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METALBASH 2009

Ort: Neu Wulmstorf - Schießsportanlage

Datum: 02.05.2009

Es ist das erste Maiwochenende, es herrscht Bombenwetter, beste Vorausetzungen für das erste Openair Festival des Sommers. Südlich von Hamburg gelegen findet das eintägige METAL BASH schon fast mitten in der Natur auf dem Gelände des Schützenvereins Neu Wulmstorf statt, dank Shuttle Bus vom nächstgelegenen S-Bahnhof ist die Anreise auch recht unkompliziert. Für den fanfreundlichen Preis von etwa 20 Euro bekamen die Fans mit KAMPFAR, GIRLSCHOOL und OMNIUM GATHERUM drei internationale Headliner sowie zahlreiche deutsche und lokale, aber nicht minder schlechte Bands geboten, die Essensauswahl hätte sicher etwas besser sein können, doch insgesamt hatten sich die Mitarbeiter von Remedy Records hier alle Mühe gegeben und ein kleines, aber feines Festival auf die Beine gestellt.

Den Auftakt für uns machten RABENWOLF, deren Pagan doch stellenweise etwas sehr Klischeebeladen rüberkam. Asgard, Midgard, Valhalla, schon die Texte gaben die Richtung klar vor, aber seine Wirkung verfehlte das Oktett, das sogar ein Cello (!) zu seinem Ensemble zählt, nicht, in der Menge tobte schon zu dieser frühen Stunde ein ausgelassener Moshpit. Auch als mal kurz die Technik nicht mitspielt, wusste sich Sänger Stormmson spontan zu helfen und stimmte ein wohlbekanntes Trinklied an, das sogleich von der Menge mitgesungen wurde. Hat Potenzial!
(J.J.)

Auch wenn FATAL EMBRACE ein paar Jahre Erfahrung mehr ihr Eigen zählen können, ebbte die Stimmung hier doch etwas ab, dabei konnten die Berliner mit ihrem old schooligen Thrash doch sehr punkten. Coverversionen wie Motörheads „Killed by Death“ oder Exodus‘ „Bonded by Blood“ kamen natürlich bestens bei den Fans an, wofür sich die Band mit ihrer ausgiebigen Headbangfreude bedankte. Das macht munter.
(J.J.)

Holla die Waldfee, was war das denn? UNCUT gingen als erste Band mal so richtig ab, hier gab es rotzfreche Sprüche zuhauf („für Rock’n’Roll braucht man 2 Eier und ne geile Braut“ oder „Die Frau des Teufels muss heißer sein als die Hölle“) und auch wenn diese hier nur noch halb so lustig wirken, verlieh der Hamburger Akzent von Sänger Tim dem Ganzen einen unglaublichen Charme. Noch außer Sichtweite der Bühne hätte ich bei der versoffen klingenden Stimme einen Herren mittleren Alters erwartet, doch die Hamburger (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen kanadischen Band) waren noch Jungspunde, rissen aber schon Posen wie die ganz Großen. Einflüsse wie AC/DC waren hier sicher nicht von der Hand zu weisen, doch wenn man das Ganze so viel Spaß macht, kann man da mal drüber hinwegschauen. Beide Daumen dick nach oben!
(J.J.)

Mit HATE SQUAD kam eine 1993 gegründete Combo aus Hannover auf die Bretter, die eine gute Mischung aus Thrash, Death Metal und Hardcore deutlich im 90er Jahre Sound spielen. Sänger Burkhardt Schmitt kam sehr sympathisch rüber, zeigte sich bewegungs- und hüpffreudig („Vielen Dank, ich heule gleich… Lange lange ist es her.“) und brüllte sich die Seele aus dem Leib. Selbst einige der Zuschauer ließen sich zu einem Moshpit, Circle Pit und sogar einer Wall of Death hinreißen, alles in allem also ein guter Auftritt.
(M.H.)

Um kurz vor 16 Uhr ist die Offenbacher Kombo V8 WANKERS an der Reihe.
Die Band ist durch ihre Vollkörpertätowierungen bekannt ist und bezeichnet ihr Genre selber als High Speed Rock’n’Roll. Mit viel Elan und reichlich (prolligem) Auftreten geben die Herren zwar Gas, sind aber sicher nicht Jedermanns Sache, auch musikalisch eröffnen sich hier keine neuen Welten. Nach einem etwas gekürzten Set verabschiedet sich der Sänger Lutz Vegas etwas arrogant und selbstsicher mit den Worten: „Wir müssen heute leider etwas früher aufhören, da wir noch einen zweiten Auftritt haben.“ Trotzdem insgesamt ein guter Auftritt, bei dem die Band die Zuschauer von Anfang bis Ende im Griff hatten.
(M.H.)

Mit ZED YAGO stand nun eine Band aus Hamburg an, die seit 1986 dabei ist und somit neben WARLOCK eine der ersten Bands mit weiblichem Gesang war. Stilistisch bewegt sich die Band zwischen WARLOCK, DORO und BLIND GUARDIAN und spielt eigenen Angaben zufolge „Dramatic Metal“, textlich werden Themen aus dem Fantasy Genre behandelt. Im Großen und Ganzen ein solider Auftritt, aber musikalisch irgendwie ausgelutscht und schon zu oft gehört.
(M.H.)

Rettung nahte, endlich gab es auch noch ne Runde Black Metal. Nach so viel Old School und viel zu wenig Geschredder kam (jedenfalls mir) die eiskalte Wand der TODTGELICHTER gerade recht. Düster, misanthropisch und einen Tick melodisch angehaucht servierten sie 45 Minuten feinsten Schwarzmetalls. Passenderweise verschwand auch gerade nun die Sonne langsam aber sicher hinter den kleinen Hügeln und Bäumen des Geländes, sodass sich die vier Herren in Corpse Paint ungestört ihrer genretypischen Show aus demonstrativer Zurückhaltung widmen konnten. Schade nur, dass die Truppe ohne Vorwarnung (wegen angeblichen Überziehens) der Bühne verwiesen wurde.
(J.J.)

Als es 19:45 Uhr schlug, betrat die 1996 gegründete Melodic Death Metal Band OMNIUM GATHERUM die Bretter. Die Finnen um Sänger Jukka Pelkonen zeigten, dass Finnen nicht immer reserviert sein müssen, denn bewegungstechnisch waren OMNIUM GATHERUM bis dahin die agilste Band. Richtig ins Zeug zu legen schienen sich Sänger Jukka Pelkonen durch Sprüche wie „You have a very beautiful country, Saatana!“ (zuerst auf finnisch), und Markus Vanhala durch Posieren bis zum Umfallen. Nach einer Stunde ein gelungener Auftritt mit sicherlich ein paar neu gewonnenen Fans.
(M.H.)

Setlist OMNIUM GATHERUM
The Redshifter
A Shadowkey
The Perfumed Garden/ A-Part Of God Medley
Nail
Into Sea
Return
The Second Flame
The Fall Went Right Through Here
Writhen
Chameleon Skin
Spiritual

Etwas gerätselt hatte ich ja schon, was es mit dem für 20 Minuten angesetzten Auftritt namens ST. VALENTINES BASH MASSACRE auf sich haben würde, doch mit „Please Don’t Touch“ war schnell klar, dass es sich hier um eine MOTÖRHEAD Coverband handelte, den Lemmy-Imitator machte Organisator Jörn höchstpersönlich und das auch noch so unglaublich überzeugend, dass man sowohl stimmlich als auch darbietungstechnisch Herrn Kilmisters Anwesenheit förmlich spüren konnte. Einen besseren Auftakt zu GIRLSCHOOL hätte es wohl nicht geben können.
(J.J.)

Setlist ST. VALENTINES BASH MASSACRE
Please Don’t Touch
Emergency
Bomber
Overkill

GIRLSCHOOL bedürfen wohl keiner einleitenden Worte mehr, seit nun gut 3 Jahrzehnten rocken die vier Damen nun schon die Bretter, die die (Rock’n’Roll) Welt bedeuten und sind dessen immer noch nicht überdrüssig, im Gegenteil, spielfreudiger als manch junge Band gaben sie sich an diesem nun mittlerweile nicht mehr jungen Abend, feuerten immer wieder die Menge an und erkundigten sich vielleicht ein Mal zu häufig, ob denn „das Bier schmecke“. Die immer noch feierfreudige Menge konnte natürlich nicht laut genug antworten, hier war doch schön zu sehen, dass sowohl alt als auch jung hier gleichermaßen im Publikum vertreten waren, um den britischen Damen Tribut zu zollen.
(J.J.)

Kaum noch hatte ich die letzten paar Stunden abwarten können, doch nun sollten KAMPFAR das METALBASH mit einem gehörigen Knall ausklingen lassen. Nach einigen technischen Ungereimtheiten und einem ewig anwährenden Soundcheck legten die Norweger zwar verspätet los, machten dies aber im Nu mit ihrem so unglaublich energiegeladenen und überwältigenden Auftritt wett. Wenn eine Band von ihrem charismatischen Frontmann lebt, dann ist es wohl KAMPFAR, denn nur selten erlebt man einen so feurigen, fast schon ekstatisch-wilden Sänger wie Dork, der nicht oft genug die Faust zur Pommesgabel ballen kann und mit einer alles ergreifenden Ausstrahlung die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Songtechnisch lag der Schwerpunkt auf dem nun nicht mehr ganz taufrischen letzten Album „Heimgang“, doch auch ihr Übersong „Ravenheart“ durfte hier nicht fehlen. Der Großteil der Menge war auch nach einem Dutzend Bands nicht klein zu kriegen und ließ noch ein letztes Mal gebührlich die Matten schwingen (was gegen die mittlerweile doch recht kühlen Temperaturen half). Besser hätte man das METALBASH nicht ausklingen lassen können!!!
(J.J.)

Setlist KAMPFAR
Inferno
Dødens Vee
Ravenheart
Bukkeferd
Troll, Død og Trolldom
Troll
Gaman Av Drømmer
Hymne
Vettekult
?

Copyright Fotos: Juliane John

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