Konzert Filter

MIA. – TANGOWERK by NHOAH – BALBINA

Ort: Berlin - Columbiahalle

Datum: 12.12.2014

Manchmal kommt es anders als geplant. So wollten MIA. mit einem neuen Album auf große Konzerttour gehen. Da die Veröffentlichung aber ins neue Jahr verschoben wurde, gibt es zur Zeit „nur“ die EP „NEIN NEIN NEIN“ und die United States Of Ich & Du wurde kurzerhand als Clubtour verpackt. Im neuen Tour-Gewand und mit zwei Berliner Supportbands traten MIA. in ihrer Heimatstand in der nicht ganz so kleinen Columbiahalle auf.

Auch am Konzertabend kam es anders als geplant. So begann der Opener bereits um 19.30 und anstelle von LARY trat die Popband BALBINA auf. Mit Wortwitz und gestenreicher Präsentation entlockte Fronterin Bina dem Publikum das ein oder andere Lächeln. Zu „Wecker“ griff sie zum Glockenspiel und bei Pechsträhne griff sie in ihre Haare. MIA. bewiesen einen guten Griff mit der Berliner Combo, sie passte musikalisch mit ihrem Pop perfekt in den heutigen Abend.

Die Setlist des Abends, frisch von der Handfläche Binas, nun bei uns…
Montag
Seife
Wecker
Pechsträhne
Nichtstun

Traten BALBINA früher als erwartet auf, so wartete das Publikum dafür umso länger auf den Auftritt der Formation TANGOWERK. Die Berliner starrten auf eine dunkle Bühne, die nur durch die Projektionswand leicht erhellt wurde. Am Mikro stand währenddessen ein Monitor und wartete, wie die Berliner, auf den Beginn der Show. Mit „Alone with Ourselves“ ging die Performance mit dem Gastmusiker THE ORACLE los. Der Schwerpunkt lag auf einer Klang-Kunstperformance und forderte das Publikum, da der Elektrosound nicht so ganz in das heutige Line-up passen wollte. Bei TANGOWERK handelt es sich um ein Projekt des Musiker NHOAH, der u.a. mit Mieze an dem Song Geld/ Bling zusammen gearbeitet hatte. Waren bei BALBINA drei Musiker auf der Bühne, so gab es nun ein Kommen und Gehen der Gäste. Zu „Love & Win“ gab sich NHOAH mit Y3ARS ein Elektrobattle. Die folgenden Stücke „Hi Life“ und „Emergency“ wurden durch die Gesangsparts von Ina Viola und Lulu Schmidt publikumsgerechter und abschließend gesehen war der Auftritt als Kunstperformance optisch spannend und musikalisch mal etwas anderes. Verdientermaßen gab es auch an den zweiten Support reichlich Applaus.

Unter reichlich Applaus und Jubelstürmen begannen MIA. in Tarnkleidung gekleidet mit dem Song „United States of Ich & Du“. Der Abend bot eine fette Setliste, um die herum Mieze ihre Kostüme passend zum Song auswählte. Zu „Verrückt“ trug sie einen bunten, wallenden Mantel mit Federboa und riesiger Discobrille, wodurch sie ein wenig an Dame Edna erinnerte. Generell bestand die komplette wilde Show aus bunten Kostümen, die mit Party-Gimmicks gespickt wurden. Angereichert wurde die Show zudem mit skurrilen Instrumenten. So zog Mieze bei „ Kill for you“ ihre Krallenhandschuhe an und steuert mit dem Theremin katzenähnliche Laute bei. Bei „Alles Neu“ kam eine Kindertröte zum Einsatz. Als sich die Band zu „Hoffnung“ am seitlichen Bühnenbereich versammelt griff Gunner zur Melodica, während Andy und Robert sich ein Keyboard teilten. Zu „Fallschirm“ wurde kurzerhand das Podest gedreht und erneut versammelte sich die Band zu einer Drumsession auf dem Podest, bis Mieze ans Mikro trat und sich ihren Fallschirmumhang ballonartig durch einen Ventilator aufblasen ließ. Erneut in einem Umhang gehüllt, der im Bühnenlicht silberfarben glänzte, eröffnete sie den Song „Queen“ mit den Worten: „Wo sind meine Mädels“. Ihre Mädels dominierten das Publikum und die erste Reihe zeigte sich besonderes textsicher. In Bezug auf den Anteil jüngerer Besuche an diesem Abend konnte MIA. locker mit einem UNHEILIG-Konzert mithalten.

Der Abend bescherte den Fans neben einer bunten, energiegeladenen Show auch viele nette Momente. Nicht nur, dass Mieze ihr Publikum zum Mitsingen animierte, sondern sie forderte bei „Mein Freund“ auch einen jungen Mann zum Tanz auf. Zu „ Geld“ gab es Konfettiregen und den Blumenstraußwurf. Gleich mehrmals ließ sie es sich nicht nehmen und begab sich zum Publikum, um Hände zu schütteln. Sie verteilte Gesten der Rührung und formte aus ihren Händen ein Herz, und hin und wieder hatte man das Gefühl, Mieze unterdrückte eine Träne der Rührung. Wie sagte sie so schön zu Beginn des Konzertes: man merkt, dass man zu Hause ist. Ein schöneres Kompliment kann man seinen Fans nicht geben. Mit „Floss“ fand die grelle Show einen ruhigen Ausklang, bei dem Mieze ihren Fans versprach: „Wir sind immer für Euch da“. MIA. macht Freude zu sehen, zu hören und zu fühlen.

Setlist MIA.
United States of Ich & Du
Kill for you
Kreisel
Hungriges Herz
Berg & Tal
Nein! Nein! Nein!
Verrückt
Mausen
Fallschirm
Mein Freund
Hoffnung
Kapitän
Vielleicht bleibe ich
Queen
Alles Neu
Speedo
Geld

Intro
Machtspiele
Was Es ist

Tanz der Moleküle
Floss

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BALBINA auf terrorverlag.com

Mehr zu MIA. auf terrorverlag.com

Mehr zu TANGOWERK by NHOAH auf terrorverlag.com