Konzert Filter

M‘ERA LUNA 2012 – TAG 1

Ort: Hildesheim – Flughafen Drispenstedt

Datum: 11.08.2012

Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem die Kinder der Nacht ihr großes Festival feierten, zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite. Verrückt und auch nicht unbedingt im Sinne von DIARY-OF-DREAMS-Member Gaun:A , der sich am späten Nachmittag beschwerte, dass ihm der güldene Himmelskörper direkt ins Gesicht schien. Die übrige Festivalgemeinde machte jedoch nicht den Eindruck, als hätte sie sich eine andere Witterung gewünscht und auf Einzelschicksale kann bekanntlich sowieso keine Rücksicht genommen werden. Bereits zum 13. Mal hatten sich die Schwarzkittel in Hildesheim versammelt und es dürften wieder gut 20.000 gewesen sein, die ihre Zelte rund um den Flughafen in Drispenstedt aufgeschlagen hatten. Darunter auch der eine oder andere Besucher, der wahrscheinlich nur am Samstag vor Ort war, da mit PLACEBO ein Headliner an den Start ging, der auch genreübergreifend für Furore sorgt und – soviel sei bereits verraten – uneingeschränkt überzeugen konnte.

SYMBIOTIC SYSTEMS

Den Anfang machte um Punkt 11 Uhr jedoch eine Band, die im Vorfeld von den Festival-Besuchern auf die Bühne gevotet wurde. 42,78 % der abgegebenen Stimmen konnten SYMBIOTIC SYSTEMS aus dem nahen Hannover auf sich vereinen und präsentierten auf der Mainstage einen Mix aus sanften Gothic-Klängen und hartem Rock. On top gab es noch weiblichen Hauptgesang, für den Diana Pretz verantwortlich zeichnete, die am Mikro wiederum Unterstützung von Jan Jamaszyk und Keyboarder Hans-Christian „Hacki“ Jentsch erfuhr. Wirklich Neues konnte die Truppe den zahlenmäßig noch übersichtlichen Zuschauern nicht mit auf den Weg geben, aber immerhin boten sie einen netten Einstieg in das Festivalwochenende, und 20 Minuten Spielzeit sind nun auch wahrlich nicht die Welt.

NOYCE™

Viel mehr Zeit hatte man auch den Düsseldorfern nicht eingeräumt, die im direkten Anschluss die Hangar-Stage mit Beschlag belegten. Die Kapelle brachte neben dem gängigen Tasteninstrument eine singende Säge ins Spiel, wobei Kollege Markus Poschmann zwischenzeitlich auch mal zur elektrischen Gitarre wechselte. Auf die Ohren gab es eingängigen Elektro-Pop, der dem einen oder anderen Besucher eines DIARY-OF-DREAMS, CRÜXSHADOWS- oder VNV-NATION-Konzertes bereits über den Weg gelaufen sein könnte. Der Indoor-Bereich war für die frühe Stunde auf jeden Fall schon recht gut besucht und für diejenigen, die noch nicht wussten, mit wem sie es hier zu tun hatten, erschien immer mal wieder der Bandname auf der Videowall im Bühnenhintergrund.

INVADERS

Den weitesten Weg in den Süden Niedersachsens dürften INVADERS aus Sydney/ Australien gehabt haben. Im Gepäck hatte der Vierer in der klassischen Goth-Rock-Aufstellung Gesang – Gitarre – Drums – Keys Düsterrock mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der letzten Silbe. Mit ihrem Opener ließen sie es zunächst ein wenig ruhiger angehen, zeigten sich jedoch dennoch druckvoll und eingängig. Mit dem nächsten Stück nahmen die Herrschaften schließlich Fahrt auf, um im Anschluss auf recht getragenes Material ihrer Debüt-EP zurückzugreifen. Mit mehr Schwung gefielen mir die Jungs allerdings besser und in den hohen Stimmlagen kam zudem Fronter Tyrone Bain eindeutig an seine Grenzen. Auch unter dem Aspekt, dass hier und da noch die Mittagsmüdigkeit und ein Kater aus den Schwarzkitteln zu vertreiben war, hätte etwas mehr Schmackes nicht geschadet. Auf der Zielgeraden legten die Aussies schließlich noch mal ein paar Briketts drauf und verabschiedeten sich mit der Aufforderung bzw. dem Wunsch, dass doch alle betrunken werden mögen.

OFFICERS

Elektro – Industrial – Wave – diese drei Komponenten haben sich die fünf Briten von OFFICERS auf die Fahnen geschrieben und ihre musikalische Entsprechung auf ihr letztjähriges Debüt „On The Twelve Thrones“ gebrannt. GARY NUMAN und der NME zeigten sich begeistert. Ersterer hat das Quintett als Support gebucht, letztere fanden folgende warme Worte: „completely soaking in dark, smouldering… brilliance“. Das Interesse an den OFFICERS hielt sich im Hangar noch in Grenzen, dabei war die Musik grundsätzlich nicht verkehrt. Der Sound allerdings ein wenig zu breiig und gelegentlich neigte der Sänger dazu, seine Stimme eindeutig zu jaulig klingen zu lassen. Insgesamt wussten die Briten aus dem Nordosten des Eilandes durchaus zum Tanzen zu animieren und boten mit ihrer Lightshow auch etwas fürs Auge; nur am Feintuning müssen die Herren an Tasten, Drumsticks, Saiten und Mikro noch ein bisschen feilen. Allerdings habe ich auch nur 20 Minuten gehört, weil mich der Name der kommenden Band vor die Außenbühne lockte.

GRÜSSAUGUST

Hinter so einem Namen kann sich ja fast alles verbergen. Tatsächlich hatten wir es hier mit Sänger Robert Beckmann und Schlagzeuger Titus Jany mit zwei ehemaligen Mitgliedern der Band THE INCHTABOKATABLES zu tun, die seit 2010 beim besagten GRÜSSAUGUST ihre Finger im Spiel haben. Stilistisch sind die Herren, die am elektrischen Saiteninstrument weibliche Unterstützung erhalten, durchaus in der Nähe von NEW MODEL ARMY zu verorten und entsprechend druckvoll starteten die Berliner auch ihren Vortrag. Herr Beckmann griff dabei gern auch zur Fiedel, die durchaus auch ohne Bogen gespielt wurde und selbst gerissene Saiten wurden billigend in Kauf genommen. Die „Königin der Nacht“ empfahl sich mit krachenden Sounds und rauen Vocals, während der Gitarrist für das nachfolgende, sehr atmosphärische Lied eine Sprache wählte, die ich leider nicht einordnen konnte. „Don’t Think“ war hingegen eindeutig Englisch und gefiel mit grummelnder Slow Motion, sie langsam Fahrt aufnahm, ehe es fürs Publikum CDs regnete und GRÜSSAUGUST ihre Show nach 35 Minuten ebenso knackig wie schwurbelig beendeten. Hier wurde vereinzelt bereits mitgeklatscht und für die feine Abwechslung zur mittäglichen Stunde gab es zudem freundlichen Applaus, der ohne Frage verdient war.

JÄGER 90

Zurück in den Hangar, der bekanntermaßen mehr den harten, elektronischen Klängen vorbehalten ist. Für die kommenden 40 Minuten standen hier Thoralf Dietrich und Vigo Stahlmann auf der Stage, die zweifellos eine Band besonders verehren: DAF. Dietrich, der JÄGER 90 2005 aus der Taufe gehoben hat, agierte zunächst mit einer weißen Maske, Hut und langem Mantel angetan allein auf der Bühne, wenn man mal davon absieht, dass Stahlmann den Verfolger bediente, um seinen Mitstreiter stets ins rechte Licht zu rücken. Der verschwand wenig später zunächst im Off und hatte sein Outfit gegen die Montur eines Kampfjet-Piloten getauscht – selbige Kleidung trug übrigens auch der Herr am Schlagwerk, der allerdings häufig im Nebel verborgen lag. Das Auditorium nahm daran jedoch keinen Anstoß und tanzte insbesondere in den vorderen Reihen bereits eifrig mit. Zwar hatten die Songs im Grunde alle den gleichen Aufbau, aber wenn einem der EBM-Groove erstmal in die Beine gefahren war… Zwischenzeitlich wechselte Vigo auch ans Tasteninstrument, bei dieser Nummer war eine kurze Verschnaufpause angesagt, die der Zuschauerschaft mit einigen Gratis-CDs versüßt wurde, bevor es wieder in die Vollen ging. Auch zu „Dessau“ flogen noch einige Silberlinge in die Crowd, die gut mitging und viel Applaus spendete, bevor mit „Stiefelblitz“ Highspeed angesagt war. Ebenso treibend beendete das Duo am Ende seinen Ausflug in DAF-Gefilde und entließ mich erneut ins Freie.

HEIMATAERDE

Auf der Mainstage zogen bereits seit einigen Minuten HEIMATAERDE ihre Mittelalter-Kreuzritter-Show ab. Wie es sich gehört, trugen die Musiker und ihre Statisten Ritter- bzw. Mönchsgewänder und hatten der Tradition folgend auch am Kunstblut nicht gespart. Musikalisch wurde das Ganze mit hartem Elektro garniert, zu dem ein Mitstreiter gar sein Leben lassen musste. Natürlich war auch das nur Show, aber man zog halt mit Mann und Maus in den Krieg und da bleiben auch Bestrafungen, die mit dem Tod enden, wohl nicht aus. Ashlar von Megalon, der HEIMATAERDE 2004 gegründet hat und in den ersten Jahren von Live-Gigs überhaupt nichts wissen wollte, gab wieder einmal den gestrengen Heerführer und warb um Ideen für einen geeigneten Namen für die elektronische Tastenleier, die noch auf eine passende Bezeichnung wartet. Ansonsten waren natürlich die üblichen Instrumente wie Gitarre und Synthie am Start; wenn er nicht gerade am Mikro gebraucht wurde, blies Bruder Ansgar v. Hucretha jedoch auch schon mal in eine Flöte, der DJ Ash ebenfalls besondere Aufmerksamkeit schenkte. Insgesamt muss man sagen, dass die Musik bei HEIMATAERDE zumindest beim M’era Luna etwas in den Hintergrund gerückt ist und ich mich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass stattdessen die Bühnen-Deko mit allerlei Wimpeln, Standarten und dem großen Backdrop mitsamt der Aufmachung der Protagonisten einen großen Teil der Wirkung übernehmen sollte. In Kombination hat das nicht immer geklappt, das Interesse an den in Ungnade gefallenen Tempelrittern war aber in jedem Fall groß, denn es war zwischenzeitlich ziemlich voll geworden.

NOISUF-X

Für mich hieß es jetzt wieder flott die Location zu wechseln, um dem deutschen Elektro-Projekt NOISUF-X zu lauschen, das Mastermind Jan L. Mitte des letzten Jahrzehnts ins Leben gerufen hat. Unterstützung an den Tasten und Reglern fand er im Hangar bei zwei weiteren Herren in weißen Hemden, die der tanzwütigen Meute ordentlich was auf die Zwölf gaben. Während auf der Leinwand allerlei Insekten zu beobachten waren, hauten NOISUF-X harte Elektroklänge im Stakkatosound raus, bei denen insbesondere die Cyber-Goths auf ihre Kosten kamen. So machte „Please Hang Up (Mobile Interferrence)“ erst gar keine Gefangenen, während das folgende „Deutschland braucht Bewegung“ für sich sprach. Dies reichte Jan jedoch noch nicht und so verband er seinen Song „Aggrophil“ mit der Forderung, noch mehr Motion ins Spiel zu bringen. Der DAC-Hit „Hit Me Hard“ wurde zweifelsohne ganz im Sinne seines Schöpfers abgefeiert und enthielt meinen persönlichen NOISUF-X-Schlussakkord, weil es mich wieder in die Sonne zog.

ROTERFELD

Für die Festivalgänger, die nur einen flüchtigen Blick ins Programm geworfen hatten, war jetzt vielleicht ein Moment der Verwunderung gekommen, denn auf der Stage standen um 14.45 Uhr ROTERFELD und nicht ROTERSAND. Die sind zweifellos bekannter, waren mit ihrem strammen Future Pop jedoch erst am nächsten Tag im Hangar dran. Hinter ROTERFELD verbarg sich vielmehr Aaron Roterfeld, der ursprünglich aus einen 700-Seelen-Dorf aus dem Westen Österreichs stammte und im vergangenen Jahr sein Debüt „Blood Diamond Romance“ veröffentlicht hat. Der Name lässt es fast schon vermuten: Düster-Rock skandinavischer Prägung hat es dem Ösi angetan, der beim heimischen Radio Schlager und Oldies anmoderiert hat. Zum Düster-Rock gehört natürlich auch entsprechendes Posing, weshalb nicht nur für ein ausreichendes Augen-Make-Up bei der Combo gesorgt wurde, sondern der Herr Fronter auch angetan mit einer langen Schleppe, die von zwei leicht bekleideten Damen gehalten wurde, seinen Arbeitsplatz für die kommenden 40 Minuten betrat. Mit dem Opener „Sick of Being Bored“ verkauften die Österreicher sich auch noch ganz ordentlich, doch schon das folgende „Don’t Be Afraid“ brachte deutliche Diskrepanzen beim Gesang zum Vorschein. Was für die Konservenkost im Studio noch auf ein passables Niveau geschraubt werden konnte, war live und ohne doppelten Boden grenzwertig. Das Stimmchen eher dünn, meinte der gute Aaron auch noch, in epischer Länge quatschen zu müssen. So gab’s für den Titeltrack „Blood Diamond Romance“ dann auch nur noch höflichen Applaus, auf sein gewünschtes Bier musste der Herr allerdings vergeblich warten. Ob die Ankündigung eines Privatkonzertes ein Versprechen oder eine Drohung war, lasse ich mal dahin gestellt, auf jeden Fall klang „Great New Life“ ziemlich geklaut und war dabei noch das beste Stück, bei dem hier und da auch mitgeklatscht wurde. Die Aussicht auf eine neue Platte machte die Sache ebenfalls nicht besser, denn meines Erachtens sollte der Mann sein Tonstudio besser nutzen, um anderen Künstler eine Aufnahmemöglichkeit zu bieten, statt selbst Musik zu machen. Aber vielleicht stehe ich mit dieser Meinung auch allein, denn „Stop“ schaffte es erstaunlicherweise in unseren Club-Charts bis auf Position 3. Dabei fand er den Song angeblich selbst scheiße und wenn es in Österreich keine Gothic-Stores und –Clubs gibt, sondern nur „Berge aus Nebelumhangenden Wäldern“, dann hat das vielleicht auch seine Gründe.

FADERHEAD

Bis ich mir in der Flugzeughalle den Kopf wieder frei pusten lassen konnte, sollten noch ein paar Minuten vergehen, denn man werkelte zur eigentlichen Startzeit noch eifrig an der Kommandozentrale des Hamburgers Sami Mark Yahya und seinen drei namenlosen Mitstreitern an den Knöpfen. Um 15.30 Uhr ging es mit einem FADERHEAD-Intro jedoch schließlich los und während die Bühne blau erstrahlte, trieben die Jungs ihren zahlreich erschienene Fans das krachende „The Way To Fuck God“ entgegen. Nicht ganz so heftig, dafür sehr rhythmusbetont klatschte „Acquire The Fire“ ab. Mit „Electrosluts Extraordinaire“ folgte auch schon mein letzter Track, den ich ein wenig kraftlos fand; wie’s danach weiterging, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis, denn ich war auf MEGAHERZ abonniert.

MEGAHERZ

Gern hätte ich wie beim Castle Rock 2010 einen direkten Vergleich zwischen MEGAHERZ und EISBRECHER gehabt, aber die Band, zu der die beiden ehemaligen MEGAHERZ-Members Alexx Wesselsky und Noel Pix gehören, hatte ihren Auftritt erst am Sonntag und ich war zu diesem Zeitpunkt leider verhindert. Also dieses Mal nur MEGAHERZ, dessen Cover der aktuellen Platte „Götterdämmerung“ (immerhin #19 der Albumcharts) in Form eines großen Backdrops bereits auf die Münchner Kapelle aufmerksam machte. Zum Intro wurde die Stage in Nebel gehüllt und nach und nach fand sich die Band ein. Die dreiköpfige Gitarrenfraktion trug derweil einheitliche Dienstkleidung im Uniform-Look, während Fronter Lex Wohnhaas eine Hose gewählt hatte, die viel enger nicht hätte sein dürfen. Das konnte der Mann an den Saiten außen links zwar noch toppen, aber wenden wir uns nach den Äußerlichkeiten der Musik zu und die hatte es definitiv in sich. Zwar hatte der kahlköpfige Lex zu Beginn keinen Saft auf seinem Mikro, weshalb es „Jagdzeit“ zunächst in einer ungewollten Instrumentalfassung gab, dieses Hindernis konnte jedoch schnell behoben werden und dann ging es mit feiner NDH ans Eingemachte. Entsprechend klatschte das Publikum bereits beim ersten Track begeistert mit und spätestens mit „Heuchler“ war klar, dass Herr Wohnhaas sein Auditorium deutlichbesser im Griff hatte als sein Vorgänger Roterfeld auf derselben Bühne. So schwenkten die zahlreichen Zuschauer gern und ausdauernd ihre Arme zum „Prellbock“ und wenn man „Keine Zeit“ hat, muss man es eben krachen lassen. Das taten die Bayern ohne Zweifel auch mit dem knackig-eingängigen „Heute Nacht“ vom besagten siebten Silberling „Götterdämmerung“, aber auch ein Klassiker wie „Dein Herz schlägt“ durfte in Hildesheim nicht fehlen. Der wird bestimmt auch auf der Setlist zur Tour stehen, die am 31.10. in Augsburg (zusammen mit UNZUCHT) beginnt. Mit Sicherheit werden jedoch „5. März“ und „Miststück“ mit von der Partie sein – mit diesen Highlights der MEGAHERZ-Diskografie verabschiedete sich der Fünfer standesgemäß und natürlich mussten beim „Miststück“, das sich MEGAHERZ und EISBRECHER teilen, auch die Fans singen. Wenn hier auch nur kollektiv und nicht wie bei Alexx einzeln und mit Mirkofon-Unterstützung. Die Nähe zum Publikum suchte aber auch sein Nachfolger bei MEGAHERZ und so darf ich ohne Übertreibung verkünden, dass die 40 Minuten mit den bösen Buben aus dem Süden der Republik bei schönstem Sonnenschein rasend schnell vergangen sind.

Setlist MEGAHERZ
Intro
Jagdzeit
Heuchler
Prellbock
Keine Zeit
Heute Nacht
Dein Herz schlägt
5. März
Miststück

RABIA SORDA

Im Hangar war währenddessen der Zeitplan ein wenig aus dem Ruder gelaufen, weshalb RABIA SORDA erst mit rund zehnminütiger Verspätung ihren Auftritt endgültig in Angriff nehmen konnten. Zuvor war bereits kurz das Intro angespielt, dann jedoch wieder abgebrochen worden. Schließlich konnte das Solo-Projekt des Mexikaners Erk Aicrag (HOCICO) jedoch nach einem sphärischen Start richtig loslegen. Mit dem sehr tanzbaren „Out of Control“ und heftigen Aggrotech-Vocals ging es in die Vollen und auch die Stakkato-Sounds von „Radio Paranoia“ machten ordentlich Tempo. Für mich hieß es an dieser Stelle schon wieder Abschied nehmen, denn mich lockte eindeutig die Sonne, in der sich auf der Mainstage die LETZTE INSTANZ aalte.

LETZTE INSTANZ

Die LETZTE INSTANZ zählt zweifellos auch zu den Instanzen des M’era Lunas. Bereits im ersten Jahr in Hildesheim waren die Dresdner mit von der Partie, mit zwölf Jahren auf dem Bandbuckel sind die Crossover-Folk-Rocker in der Szene eh eine feste Größe und entsprechend voll war es auch schon vor der Stage, als ein Bühnenarbeiter aus Goethes Zauberlehrling rezitierte, um so die Mikros zu testen. Damit konnte er sogar Beifall einheimsen, doch die tatsächliche Aufmerksamkeit galt natürlich der siebenköpfigen Combo, die wenig später „Die Flucht ins Glück“ antrat. Die Festivalgemeinde zeigte sich ebenso angetan wie feierfreudig und auch „Mein Todestag“ wurde ausgiebig zelebriert. Weshalb das letzte Konzert in Hannover ausfallen musste, hat Sänger Holly nicht verraten, aber angekündigt, dass die LI am 12.10. mit der neuen Platte „Ewig“ in die Leine-Stadt zurückkehren wird, bevor es mit „Dein Licht“ zunächst vor Ort etwas ruhiger zur Sache ging. Wie es sich gehört, gaben die Jungs jedoch schon bald wieder Gas und natürlich saß Cellist und Rastamann Benni Cellini auch heute mit bloßem Oberkörper und nackten Füßen auf seinem „Thron“. Druckvoll spielten er und seine Spießgesellen zum „Tanz“ auf, sodass es auch M. Stolz an der Geige langsam zu warm wurde und zum gefühlvollen neuen Track „Von Anfang an“ ebenfalls oben rum blank zog. Vielleicht bezog sich der Anblick der nackten Haut auch auf Hollys Information, dass es sich bei „Von Anfang an“ um ein Lied für die Frauen handelte. Auf jeden Fall war das folgende „Sing!“ den Männern gewidmet, die zweifellos auch das lautere Organ ihr Eigen nennen und deshalb insbesondere bei den Geschlechter-Singspielchen zu „Finsternis“ (bei dem auch kurz „The Final Countdown“ von EUROPE eingebaut wurde) die Nase vorn hatten. Großes Arme schwenken von Männlein und Weiblein war dann bei der LI-Hymne „Wir sind allein“ angesagt, bevor die Herrschaften wieder von dannen zogen und ich erneut meine kurze Strecke in den Hangar zurücklegte.

Setlist LETZTE INSTANZ
Flucht ins Glück
Mein Todestag
Der Garten
Dein Licht
Tanz
Von Anfang an
Sing!
Finsternis
Wir sind allein

IN STRICT CONFIDENCE

Stand bei der Bandgründung 1989/1990 noch eine Mischung aus hartem Elektro mit melodischem Wave-Einschlag auf dem musikalischen Programm von IN STRICT CONFIDENCE, so fühlten sich die Gründungsmitglieder Dennis Ostermann und Jörg Schelte spätestens seit dem dritten Album „Love Kills“, welches 2000 erschien, eher zum technoid beeinflussten Elektro hingezogen, der inzwischen auch mit deutlichen Gitarren-Einflüssen liebäugelt. In diesem Sinne nahmen die drei Instrumentalisten um 17.45 Uhr zu einem Intro Aufstellung, ehe Ostermann begleitet von einem Video-Einspieler die Szene betrat. Eingängig und druckvoll eröffnete „My Despair“ den Reigen, dem mit viel Speed „Promised Land“ folgte, zu dem auch Sängerin Nina de Lianin in Aktion trat. Während Dennis eher raue Vocals beisteuerte, sorgte die Dame für samtweichen weiblichen Gesang, der meines Erachtens ein bisschen dünn geraten war. Dafür gefiel „Seven Lives“ als düsterer Midtempo-Stomper mit Tanzqualitäten, dem sich das getragene „Forbidden Fruit“ anschloss, das wie die übrigen Tracks visuelle Untermalung auf der Videowall erfahren hatte und für mich war es erneut an der Zeit, den Standort zu wechseln.

DIARY OF DREAMS

Als nächstes waren DIARY OF DREAMS an der Reihe, die Menge vor der Hauptbühne zu begeistern, und das sollte ihnen erwartungsgemäß nicht schwerfallen angesichts von Präsenz und Song Material. Handelt es sich doch bei den Deutschen um eine richtige Band mit Schlagzeug und „echten“ Instrumenten und keine reinen Electro-Tasten-Dreher, die eher im Hangar ihre Stärken ausspielen können. Und größere Menschenmengen sollten den Herren nach dem Support von UNHEILIG auch bekannt sein, von daher konnte es direkt und bei bestem Wetter in die Vollen gehen. Fronter Adrian Hates ist neben seiner ausgezeichneten Stimme auch mit einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz ausgestattet, von daher dauerte es nicht lang, bis die „Schwarzen“ in Wallung kamen und ihre Textsicherheit unter Beweis stellten. 1 Stunde ist nicht gerade viel, ergo konzentrierte man sich auf die bekanntesten Stücke, „all Killer no Filler“ sozusagen. Egal ob „Chemicals“, „Traumtänzer“ oder zum Schluss das Trio „Undividable“/ „The Curse“/ „Kindrom“ – die pathetisch erhabenen Düsterhymnen sorgten für Stimmung und gute Laune. Ende des Jahres ist das Quintett dann wieder als Headliner auf einer sicherlich sehr interessanten Akustik-Tour unterwegs.

Setlist DIARY OF DREAMS
Intro
The Wedding
Chemicals
Butterfly:Dance!
Lebenslang
The Plague
MenschFeind
Traumtänzer
King of Nowhere
Undividable
The Curse
Kindrom ´

FIELDS OF THE NEPHILIM

Ganz alte Recken standen als nächstes auf der Hauptbühne: FIELDS OF THE NEPHILIM! Zwar ist von der Urbesetzung genau genommen nur noch Mastermind und Sänger Carl McCoy vertreten und die vier Jungs an den Instrumenten erst nach der Neugründung 2005 nach und nach hinzugestoßen. Die Herren Musiker haben sich aber bestens an den Endzeit-Look ihres Chefs angepasst und einen guten Job abgeliefert. Eine gute Portion Italo-Western spiegelte sich derweil bereits im (Morricone-)Intro, das mit einem entsprechenden Soundtack daher kam, ehe der stimmgewaltige McCoy begleitet von wummernden Langäxten loslegte. Ähnlich wie bei der anderen großen Goth-Rock-Band SISTERS OF MERCY lag die Stage häufig im Nebel verborgen, was aber durchaus zum Sound passte und im Übrigen geschah auf der Bühne eh nicht ganz viel. Die Herren an den Krachlatten blieben eher statisch, was aber absolut in Ordnung ging, denn in letzter Konsequenz wirkte hier die Musik, die Kollege Carl (mit Unterbrechungen) seit 29 Jahren macht. Mit dabei solche Schätzchen wie das knackige „Love Under Will“ in Slow Motion, dass hallige „From The Fire“ oder das krachende „Penetration“, das ordentlich Gas gab. Fette Gitarrenwände begleiteten auch den „Preacher Man“, mit denen die musikalische Reise startete und auf ähnliche Weise ging sie dank der vollen Breitseite von „Moonchild“ auch zu Ende. Mal abgesehen vom ziemlich sang- und klanglosen Abgang nach 55 Minuten, eine überzeugende Sache, aber wenn man’s genau nimmt, passt genau das zu den FIELDS OF THE NEPHILIM wie die Faust aufs Auge. Keine Schnörkel, keine unnötigen Bewegungen und kein überflüssiges Gequatsche. Ein bisschen Nebel, Hall, ein Standard-Outfit und guten, alten Düster-Rock. Fertig!

DE/VISION

Im kommenden Jahr können Steffen Keth und Thomas Adam bereits ihr silbernes Bandjubiläum feiern, von Abnutzungserscheinungen ist bei den Herrschaften, die zweifellos zur Sperrspitze der deutschen Synthie-Szene zählen, jedoch nichts zu spüren. Der zeitliche Rückstand war im Hangar inzwischen wieder aufgefangen worden und so konnte man pünktlich vor ziemlich vollem Haus starten. Mit „Try To Forget“ ging es dann auch gleich sehr tanzbar weit zurück in der DE/VISION-Diskografie, während das etwas getragenere „Strange Affaction“ insbesondere in die Beine von Sänger Steffen ging. Das einschmeichelnde „I Regret“ hat ebenfalls schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, jedoch nichts von seinem Charme eingebüßt. Erst am 24.08.2012 wird hingegen „Binary Soldier“ auf „Rockets & Swords“ erscheinen, wusste aber bereits live zu überzeugen und wurde mit kräftigem Applaus bedacht. Das Zugabespielchen für „Flavour of The Week“ hätten sich DE/VISION, die an den Drums zusätzliche Unterstützung hatten, allerdings sparen können. Nach dem zackigen „Time To Be Alive“ war das Trio ein wenig unmotiviert von der Bühne gegangen und kam dann noch mal mit den Worten „Ein Lied dürfen wir noch spielen“ zurück. Für mich sah das eher danach aus, als hätten sie um Zugaberufe gebettelt, aber damit muss man insbesondere bei Festivals vorsichtig sein, denn da sind Zugaben ja nun einmal die Ausnahme. Nun denn, es war ein schönes Konzert und der Abend noch lang.

SUBWAY TO SALLY

Was bei Festivals gefragt ist, wissen SUBWAY TO SALLY als alte Hasen mit Sicherheit und was bei den Brandenburgern nicht fehlen darf, ist Feuer. Das loderte in mehreren Zungen auch gerade vor der Bühne, als ich zum letzten Drittel der Show hinzu stieß. Ich sollte aber noch mal in den optischen Genuss kommen, denn auch beim Song zum angekündigten Weltuntergang gab es noch einmal wahre Feuerkaskaden zu sehen. Na klar, wenn schon Weltuntergang, dann richtig und angeblich soll ja nach dem Maya-Kalender die Welt am 21.12.2012 ihren letzten Atemzug tun. Dafür hatten SUBWAY TO SALLY mit „Macht Euch bereit“ den passenden Titel im Köcher und luden auch gleich einmal die Anwesenden ein, den letzten Abend bei ihrer Eisheiligen Nacht in Dresden zu verbringen. Vorher ging es allerdings mit einem echten Hit-Marathon Schlag auf Schlag: Dem „Kleid aus Rosen“ folgte die magische „Sieben“ und „Ohne Liebe“ wurde nonstop dem „Veitstanz“ gefrönt. Keine Frage, dass der Dudelsack geradezu heiß lief und auch im Publikum die langsam aufziehende Kälte keine Chance hatte. Das Einzige, was die Mittelalter-Rock-Urgesteine ihren Fans schuldig blieben, war „Julia und die Räuber“, aber als fünf Minuten vor der Zeit die Truppe die Stage verließ, sah es nicht so aus, als käme noch was nach, da die Stagehands bereits mit dem Abbau begannen. Vielleicht brauchten PLACEBO einfach noch diese fünf Minuten für ihren Bühnenaufbau.

SUICIDE COMMANDO

Mir blieben so noch ein paar Minuten, um im pickepacke vollen Hangar einen Blick auf das Selbstmordkommando des Belgiers Johan van Roy zu werfen, dessen Bühnenaufbau schnell vonstatten gegangen sein dürfte, denn außer einem Drumkit, einem Rechner und einer Videowall brauchte es für den Indutrial/ Aggrotech von SUICIDE COMMANDO nichts. Mit „Severed Head“ vollzog sich der Start vergleichsweise zahm, doch schon mit dem folgenden „Hate Me“ war so richtig Alarm angesagt. „God Is In The Rain“ ging ein wenig vom Gas, blieb dabei jedoch sehr eingängig und somit tanzbar, bevor auf der Leinwand marschierende Soldaten auftauchten, die natürlich die passende Marschmusik erhielten. Ich habe an dieser Stelle jedoch meinen Platz im Gebäude an einen der vielen Festivalgänger abgeben, die noch draußen standen und mir einen geeigneten Standort für mein Highlight des Tages gesucht.

PLACEBO

Schließlich gaben sich Brian Molko und Konsorten die seltene Ehre eines PLACEBO-Konzertes. Nachdem das „Leeloo“-Intro verklungen war und alle Beteiligten (neben Langzeit-Bassist Stefan Olsdal und Schlagzeuger Steven Forrest waren noch Fiona Brice an der Violine und den Keys sowie Gitarrist Alex Lee mit von der Partie) ihren Platz gefunden hatten, legten PLACEBO mit „Kitty Litter“ vom letzten Album „Battle For The Sun“ aus 2009 einen gelungenen Start hin. Druckvoll und mit grummelnden Krachlatten schloss sich der Titeltrack eben dieser Scheibe an, während auf den Monitoren, die im oberen Bereich der Bühne angebracht waren, Szenen von selbiger zu sehen. Lichtkaskaden ergossen sich in unterschiedlichen Farben und verstärkten die visuellen und akustischen Eindrücke. Mit „Every You Every Me“ gab’s wenig später einen Klassiker vom zweiten Silberling „Without You I’m Nothing“ aus 1998 auf die Ohren. Keine Frage, dass hier ein erster Höhepunkt der Show zu verorten war, bei dem der gute Brian übrigens keine Brille mehr trug. Ob er mit fortschreitendem Alter jetzt auf eine Sehhilfe angewiesen ist, jedoch gemerkt hat, dass es eh dunkel war und er vom Publikum nicht das Meiste hätte ausmachen können oder es sich bei dem Horngestell, das er anfangs trug, um ein modisches Accessoire handelte, bleibt wohl sein Geheimnis. Auf jeden Fall ging es mit „Speak In Tongues“ und „Black Eyed“ (2000 auf „Black Market Music“ veröffentlicht) ein wenig ruhiger, aber keineswegs weniger zwingender zu. Wie bereits zu „Battle For The Sun“, griff Fiona für den letztgenannten Song wieder zur Geige, bevor Mr. Molko das gefühlvolle „Special Needs“ vom 2003er „Sleeping With Ghosts“ mit den deutschen Worten „Und jetzt ein Lied für die Damen“ ankündigte. „For What It’s Worth“ ließ es dann wieder nach allen Regeln der Kunst krachen und auch „I Know“ vom selbstbetitelten Debüt von 1996 ging nach einem verhaltenen Auftakt inklusive Akustikgitarre ans Eingemachte. Auch hier durften ein paar deutsche Brocken nicht fehlen: „Ein bisschen alte Schule“ kündigte Brian Molko an und wusste damit ebenso zu überzeugen wie mit dem treibenden „Slave To The Wage“, das zum Massenklatschen animierte und umgehend ins Bein ging. „Meds“ vom gleichnamigen Longplayer aus 2006 rückte zunächst den charismatischen Sänger mit der androgynen Stimme ins Rampenlicht, ehe Lichtblitze über die Stage zuckten und der „Song To Say Goodbye“ mit Begeisterung aufgenommen wurde. Der einzige Wermutstropfen bei dieser Nummer ist allerdings der Umstand, dass damit üblicherweise der letzte Song näher rückt und der heißt erfahrungsgemäß „The Bitter End“. In beiden Fällen bearbeitete Miss Brice noch einmal die Saiten ihrer Violine und Brian sorgte mit seinem Sechssaiter für diverse Feedbacks, bevor PLACEBO um 23.40 Uhr für einen Moment die Stage verließen. Um eine Zugabe kam der Vierer natürlich auf gar keinen Fall herum und so dauerte es auch gar nicht lang (wahrscheinlich nur so lange wie es dauerte, bis Molko sich die Kippe organisiert hatte, mit der wieder auf der Bühne erschien) und „Running Up That Hill“ konnte zum Besten gegeben werden. Das Lied hat mir in der PLACEBO-Bearbeitung immer schon besser als das deutliche ruhigere Original von KATE BUSH gefallen und aufgrund der zahlreichen Akklamationen darf man wohl davon ausgehen, dass auch das M’era-Luna-Publikum die Darbietung, bei der Fiona auch einen Gesangspart übernahm, mochte. Blieb nur noch „Infra-red“, mit dem ein letztes Mal Gelegenheit zum Tanzen war, dann verabschiedeten sich PLACEBO abschließend mit ein paar langen Rückkopplungen, letzten Verbeugungen und einigen Drumsticks von ihren Fans.

Setlist PLACEBO
Leeloo (Intro)
Kitty Litter
Battle For The Sun
Every You Every Me
Speak In Tongues
Black-Eyed
Special Needs
For What It’s Worth
I Know
Slave To The Wage
Meds
Song To Say Goodbye
The Bitter End

Running Up That Hill (KATE-BUSH-Cover)
Infra-red

70 Minuten sind für ein Headliner-Konzert zwar vergleichsweise kurz, aber dafür hatten es diese 70 Minuten in sich. Ein toller Gig mit einer gelungenen Songauswahl, gutem Sound und schönen Lichteffekten. Außerdem musste der Abend ja noch lange nicht enden. Im Disco-Hangar spielte man sich gerade erst warm und auch auf dem Zeltplatz war die Nacht noch jung und das letzte Kaltgetränk lange noch nicht getrunken. Für mich stand hingegen der geordnete Rückzug auf dem Programm, denn der zweite Tag musste leider ohne mich stattfinden und 150 km Fahrt lagen vor mir. Unser Fotograf war hingegen auch am Sonntag fleißig und hat viele schöne Bilder für unsere Leser geschossen, die ihr in der Galerie begutachten könnt.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

Copyright Texte: ump ausser DIARY OF DREAMS (TK)

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DE/VISION auf terrorverlag.com

Mehr zu DIARY OF DREAMS auf terrorverlag.com

Mehr zu FADERHEAD auf terrorverlag.com

Mehr zu FIELDS OF THE NEPHILIM auf terrorverlag.com

Mehr zu GRÜSSAUGUST auf terrorverlag.com

Mehr zu HEIMATAERDE auf terrorverlag.com

Mehr zu IN STRICT CONFIDENCE auf terrorverlag.com

Mehr zu INVADERS auf terrorverlag.com

Mehr zu JÄGER 90 auf terrorverlag.com

Mehr zu LEÆTHER STRIP auf terrorverlag.com

Mehr zu LETZTE INSTANZ auf terrorverlag.com

Mehr zu MEGAHERZ auf terrorverlag.com

Mehr zu NOISUF-X auf terrorverlag.com

Mehr zu NOYCE TM auf terrorverlag.com

Mehr zu PLACEBO auf terrorverlag.com

Mehr zu RABIA SORDA auf terrorverlag.com

Mehr zu ROTERFELD auf terrorverlag.com

Mehr zu SUBWAY TO SALLY auf terrorverlag.com

Mehr zu SUICIDE COMMANDO auf terrorverlag.com

Mehr zu SYMBIOTIC SYSTEMS auf terrorverlag.com