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METALLICA – MACHINE HEAD – THE SWORD

Ort: Hamburg - Color Line Arena

Datum: 12.05.2009

Nachdem die Metal-Titanen letztes Jahr nach fünfjähriger Wartezeit ihr mittlerweile 9. Studioalbum „Death Magnetic“ veröffentlichten, können sie sich nun wieder dem widmen, was sie am besten können, nämlich Live-Konzerte. Mit im Gepäck hatten sie die Landsleute von MACHINE HEAD und die Newcomer THE SWORD, die Color Line Arena war natürlich seit Monaten ausverkauft, was sollte man auch anderes erwarten. Bereits in der Vergangenheit hatten METALLICA auf eine Bühne in der Mitte der Halle gesetzt, um so möglichst vielen Fans einen Platz in den vorderen Reihen zu bieten, und auch wenn man dadurch die Hälfte der Zeit nur die Rückseite der Bands bewundern durfte, hat sich diese Taktik insgesamt doch als recht erfreulich erwiesen.

Den Auftakt machten THE SWORD. Als Vorband von METALLICA hat man es ja nie leicht, auch waren die Reihen und Ränge zu diesem Zeitpunkt noch spärlich gefüllt. Doch die Jungspunde ließen sich davon nicht beirren und spielten ihr Set recht routiniert, jedoch mit nur wenig Interaktion zum Publikum, wobei ihr an BLACK SABBATH angelehnter, jedoch vertrackterer und nicht unbedingt sofort zugänglicher Stil sicher nicht jedermanns Sache war. Auch war es nur wenig hilfreich, dass ihr ohnehin schon sehr rauer Sound durch die anfängliche schlechte Akustik noch mehr verzerrt wurde, doch ich für meinen Teil fand wirklich Gefallen und kann auf eine erfreuliche Neuentdeckung zurückblicken.

Bei MACHINE HEAD wurde schnell deutlich, dass sich hier deutlich mehr Fans im Publikum befanden, denn die Atmosphäre zog sogleich fühlbar an. Mit viel Elan und vor allem reichlich Posen hatten die Amerikaner das Publikum schnell erobert und konnten so ihrer Rolle als Anheizer vollends gerecht werden. Ihre Coverversion von IRON MAIDENs „Hallowed Be Thy Name“ verfehlte seine Wirkung nicht, doch als Sänger Rob den Fans einen Gefallen tun wollte und ihnen seinen Becher Wasser zuwarf, verstanden diese seine guten Absichten wohl nicht und warfen ihrerseits mit Bier zurück. Trotzdem ein hervorragender Gig!

METALLICA sind ja bekannt für ihren großen Tourtross, doch als hier eine regelrechte Kolonne an Umbauhelfern ihren Dienst antrat, kam man schon ins Staunen. 4 schwindelfreie Lichttechniker hatten außerdem das Vergnügen, hoch oben im Gerüst Platz zu nehmen, um dort die Spotscheinwerfer zu bedienen und die 4 Herren immer im besten Licht zu präsentieren. Dort waren außerdem 4 überdimensionale Särge montiert, von denen nach dem Intro „The Ecstasy of Gold“ (grandios, dass dieser Song nach über 15 Jahren immer noch jede METALLICA Show einleitet), ein riesiges Laserstrahlengitter auf der Bühne erzeugt wurde. Mit dem Opener von „Death Magnetic“ gings natürlich los, die Menge war ohne Frage sofort auf 180 (schon in der Umbaupause hatte es immer wieder Sprechchöre und Laolawellen gegeben), doch es zeigte sich schnell, dass die neuen Songs nicht einmal annähernd so viel reißen konnten wie die großen Hits „Enter Sandman“, „Master of Puppets“ (ohrgasmisch) und „One“, bei dem synchron zum Maschinengewehrintro Pyroeffekte hochgingen. „Nothing Else Matters“ machte außerdem absolute Gänsehaut, auch wenn dieser Song von sämtlichen Radios, Coverbands und Amateursängern totgespielt wurde, verleiht James ihm live immer noch so Gefühl, dass er unter die Haut geht.

Kirk bekam wie gewohnt seine Soloeinlagen, während derer James wohl jedes Mal seine T-Shirts wechselte (von schwarzem T-Shirt zu schwarzem Unterhemd zu schwarzer Weste bei der Zugabe). Auch gab er des Öfteren seine tiefe Zuneigung zu den Fans bekannt („Metallica loves you“ oder „We’re one big family tonight“), selbst zu einem „Kiss kiss for you“ ließ er sich von einem besonders euphorischen Fan hinreißen. Ja, auch Metaller haben Gefühle.

Durch die Rundbühne waren insgesamt 6 Mikros auf dieser verteilt, die James auch alle immer wieder in Anspruch nahm, und auch Lars Schlagzeug war auf einem drehbaren Podest aufgestellt, das sich alle paar Songs um 90 Grad drehte, so dass jeder Fan mal die Frontalansicht präsentiert bekam, wobei Herr Ulrich sowieso ständig von seinem Kit aufstand, um die Fans anzufeuern. Nach über 100 Minuten war dann zunächst der reguläre Teil des Abends beendet, doch ohne Zugabe würde hier keiner das Quartett gehen lassen. So gab es noch 2 Coverversionen („Killing Time“ und “The Prince“) vom Garage Inc. Album und natürlich den Überhit „Seek and Destroy“, bei der sich die Fans im Refrain mit den Lautsprechern messen durften. Außerdem fielen von der Bühne schwarze aufblasbare Plastikbälle in allen Größen mit METALLICA-Schriftzug herunter, um die sofort das große Gerangel begann, ein besseres Souvenir kann man wohl nicht mit nach Hause nehmen.

METALLICA bewiesen wieder einmal allzu deutlich, dass auch nach über 25 Jahren die Spielfreude groß ist und ihr Platz an der Spitze der großen Metalbands weiterhin mehr als gerechtfertigt ist!

Copyright Fotos: Juliane John

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