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METALTOWN FESTIVAL 2008 – TAG 1

Ort: Göteborg - Frihamnen

Datum: 27.06.2008

Göteborg ist eine der Metalstädte schlechthin und das wurde am letzten Juniwochenende eindrucksvoll mit dem Metaltown Open Air direkt am Frihamnen (Hafen) mitten in der Stadt unter Beweis gestellt. In punkto Bands wurde ein wirklich sehenswertes Lineup aufgefahren: Von DARK TRANQUILLITY über NIGHTWISH, DIMMU BORGER, NIFELHEIM bis hin zu MONSTER MAGNET und kleineren Bands wie CIMMERIAN DOME oder LILLASYSTER, war für jeden Geschmack etwas dabei. Neben allerlei Essensständen (ein Hoch auf Langos in x Varianten!), einem riesigen Barbereich (aus dem man mit dem Bier aber nicht in den Bühnenbereich durfte), einer zusätzlichen Attraktion aus Amerika (Brother Grimside Show), war so auf 2 großen Bühnen (Black Stage und Red Stage) und der Close-Up Zeltbühne (Close-Up ist das größte schwedische Metal Magazin) genügend Unterhaltung für Jeden. Obendrein spielte auch noch das Wetter, entgegen aller Vorhersagen, bis auf ein wenig Nieselregen am Freitag Nachmittag mit. Da sich die Besucherzahlen von anfänglich 5000 (2004) auf 12 000 (2007) gesteigert hatten, entschloss man sich, das Festival in diesem Jahr zum ersten Mal als zweitägige Party über die Bühne gehen zu lassen. Was sich dann auch mit einem ausverkauften zweiten Festivaltag und rund 14 000 Besuchern als gute Entscheidung herausstellen sollte (am Tag zuvor fand auf dem Gelände übrigens noch das Westcoast Riot Festival statt, was eher den Anhängern des Punk zugesagt haben dürfte).

Los ging der Spaß für mich am Freitag gegen 14 Uhr. Ohne längere Wartezeiten wurde schnell der Photopass abgeholt, wo auch gleich die erste Überraschung in punkto Bandabsagen wartete: JOB FOR A COWBOY hatten ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen müssen (beim Tuska Open Air hatten sie wohl einen Gig ohne Sänger hingelegt) und wurden durch eine lokale Band ersetzt. Glücklicherweise hat Göteborg da mehr als genug gute Bands, so dass AVATAR nun als Ersatz nach dem Opener SONIC SYNDICATE auf der großen Bühne die Menge in Schwung brachten. Perfekt zum Aufwärmen und bereits während dieses Gigs füllte sich der Platz merklich. Melodeath ist in Gbg eben eine sichere Kiste. Stimmung garantiert!

Ganz konnte ich diesen Gig aber nicht sehen, da die Stockholmer CIMMERIAN DOME (ehemals NECROMICON) fast zeitgleich auf der kleineren Close-Up Zeltbühne eine ordentliche Portion Death Metal in die Menge pfefferten. Auch hier fanden sich nach und nach immer mehr Zuschauer ein, allerdings ließen sich die wenigsten zum Matteschütteln ermuntern. Wohl noch verkatert von der Warm-Up Show, die ENGEL am Abend zuvor in der Gotabar abgeliefert hatten.

Nahtlos ging es auf der Black Stage mit SABATON weiter, die ihr neues Album „The Art Of War“ im Gepäck hatten und mit lautem Jubel empfangen wurden. Songs wie „Cliffs Of Gallipoli“ oder „Ghost Division“ sorgten für ordentlich Stimmung. Sänger Joakim kommunizierte wahlweise mit dem Publikum oder „tänzelte“ mit dem Mikroständer über die Bühne. Definitiv eine sehr sympathische Truppe. Sollte man mal antesten, denn die Herren werden im Juli/ August auch in Deutschland unterwegs sein.

Ohne große Umschweife ging es kurz darauf auf der anderen, direkt daneben stehenden Hauptbühne weiter, DANKO JONES waren nun an der Reihe, die gute Stimmung weiter aufrecht zu erhalten. Was soll man sagen? Diese Musik ist einfach die passende Partymucke. Begleitet von allerlei amüsanten Grimassen und Geplapper zwischen den Songs. Welches sich aber für des Sängers Verhältnisse dieses Mal wirklich recht kurz gestaltete. „So you want me to shut up and play some music? Let´s go“ – und weiter ging’s. Sauber!

Wer eine Portion mehr Arschtritt wollte, brauchte sich anschließend wieder nur einige Meter nach rechts zur anderen Bühne zu bewegen, um sich dort bei KILLSWITCH ENGAGE die volle Dröhnung zu geben. Amtliche Moshpits ließen nicht lange auf sich warten, denn die Band konnte mit einer Menge Spielfreude überzeugen. Allerdings kam es wohl hier auch zu den ersten Verletzten des Tages, wie ich später von einem Security erfuhr, leichtere Knochenbrüche. Aber das sollte dann wohl auch mit der einzige wirklich nennenswerte „Zwischenfall“ des ansonsten wirklich entspannten Festivals sein. Übrigens haben KE auch die, wie ich finde, äußerst gelungene DIO Coverversion „Holy Diver“ zum Besten gegeben.

HARDCORE SUPERSTAR fuhren kurz darauf doch eine ganz andere Schiene und tanzten ein wenig aus der Reihe. Vor einem knallroten riesigen Rosen-Background-Banner gab’s nun von den Schweden eine Runde Hardrock auf der Red Stage. Am Auftritt selbst gab’s nichts zu meckern, nur irgendwie wollte den Meisten diese „seichtere“ Mucke im ansonsten eher harten Billing nicht so ganz schmecken. Die Band bemühte sich redlich, lieferte eine ordentliche Show ab, aber so ganz wollte der Funke letztendlich doch nicht überspringen. Die Fans jedenfalls, haben’s trotz allem genossen.

Danach war’s Zeit für BULLET FOR MY VALENTINE aus Wales, bei denen ich vorher so meine Zweifel hatte und eine Menge kreischender Teenies im Publikum erwartet hätte. Aber die noch recht junge Truppe erwies sich als absolut festivaltaugliche Band und die Songs zündeten recht flott. Klar, dass auch ein Song wie „Waking The Demon“, der bei MTViva rauf und runter gedudelt wird, nicht fehlen durfte. Bei mir haben sie jedenfalls Pluspunkte einfahren können! Und letzten Endes mussten dann sogar Zweifler zugeben, dass BFMV doch irgendwie sowohl für die jüngeren als auch die älteren Semester etwas zu bieten hatten. Melodien gemischt mit Aggression, die Mischung macht’s.

Wem das jetzt alles zu modern, zu emomäßig /mainstreamig oder was auch immer war, der konnte entweder beinah zeitgleich NIFELHEIM im Zelt lauschen oder danach zu MONSTER MAGNET grooven. Aber erstmal zu den schwedischen Blackies auf der Zeltbühne. Die Herren tauchten, wie man es nicht anders gewohnt ist, über und über mit Nieten und allerlei Metall behangen auf und zelebrierten allerlei Schwarzwurzeliges. Ob einem die Musik zusagt oder nicht, posen können sie. Manch einer fragt sich da sicherlich, wie sie es schaffen, sich nicht gegenseitig mit den teils 15 cm langen Nägeln an den Armbändern aufzuspießen. Und wiederum andere konnten sich ob des Outfits ein Grinsen nicht verkneifen, die Liedtitel sowie Bandnamen sind derart klischeebehaftet, dass sie vor True-ness nur so triefen, aber die Herren wissen, wie man eine ordentliche Show abliefert. Und so war dem einen oder anderen neben einem Grinsen auch sicherlich ein eifriges Headbangen abzuringen.

No rest for the wicked – NIFELHEIM ganz sehen ist nicht, schnell rüber zur Hauptbühne, um MONSTER MAGNET zu erwischen. Leider wohl etwas zu knapp, denn in den Fotograben kam ich hier nicht mehr. Ein paar Bilder von der Seite gibt’s dennoch. Bilder hin oder her, jetzt wurde die Redstage gerockt und zwar in amtlicher Stoner-Manier. Leicht übergewichtig isser geworden, der gute David Wyndorf, ein wenig hat’s mit der Kommunikation mit dem Publikum gehapert – ein schöner Rücken kann auch entzücken, oder so ähnlich – aber letzten Endes lieferte man summa summarum doch einen überzeugenden Gig ab, den ich zwecks Essenfassen dann aber ebenfalls nicht komplett sah.

Frisch gestärkt hatte ich nun auf der Close-Up Stage nach Jahren endlich die Möglichkeit, die Schweden von TIAMAT einmal live zu sehen. Die Truppe hat ja im Laufe ihrer Karriere so einige Stilwechsel von anfangs Death Metal bis hin zu Gothic Metal/ Rock hingelegt. Hier herrschte jedenfalls eine ganz andere Atmosphäre als bei den brutalen Kollegen, die sich sonst die Klinke in die Hand gaben. Was nicht heißen soll, dass TIAMAT weniger gerockt hätten, im Gegenteil. Zu schade, dass der Spaß für mich nach vier Songs schon vorbei war, da auf der Hauptbühne bereits mit CAVALERA CONSPIRACY die letzte Band des ersten Tages in den Startlöchern stand.

Da meine Kondition am ersten Festivaltag aber nicht die beste war, war für mich nach dem Bilderschießen im Fotograben erst Mal Schicht im Schacht. Nur soviel, hier war wirklich ordentlich was los und die Menge headbangte eifrigst mit, bei der Musik kann man nun mal einfach nicht stillhalten – was einige Bekannte dank eines ordentlich verspannten Nackens am anderen Tag nur zu deutlich merken sollten. Definitiv ein absolut gelungener Einstieg und positiver Eindruck am ersten Festivaltag.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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