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METALFEST AUSTRIA 2010 – TAG 3

Ort: Mining am Inn - Schloss Mamling

Datum: 15.05.2010

Es ging weiter, unbarmherzig weiter, der vierte Tag brach an und Wetter und Co hinterließen sichtbar ihre Spuren. Schwerer noch als an den Tagen zu vor fiel das Aufstehen, und das, obwohl es ausnahmsweise einmal nicht regnete. Trotz allem, DAYS OF LOSS, NEGATOR und HIGH RISE FALL mussten auf unsere Anwesenheit verzichten.

VADER

VADER allerdings gelang es, uns pünktlich um 12:15 vor die Hauptbühne zu ziehen. Was könnte es besseres geben, als den Tag so zu beginnen, wie man den vorangegangenen beendet hat? Brutal stiegen die Polen ins Set ein, ungeachtet der Tatsache, dass sie sicherlich keinen so unpassend frühen Slot im Billing verdient hatten… Der Zeit zum Trotz hatten sich aber viele Death Metal Hungrige vor der Bühne eingefunden und sorgten dafür, dass der Platz vor der Bühne so richtig schön voll war. Alles andere hätten die Osteuropäer aber auch nicht verdient! Die frühe Uhrzeit brachte gleich auch den nächsten Nachteil mit sich: 30 Minuten Spielzeit! Viel zu wenig, aber dennoch genug, um die Anwesenden wachzurütteln und die Livequalitäten der aktuellen Scheibe „Necropolis“, neben altbekannten Songs natürlich, unter Beweis zu stellen.

SADIST

Mit Death Metal ging es weiter, allerdings nun mit progressiver Schlagseite und sicherlich weniger bekannt. Es war Zeit für SADIST aus Italien, die mittlerweile auch schon beachtliche 20 Jährchen auf dem Buckel haben. Weniger brutal, aber trotz allem ein ordentlicher Auftritt, dem ich leider aufgrund knurrenden nach „Frühstück“ schreienden Magens nicht allzu lange genießen konnte.

EPICA

EPICA erweisen sich auch immer als Publikumsmagnet, sicherlich auch wegen Fronterin Simone Simmons. Die Niederländer dürften eine der wenigen Bands sein, die nicht typisch klischeehaft nervig daherkommen und schmalzigen female-fronted Gothic/ Symphonic Metal in die Menge werfen. Pompöse Kleidchen sind ebenso wenig von Nöten, denn EPICA haben sich innerhalb der letzen Jahre wirklich zu einer respektablen Band gemausert, welches sie auch hier beim Metalfest wieder eindrucksvoll unter Beweis stellten. Toller Auftritt!

MYSTHIC PROPHECY und DEICIDE wurden im Anschluss mehr oder weniger nur fotografiert. Von ersteren habe ich schlichtweg zu wenig gehört, um wirklich etwas schreiben zu können, der Auftritt jedoch war motiviert. DEICIDE liefertern im Anschluss mit ihrem Death Metal Geballer ein fettes Kontrastprogramm ab.

HEIDEVOLK

War der Pagan/ Folk Metal am heutigen Tag noch etwas kurz gekommen, so sollte sich das direkt nach Mr Satan himself ändern, denn nun war es Zeit für HEIDEVOLK aus den Niederlanden. Die Gelderländer waren gut aufgelegt, doch leider machte einem Sound hier wieder einen fetten Strich durch die Rechnung. Daran sollte im letzten Jahr wirklich dringend was geändert werden, denn das kann einem den Spaß an so manche einer Band wirklich verhageln.

CALIBAN

CALIBAN waren im Anschluss auch nicht gerade mit dem besten Sound gesegnet, aber ansonsten kam auch ihr Auftritt, wie der einiger anderer modern gelagerter Truppen ziemlich gut bei der Menge an. Mit ihrem Sound werde ich wahrscheinlich niemals wirklich klarkommen, allerdings muss man ihnen zu Gute halten, dass sie wissen, wie man die Menge in den Griff bekommt.

VARG

„VARG, oh weh, was tun die denn hier?!“ Solche Reaktionen hätte man wohl erwarten können, nach der Schlammschlacht, die da in den letzten Monaten um die Band tobte. Es wurde viel diskutiert und spekuliert über die „Naziband“ – so oder so kehrt scheinbar aber langsam Ruhe ein im Hause VARG und über die ganze Geschichte muss sich wohl jeder selbst ein Urteil fällen. Die Band jedenfalls hat wiederholt, auch während ihres Auftritts, dementiert, sich dem braunen Gesocks zugehörig zu fühlen. Und wieder einmal Soundprobleme, nebst vermasseltem Intro – auf der Bühne flackerten derweil ein paar Fackeln und die Band bot ihre Stücke in altgewohnter rot-schwarzer Kriegsbemalung dar. Ein ordentlicher Auftritt und man wird sehen, was die Zukunft so für die Band bringt.

PAGAN ALLIANCE

Es folgt die heiß erwartete, mit großen Worten überschwänglich angekündigt PAGAN ALLIANCE, die aus ELUVEITE und FINNTROLL bestand. Der Beginn des Ganzen sollte sich dann allerdings um gut 30 Minuten verzögern, denn der Soundcheck wollte und wollte kein Ende nehmen. Zu laut hier, zu leise da, das Publikum wurde merklich unruhig. Nach einer solch elend langen Testerei hätte man also einen Sound erwarten können, der wirklich erste Sahne hätte sein müssen – könnte man meinen. Aber Pustekuchen, rauschte, Rückkopplungen, Chrigels Mikro war aus und auch nach einem Tausch war seine Stimme über weite Strecken fürs Erste nicht zu vernehmen. Der Schlagzeugsound war ebenfalls mehr zu erahnen, als zu hören. Leider war Besserung bis weit in die erste Hälfte des Sets hinein nicht zu vernehmen und im Publikum machte sich ein gewisser Unmut breit. Ansonsten gestaltete sich das Set so, wie man es in etwa hätte erwarten können, mal standen FINNTROLL auf der Bühne mal ELUVEITIE und dann wiederum wurden die Bands kräftig durchgemischt und es standen auch mal Vreth und Chrigel gemeinsam auf der Bühne. Die Stimmung und der Sound besserten sich zwar zunehmend, aber trotz allem blieb ein fahler Beigeschmack. Insgesamt gesehen ein Auftritt, der zwar als OK durchgeht, aber sicherlich nicht als das große Ereignis, als das es angekündigt worden ist. Hätte man die beiden Bands einfach jede für sich auftreten lassen, wäre es besser gewesen. Leider also hier das gleiche Fazit wie bei TWILIGHT OF GODS: muss nicht sein! Schade drum!

Setlist PAGAN ALLIANCE
Intro
An Dro
Rivfader
Nil
Thousandfold
Dråp
Nedgang
Brictom
Omnos
Faldhissla
Den Frusna Munnen
Slanias Song
Gray Sublime Archon
Bloodstained Ground
Nattfödd
Under Bergens Rot
Eliytres
Quoth The Raven
Kingdom Come Undone
Korpens Saga
Solsagan
Inis Mona
Trollhammaren
Jaktens Tid
Tergernako

MARDUK

Vorbei war es mit aller fröhlichen Pagan und Folk Musik, als dann MARDUK die Bühne enterten. Beinah schon zu genial war das Licht zum Fotografieren für eine Black Metal Band. Aber egal wie, die Herren ballerten einen Song nach dem anderen in die Menge, knüppelten sich durch ihr Set und begeisterten die Fans wesentlich mehr als die Pagan Alliance kurz zuvor. Auch wenn ich mit dem rohen Sound dieser Truppe nie wirklich warm werden werde, der Auftritt war ordentlich.

TESTAMENT

TESTAMENT… ja… Das sollte dann also mein fünfter Anlauf werden, endlich mal einen Gig der Herren ohne Verspätungen, Soundbrei, beides in Kombi oder sonstige negative Dinge zu erleben. Es soll scheinbar nicht sein, auch hier glänzten sie mit einem verspäteten Beginn und als TESTAMENT dann endlich auf der Bühne standen… sah man sie nicht einmal. Ja, richtig gehört. Es gab einen fetten Bühnenaufbau mit Podest, auf dem neben dem Schlagzeug locker auch noch der Rest der Band Platz hatte, aber in punkto Licht ging offenbar gar nichts. Zwischen dunkel und rot und dunkel und Nebel wechselte das Licht – und das nicht nur während der ersten drei Songs, während der die Fotografen fluchend versuchten ein paar brauchbare Fotos zu schießen. (ohne Ausharren seitlich der Bühne wäre kaum etwas zu reißen gewesen…). Ansonsten war der Auftritt aber solide, mal abgesehen vom Lichtärgernis (und dafür will der Lichttechniker 2 Stunden gebraucht haben, so dass es bei der Pagan Alliance kaum Licht gab?). Die Klassiker waren erstaunlich dünn gesät und nach „Into The Pit“ war das Set erst einmal zu Ende. Eine Zugabe, bestehend aus drei Songs ließ allerdings nicht lange auf sich warten, so dass Chuck Billy und seine Mannen letzten Endes doch einen ordentlichen Gig hinlegten. Trotz allem… auf einen richtig guten TESTAMENT Gig werde ich wohl noch warten müssen.

Setlist TESTAMENT
Intro: For The Glory Of…
More Than Meets The Eye
The New Order
Henchmen Ride
Riding The Snake
True Believer
Souls Of Black
Legions Of The Dead
Eyes Of Wrath
The Persecuted Won’t Forget
Into The Pit
D.N.R.
3 Days In Darkness
The Formation Of Damnation

Der Headliner hatte sein Set gerade beendet, da erklomm die letzte Band eine der beiden Hauptbühnen und zu deren Gig ließen sich meine Beine, die mittlerweile ganz schön durchgefroren waren, partout nicht mehr bewegen. THE DEVIL’S BLOOD zogen die Menge also mit ihrem hypnotisierenden Sound in den Bann, während wir uns daran machten, unsere Zelte zusammen zu packen und uns zur Rückfahrt startklar zu machen, um einem eventuellen Rückreisestau nach dem langen Wochenende zu entgehen.

Als Fazit kann man da also sagen: Es war verdammt nass (und damit dürfte es wohl genug für die gesamte Sommer Festivalsaison geregnet haben), es war kalt und trotzdem gut! Der Organisation kann ein Lob ausgesprochen werden, dass sie sich wirklich alle Mühe gegeben hat, die Fehler des letzten Jahres auszubügeln. Die Wege waren deutlich kürzer, die Spültoiletten einfach toll, auch bezüglich der Ausschilderung zum Festival hat sich etwas getan. Das neue Gelände ist bestens geeignet für ein solches Festival, die Auswahl der Speisen/ Getränke wesentlich besser als noch im Vorjahr. Kritik muss allerdings für die Getränke und teils Essenspreise (und auch teils an der Qualität des Essens selbst, auf das der Veranstalter dann aber weniger Einfluss hat) geübt werden und auch für die recht verspätete Reaktion auf das verschlammende Gelände. Aber auch hier wurde bereits Besserung gelobt! Wenn auf die diesjährigen Kritikpunkte genauso gut eingegangen wird, wie auf die im Jahr zuvor, darf man sich wirklich auf 2011 freuen.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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