihrem Electro Glam Rock/ Metal in altbekannter Art und Weise ins Zeug. Ein würdiger Innen-Headliner, der noch einmal für viel Applaus sorgte!
(Carsten Leopold)

THE PRODIGY

THE PRODIGY als Hauptact des Festivals! Hätten die Veranstalter eine bessere Wahl treffen können? Ich glaube nicht. Gleich von der ersten Minute an, wo die beiden MCs Keith Flint und Maxim Reality zwischen Nebel und Lichtgewitter über die Bühne jagten, war überall Energie zu spüren. Schon bei den ersten Takten des Openers „World´s on fire“ begannen die Leute zu tanzen. Ich hingegen hatte nicht damit gerechnet, dass man „Breathe“ gleich an zweiter Stelle auf der Setlist positionieren würde und es war wie ein leise beginnendes Signal an die Menge, um nun komplett abzugehen. Und obwohl ich kaum etwas sehen konnte, glaube ich, dass in der Mitte der Zuschauer ein Pit entstanden war. Auf der anderen Seite hatten andere beschlossen, sich den Auftritt lieber gemütlich im sitzen anzuschauen (oder besser: anzuhören). Aber damit meine ich eher nur einen Herren, der einen leicht weggetretenen Eindruck machte, den die Musik aber anscheinend trotzdem irgendwie zu erreichen schien, denn er bewegte sich dann und wann dazu. Manchmal passieren schon komische Sachen auf Konzerten. THE PRODIGY hingegen gönnten der schwitzenden Menge keine Pause und machten weiter mit Club Granaten wie „Their law“, „Omen“ oder „Poison“. Doch für uns war an dieser Stelle die Zeit gekommen, das Gelände zu verlassen, auch wenn wir gerne noch etwas geblieben wären. Der Sound von „Warrior´s Dance“ war dann das letzte was wir hörten, bevor wir ins Auto stiegen und den Heimweg antraten.
(Sebastian Huhn)

Setlist THE PRODIGY
World’s on Fire
Breathe
Omen
Their Law
Poison
Warrior’s Dance
Firestarter
Voodoo People
Poison
Diesel Power
Warrior’s Dance
Stand Up
Run with the Wolves
Take Me to the Hospital

Copyright Fotos: TK außer DEATHSTARS, L’ÂME IMMORTELLE, SCHELMISH, MINA HARKER (Dani Vorndran)

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