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METALLICA

Ort: Berlin - O2 Arena

Datum: 12.09.2008

Mit „Death Magnetic“ erschien am 12.09.2008 das erste Album METALLICAs mit dem „neuen“ Bassisten Robert Trujillo. Bei der Entstehung von „St. Anger“ hat noch der damalige Produzent, Bob Rock die Saiten gezupft. Aber auch er wurde gegen Rick Rubin, der schon mit SLAYER, DANZIG, den RED HOT CHILI PEPPERS, SYSTEM OF A DOWN und SLIPKNOT gearbeitet hat, ausgetauscht, was dem Album hörbar gut getan hat. METALLICA sind endlich zurück! Und wie könnte man das besser feiern, als mit einer CD-Release-Party? Außerdem wurde in Berlin gerade eine neue moderne Mehrzweckhalle hochgezogen, die man auch mit einem würdigen Event einweihen wollte. Also konnte man so prima zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Mittwoch, 10.09.2008 – Es geschah, womit niemand (mehr) gerechnet hatte: Wir erhielten die Zusage zu METALLICAs CD-Release-Party in Berlin! Nach einem Donnerstag voller Vorfreude und nötigen Umplanungen fürs Wochenende ging es am Freitag dann auf die Autobahn Richtung Hauptstadt. Wir konnten unser Glück noch immer nicht richtig fassen, als wir gegen 14.30 Uhr den ersten Dämpfer bekamen. Beim ersten Versuch, uns zu akkreditieren, wurden wir gefragt, für welche Band wir denn da wären. Da standen wir nun in unseren Metal-Shirts und guckten uns ungläubig an… Nachdem wir klären konnten, dass wir für „Die Götter in schwarz“ da waren, hieß es, wir wären zu spät und ständen nicht auf der Liste. Lange Rede kurzer Sinn: Wir wären beinahe noch in die Pressekonferenz reingerutscht. Aber die Akkreditierung für das Konzert wäre erst ab 18 Uhr. Kein Problem, so blieb noch etwas Zeit für das „Dicke B“. Um 18 Uhr lief es dann natürlich auch nicht reibungslos, da die Band noch bis 19 Uhr mit dem Soundcheck beschäftigt war und solange niemand in die Halle durfte.

Aber auch das konnte uns die Laune nicht verderben und so waren wir gegen 19.30 Uhr endlich in der O2 World, welche durch den anstehenden METALLICA-Gig quasi entjungfert wurde. Ein besseres Event hätte man zur Einweihung der 17.000 Menschen fassenden – und natürlich ausverkauften – Multifunktionsarena auch nicht finden können! Die kompletten Einnahmen – ein Ticket kostete schlappe 10 Euro und waren nur über die Webseiten des Fan-Clubs und des Projekts „Mission: Metallica“ zu beziehen – wurden an das Deutsche Herzzentrum Berlin gespendet, um eine Herz-Lungen-Maschine für Kleinkinder finanzieren zu können. Die Rahmenbedingungen waren also vorbildlich. Leider ließ uns die Band noch über eine Stunde warten, bevor es endlich losging. Konzertbeginn hätte eigentlich um 20 Uhr sein sollen, aber die „Four Horsemen“ waren wohl noch nicht in Stimmung. Gegen 21.20 Uhr war es dann endlich soweit: Die nervigen Werbebanden „verstummten“ und es erklang „The Ecstasy Of Gold“ von Ennio Morricone aus „The Good, The Bad And The Ugly“. Zu diesem Song besteigt die Band nun schon seit vielen Jahren die Bühne, die wie ein Boxring in der Mitte der Halle aufgebaut war. Ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut, wenn ich das Intro höre! Dann ging’s auch gleich weiter mit den ersten zwei Tracks der neuen Scheibe: „That Was Just Your Life“ und „The End Of The Line“. Und die Stücke sind, wie METALLICA-Songs sein sollten: Schnell, hart und laut! METALLICA sind definitiv zurück und haben’s immer noch drauf! Beim nächsten Song ging dann auch erstmal das Publikum richtig ab, denn „The Thing That Should Not Be“ kannte nun wirklich jeder, der sich in der Halle aufhielt. Die Tracklist war insgesamt sehr gut gewählt. Natürlich wurde „Death Magnetic“ mit mehreren Songs vorgestellt – auf einer CD-Release-Party sollte das keine große Überraschung sein – aber es wurden neben einigen Klassikern auch Sachen gespielt, die man in Europa lange nicht mehr live gehört hat. Schließlich sollte die Veranstaltung ein Dankeschön an die Fans sein, was James in einer kleinen Ansprache noch einmal erläuterte. Weiter ging es dann auch mit „Of Wolf And Man“ vom „Schwarzen Album“. Als dann „One“ bevor stand, wurde klar, wieso das Schlagzeug auf einem runden Podest stand: Es konnte um 90 Grad gedreht werden. Nach einem weiteren Stück von der neuen Scheibe, „Broken, Beat And Scarred“, wollte James wissen, woher sein Publikum denn so angereist wäre. Neben wenig überraschenden „Berlin“-Rufen klang aber auch ein „Schweden“ an sein Ohr, was er nur grinsend mit einem „Das ist aber weit zu schwimmen“ kommentierte. Auf „Cyanide“ folgte dann „Frantic“, bevor er uns endlich die Band vorstellte. Aber mal ehrlich: Die Anwesenden kennen die Bandmitglieder vermutlich besser als so manchen eigenen Verwandten! Nach „Until It Sleeps“ wurde das Schlagzeug erneut um 90 Grad gedreht. Wir sahen Lars nun von hinten und konnten bei „Wherever I May Roam“ und „For Whom The Bell Tolls“ sehr schön seine Beinarbeit beobachten. Vom letztgenannten Song gibt es aber keine Bilder, da mein Fotograf seinen Pferdeschwanz öffnete und über die Brüstung gelehnt erstmal mitmoshen musste! Mit „The Day That Never Comes” folgte darauf die erste Single-Auskopplung aus “Death Magnetic“, bevor man sich nach „Master Of Puppets“ und „Blackened“ – davor wurde Lars zum letzten Mal gedreht, damit auch der Rest des Publikums mal in den Genuss kommen konnte, ihn von vorne zu sehen – verabschiedete.

Aber METALLICA würden für eine Spielzeit unter 2 Stunden niemals eine Bühne betreten! Also folgte, nachdem einige schon den Heimweg angetreten hatten, noch eine Zugabe mit „Blitzkrieg“, „Jump In The Fire“ und “Seek And Destroy“. Vorher wollte James allerdings einen Blick auf sein Publikum werfen, wofür er um Licht bat. Das war ihm dann allerdings zu hässlich (also das Publikum nicht das Licht). So was lässt sich der geneigte METALLICA-Fan auch nur ungestraft von James sagen! Nachdem die letzte Note und der Applaus verklungen waren, konnten alle – Publikum wie Band – zufrieden und erschöpft die Rückreise antreten. Wer diese Band noch nicht live erlebt hat, der weiß einfach nicht, was ein gutes Metal-Konzert ausmacht!

In diesem Sinne: No Remorse! Wir sehen uns auf der nächsten Tour!!

Setlist METALLICA
Intro
That Was Just Your Life
The End Of The Line
The Thing That Should Not Be
Of Wolf Of Man
One
Broken, Beat, and Scarred
Cyanide
Frantic
Until It Sleeps
Wherever I May Roam
For Whom The Bells Tolls
The Day That Never Comes
Master Of Puppets
Blackened

Blitzkrieg
Jump In The Fire
Seek and Destroy

Copyright Fotos: Karsten Rzehak/ Sandro Griesbach (as indicated)

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