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METAL HAMMER PARADISE 2015

Ort: Weissenhäuser Strand - Freizeitpark

Datum: 13.11.2015 - 14.11.2015

Der November, ein Monat der oft nasskalt mit Windböen daher kommt, hält die Organisatoren nicht davon ab, nun zum dritten Mal das METAL HAMMER PARADISE zu veranstalten. Nicht nur, dass dieses Jahr die Temperaturen angenehm freundlich waren, auch konnte sich das Festival mit 4000 Besuchern ein „ausverkauft“ auf seine Fahne schreiben. Für all jene, die bereits Donnerstag angereist waren, fand abends eine Warm up Party im Witthüs statt.

Die Mehrheit der Besucher reiste jedoch erst am Freitag an und bescherte der Rezeption ein Mega -Check-Inn. Neben Hotelschlüssel, Parkschein- und Bändchen-Ausgabe stand noch die Geländeerkundung auf dem Programm. Zum Glück gab es auf dem Boden der Galeria Wegweiser zum Witthüs, dem Baltic Ballroom, der Maximum Metal Stage, der Riff Alm und dem WC. Ja, so ein Indoor Festival hat seine Vorteile: kurze Wege, eine überdachte Galeria und keine Dixies. Wer den Weg nicht scheute, konnte auch auf sein hoteleigenes WC zurückgreifen. Zwar zeigt sich das Festival familienfreundlich, doch hauptsächlich traf man eher auf Männergruppen denn auf Familien. Zwischen all den Metalheads hatte sich am ersten Tag noch der Stoffhase Hops auf der Suche nach Kindern verirrt. Aufgrund der angekündigten Windböen wurde der METAL HAMMER PARADISE Schriftzug kurzzeitig abgebaut. Orkanartig ging es auf jeden Fall an den zwei Tagen auf den drei Bühnen zu, denn über 25 Bands diverser Metal-Richtungen ballerten ihren Sound den Fans um die Ohren.

Neben dem ausbaufähigen Metal-Markt mit einem CD-Stand, Businesskleidung für den Rocker, einem Stand mit Lederbekleidung, zwei Merchständen, der Metal Post und nicht zu vergessen dem Metal Hammer Stand, war das Angebot doch sehr überschaubar. Hier könnte man noch ein paar Stände mehr an Land ziehen, wenn die Galeria überhaupt noch Platz dafür bieten würde. Eine Fotogalerie vom letzten Jahr ließ bei dem einen oder anderen Erinnerungen aufkommen.
Wer dem Trubel kurz entfielen wollte, der ging an den Strand und ließ sich die frische Ostseeluft um die Nase wehen.

Entscheidungen über Entscheidungen musste man treffen: geht man zum Drumworkshop mit HELLOWEEN im Witthüs oder bleibt man in der Maximum Metal Stage bei SEPULTURA oder stellt man sich für ein Autogramm von GRAVEYARD an? Ist der Hunger größer und kocht man selbst oder setzt man sich in eines der Restaurants oder schlingt man lieber einen XXL Hot Dog runter, um schnell die nächste Band zu sehen? Der Renner im Supermarkt vor und hinter mir an der Kasse war… Duschgel. Leere Bierkisten wurden durch volle ausgetauscht und zwischendrin fand auch mal ein Salatdressing seinen Weg aufs Kassenlaufband. Die Restaurants, das Bistro und das Café boten Speisen zu fairen Preisen an, und wer nur etwas auf die Hand wollte, der Griff zur Minipizza oder ging zum Grillstand. Da das Essen im Bühnenbereich nicht erlaubt war, sah man den einen oder anderen noch schnell sein Fischbrötchen runterschlingen – die Raucher versammelten sich vor den wenigen Mülleimern im Eingangsbereich der Galeria und ließen die Ascher überquellen. Dementsprechend sauber war es vor den Bühnen und nur der Boden klebte durch verschüttetes Bier.

Freitag

Der erste Festivaltag wurde im Baltic Ballroom durch die finnische Metalformation BATTLE BEAST eröffnet. Etliche wollten sich den Gig um die Powerfrontfrau Noora mit ihrer blonden Haarmähne nicht entgehen lassen und so blieb, aufgrund von Überfüllung, den restlichen Fans nichts anderes übrig, als die Show auf den Fernsehern in der Galeria zu verfolgen. Eine Viertelstunde später wurde die Maximum Metal Stage durch die schwedische Stoner-Metal-Band TRUCKFIGHTERS eröffnet. In der großen Zeltbühne verliefen sich die wenigen Zuschauer etwas, dennoch gab die Band alles, als ob sie vor vollem Hause spielte.

Auf gleich drei Bühnen buhlten die Bands um die Zuschauergunst. Das Trio von THE VISION BLEAK mit ihrem Gothic-Metal wurde in die kleine Riff Alm verbannt. Zeitgleich zerlegten THE HAUNTED die Bühne des Baltic Ballrooms mit ihrem brachialen Thrash Metal. Dank der musikalischen Unterschiede der beiden Acts wurde die Entscheidung nicht auf eine Zerreißprobe gestellt. Wer sich für die Show der Verteidiger des wahren Blödsinns entschieden hatte, verpasste bei THE HAUNTED Sänger Marco, wie er sich ins Publikum begab, um von da aus zu performen. Hart, hart, hart war der Auftritt von THE HAUNTED.

J.B.O. dagegen eröffneten mit „Bolle“ ihren Gig und hart waren nur die Schwänze zu „Walk With An Erection“. Ansonsten hart am guten Geschmack vorbei sang und blödelte die pinkfarbene Kombo sich durch ihre Show, traf auf die größte Resonanz an diesem Abend und unterhielt mit „Symphonie Der Verstopfung“ und „Ein Guter Tag Zum Sterben“. Die Autogrammstunde von THE GERMAN PANZER musste währenddessen verschoben werden, da die Band noch mit dem Aufbau für ihren Auftritt in der Riff Alm beschäftigt war. Am nächsten Tag trat Schmier dann noch mit der Formation DESTRUCTION im Baltic Ballroom auf, wobei hier die Bühne gleich mit drei Mikros bestückt war, so dass Schmier die gesamte Bühne mit seiner Präsenz beglücken konnte.

Am ersten Tag gab es neben THE VISION BLEAK ein weiteres Schmankerl für die schwarze Szene, so spielten MOONSPELL im Baltic Ballroom. Mit „Breathe“ eröffneten die Portugiesen ihr Set und sorgten für Jubel, als sie „Alma Mater“ anstimmten. Während des Auftritts herrschte eine düstere Lichtstimmung, die Sänger Fernando dämonisch erscheinen ließ, während Drums und Keys in der Dunkelheit kaum zu erkennen waren. Nach MOONSPELL enterten AT THE GATES, die Mitbegründer des schwedischen Melodic Death Metals, die Bühne und die Headbanger in den ersten Reihen sorgten für einen frischen Luftzug im vollen Ballroom. Farbenfrohes Bühnenlicht und mit Basecap bewaffnet knallte Tomas einen Song nach dem anderen den Anhängern entgegen.

Auf der Maximum Metal Stage schlug das Herz der Mittelalter-Fans mit dem Auftritt von SUBWAY TO SALLY höher. Mit etwas Verspätung enterte die Band die Bühne und erst langsam füllte sich das Zelt. Soundprobleme ließen die Sallys nicht aus der Ruhe bringen, und mit dem üblichen „Hallo Freunde“ begrüßte Eric die Fans. Routiniert spielten SUBWAY TO SALLY ihr Set. Gesangsstark zeigten sich die Fans zu „Eisblume“ und intonierten gemeinsam mit Eric den Refrain.
Zu OPETH war ein extremer Zuschauerschwund zu verzeichnen, da gerade die ersten Pressemitteilungen über die Terroranschläge in Paris die Anwesenden erreicht hatten. Der Auftritt der Schweden mit ihrem Progressive Metal bildete dennoch einen guten, ruhigen Ausklang des Abends. Wer dann doch Energie übrig hatte, der konnte die Nacht bei der Aftershowparty im Witthüs ausklingen lassen.

Samstag

Am nächsten Morgen zierte eine Frankreich-Fahne in Gedenken an Paris die Maximum Metal Stage und in der Galeria herrschte noch Ruhe und Gelassenheit, bis eine Regenhusche die ersten Besucher ins Witthüs zur Lesung von Till Burgwächter trieb. Andere nutzen das wechselhafte Wetter für einen Spaziergang am Strand und wieder andere sah man noch mit Badehandtuch zum Badeparadies schlendern.

Erneut wurde der Festivaltag im Baltic Ballroom mit einer Frontfrau eröffnet. BLIKSEM rüttelten mit ihrem Thrash Metal müde Knochen wach und starteten mit fetter Lichtshow und „Crawling In The Dirt“. Wem diese Attacke zu hart war, der konnte den Tag mit dem Rock’n Roll Sound von IMPERIAL STATE ELECTRIC begrüßen. Im Anschluss lud GUS G. mit Band zum Gitarreninferno. Mit „Brand New Revolution“ startete die Show um den Gitarristen. Es folgte „The Quest“ und mit „I Am The Fire“ endete der Auftritt dann schon wieder. Gitarrentipps konnte man sich an diesem Tag noch bei dem Gitarrenworkshop von Gus G holen.

GRAVEYARD luden zum Zuhören ihrer Klangkonstruktionen aus Psychedelic-Metal und Classic Heavy Rock ein. Dieser Einladung folgten leider nicht so viele. Dafür befanden sich im Publikum unter den Fans zwei Kinder, die später auch in der Autogrammschlange anstanden. Lauter und schweißtreibender ging es im Baltic Ballroom mit TANKARD weiter, da bot ein Schluck Bier die richtige Erfrischung. Schweißtreibend ging es erneut gen Abend beim Bowling gegen TANKARD weiter. Neben Bowling bot der Freizeitpark auch Billard, Kegeln und Flippern zum Zeitvertreib an.

Den ersten großen Besucherandrang des Tages verzeichneten dann SEPULTURA, die mit Soundproblemen zu kämpfen hatten und sich für ihre Verspätung entschuldigten. Schweiß ran Derrick Green hinunter, als der die Drum bediente, auf die Ohren gab es derweil natürlich auch „Roots Bloody Roots“.

Nun mussten sich die Fans entscheiden: lieber in die Riff Alm zu CIVIL WAR und ihrem Power Metal oder doch lieber zu DESTRUCTION dem Thash Metal zu „Curse The Gods“ frönen? Schmier forderte für die Opfern von Paris eine Schweigesekunde ein und passender konnte im Anschluss der Song „Nailed To The Cross“ nicht gewählte sein. Im musikalischen Kontrast dazu stand der Auftritt von DANKO JONES im Zelt. Mit starken Posen und ausdrucksvoller Mimik des Sängers und des energiegeladen Bassers John gab es unterhaltsamen straighten Rock auf die Ohren.

Nach DESTRUCTION enterten RAGE in neuer Besetzung den Ballroom und eröffnete mit „Black in Mind“ ihr Set, um kurz danach „Over and Over“ rauszufeuern. Mit „Higher Than The Sky“ endet ihr Gig Zeitgleich füllten KISSING DYNAMITE nicht nur die kleine Bühne der Riff Alm voll aus, sondern die gesamte Holzhütte war proppenvoll, so dass die Zuspätkommen draußen, in der Kälte, auf den Bildschirmen die Show verfolgen mussten.

HELLOWEEN „klauten“ den Kollegen von RAGE dann doch ein paar Fans und entwickelten sich zum heimlichen Headliner des Abends. In einer Ansprache forderte Andi die Anwesenden auf, für die beiden Freunde, die es nicht aus Paris nach Hause schafften, zu feiern, was umgehend getan wurde. Es gab den Klassiker „Dr. Stein“ und zu „Straight Out Of Hell“ erstrahlte die Bühne in Rot. Mit „Future World“ und „I Want Out“ endete die Show und der Kürbis wurde wieder abgebaut. Diese Mal verpassten ENTOMBED A.D. nicht ihre Fähre und enterten pünktlich die Bühne des Baltic Ballrooms.

Dagegen betraten BLACK LABEL SOCIETY mit deutlicher Verspätung die Maximum Metal Stage, was ihnen die Fans aber verziehen. Das haarige Männerquartett legte mit „The Beginning… At Last“ los und man sah Zakk rücklings seine Gitarre spielen. Bassist Jeff bearbeitete währenddessen hämmernder Weise mit Fäusten zwischenzeitlich sein Instrument. Natürlich durfte auch ein endlos Solo von Zakk an diesem Abend nicht fehlen. Mit „Concrete Jungle“ und „Stillborn“ endete der Gig. Während des Auftritts von BLACK LABEL SOCIETY herrschte bereits Aufbruchsstimmung in der Galeria und eilig wurden die Stände abgebaut.

Wer im Anschluss noch nicht genug bekommen konnte, der hatte im Witthüs bei der Aftershowparty die Möglichkeit weiter zu feiern. Alternativ kann man natürlich jetzt schon Karten für den 11.11.-12.11.2016 kaufen!

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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