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MESH

Ort: Köln – Essigfabrik

Datum: 23.10.2015

Was gibt es schöneres, als das Wochenende mit einem guten Konzert einzuläuten? Naja, staufrei und deshalb pünktlich anzukommen, wäre ein großer Pluspunkt, den ich leider nicht für mich verbuchen konnte, als es um den Gig von MESH in der Kölner Essigfabrik ging. Den vollen Autobahnen in NRW fiel deshalb der erste Support der Synthie-Popper aus Bristol komplett zum Opfer, weshalb ich nur berichten kann, dass es sich um NINA aus Great Britain handelt, die sich ebenfalls den synthetischen Klängen verschrieben hat und von zwei Herren auf der Bühne begleitet wurde. Ich selbst bekam nur noch kurz TORUL aus Slowenien zu Gesicht, die bei meiner Ankunft in der gut gefüllten Venue bereits in den letzten Zügen lagen, aber ganz offensichtlich beim Publikum bestens angekommen waren. Vor zwei Jahren eröffneten Torul Torulsson und seine Mannen schon mal für MESH, damals habe ich die Combo in der Bochumer Matrix gesehen und ich kann zumindest sagen, dass der Sound in der Domstadt deutlich besser war. Schnell noch ein Foto fürs bandeigene Fotoalbum und die sozialen Medien, dann konnte der Umbau für den Hauptact beginnen.

Lange musste sich die schwarze Gemeinde, die im Übrigen sehnsüchtig ein neues Album herbeisehnt, nicht warten, denn 20 Minuten später erklang das Intro, zu dem Mark Hockings (Gesang), Richard Silverthorn (Keys & Gitarre), Drummer Sean Suleman und Tastenmann Richard Broadhead (seit kurzem der erste MESH-Großvater) ihre Plätze einnahmen. Los ging’s mit dem Song „Flawless“ vom aktuellen Studio-Silberling „Automation Baby“ aus 2013 und spätestens mit dem nachfolgenden Titeltrack war die Crowd in Tanzlaune, was sich auch im Laufe des Abends nicht mehr ändern sollte. Dafür sorgten natürlich in erster Linie die großartigen Songs, die wie der Klassiker „You Didn’t Want Me“ vom 1996er Debüt „In This Place Forever“ ebenso beklatscht wurden wie neueres Material wie zum Beispiel „Everything I Made“, für das Mr. Silverthorne zur Gitarre griff. Bisweilen gab es auf den großen Leinwänden im Hintergrund und auf den Monitoren rechts und links der Bühne auch bewegte Bilder zu sehen. Etwa bei „You Want What’s Owed To You”, zu dem eifrig Pfundnoten abgezählt wurden. „When The City Breathes“ wurde ebenfalls von Animationen begleitet, was auch für „Never Meet Your Heroes“ galt, das ebenso wie „People Like Me“ kräftig mitgesungen wurde. Für „I Don’t Think They Know“ wurde die Stage in rotes Licht getaucht und das Auditorium in den Kopfnicker-Modus versetzt, ehe das coole „Step By Step“ (2006 auf „We Collide“ veröffentlicht) abermals zu Handclaps verführte und „Can You Mend Hearts?“ für große Emotionen sorgte. Mit Begeisterung wurde das wunderbare „Not Prepared“ aufgenommen, das 1999 auf „The Point at Which It Falls Apart“ das Licht der Plattenläden erblickt und in den vergangenen 16 Jahren wahrlich keinen Staub angesetzt hat. Mit viel Gefühl und dem richtigen Maß Pathos ging es dank „Petrified“ weiter. Während das Auditorium für lautstarke Akklamationen zuständig war, wirbelte Sean mit seinen leuchtenden Drumsticks hinter der Schießbude und verhalf auch dem sich anschließenden „Last One Standing“, das mit typischen MESH-Sounds unmittelbar ins Bein ging, zu passenden organischen Rhythmen. Nicht minder tanzbar war das brillante „Crash“ und auch „Just Leave“ bewies, dass Emotionen und Tanzbarkeit keine Widersprüche sein müssen. Für „Born To Lie“ ging’s einmal mehr in die Vollen und für den MESH-Mitbegründer Richard Silverthorne abermals an den Sechssaiter. Gemeinsam mit den Fans wurde die Nummer gebührend abgefeiert, was jedoch noch steigerungsfähig war, wie die Zuschauer beim finalen „Taken For Granted“ mit ausdauernden Gesängen bewiesen.

So sangen die Kölner auch noch, als die Kapelle bereits gegen 23.25 Uhr die Bühne verlassen hatte und erarbeiteten sich auf diese Weise auch einen Nachschlag, der mit „From This Height“ natürlich erneut ein echter Kracher war und entsprechend bejubelt wurde. Nach einem weiteren kurzen Abgang sorgte „Friends Like These“ vom 2002er „Who Watches Over Me?“ für einen überschwänglichen Schlusspunkt des Abends, der den Anwesenden annähernd zwei Stunden erstklassigen Synthie-Pop aus dem Hause MESH und zwei (wie ich mir habe sagen lassen) hörenswerte Opener geschenkt hatte. Für mich ging’s im Anschluss direkt nach Hause (diesmal auch staufrei), während MESH das weitere Wochenende in Leipzig verbringen würden, wo sie neben COVENANT und ANNE CLARK Headliner der zweitägigen Show „Gothic meets Classic“ sein würden. Durchaus nicht die schlechteste Alternative zur Gestaltung des letzten Oktober-Wochenendes…

Setlist
Intro
Flawless
Automation Baby
You Didn’t Want Me
Everything I Made
Adjust Your Set
You Want What’s Owed To You
When The City Breathes
Never Meet Your Heroes
People Like Me
I Don’t Think They Know
Step By Step
Can You Mend Hearts?
Not Prepared
Petrified
Last One Standing
Crash
Just Leave Us Alone
Born To Lie
Taken For Granted

From This Height

Friends Like These

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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