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MINISTRY – PRESIDENT EVIL

Ort: London - Forum

Datum: 02.08.2006

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie uns der Terrorverlag selbst in England den Weg in die Clubs ebnet. Zugegeben, MINISTRY ist nicht der Act, den ich mir für meinen ersten Londoner Gig gewünscht hätte, aber letztendlich doch eine gute Möglichkeit mal ein paar neue Ecken des „Big Smoke“ kennen zu lernen. Das Forum in der Highgate Road/ Kentish Town ist Teil der Mean Fiddler Music Group, die nebenbei auch das London Astoria betreibt sowie das Glastonbury Festival organisiert. Ursprünglich als historisch angehauchtes Kino erbaut wurde es 1993 zum Konzert Club mit einer Kapazität von knapp über 2100 Besuchern umgebaut. Wie wir allerdings 2 Tage vor Beginn schmerzlich feststellen mussten, waren auch alle 2100 Plätze schon ausgebucht, was uns in Anbetracht der Tatsache, das wir diesmal nur eine Karte über TV bekamen und den Kauf der zweiten leider etwas verschludert hatten, fast den Abend verdorben hätte. Doch dank „mighty Google“ konnten wir dann doch noch in der Mittagspause eine weitere auftreiben.

Unserem Arbeitgeber und „Transport for London“ könnte man jetzt vorhalten, dass wir erst gegen 20 00 in Mitte von PRESIDENT EVILs Performance im Forum ankamen. Zum Opener OCTOBER FILE kann ich daher leider nichts sagen, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich auch ruhig noch ne halbe Stunde länger arbeiten können. Die Tatsache, dass es sich bei PE um eine deutsche Formation handelt, gab ja bei mir von vornherein schon mal einen Pluspunkt, aber über mehr als 2 Punkte gesamt sind die Jungs auf meiner Skala dann auch nicht mehr hinaus gekommen: Ein ganz schlechter Sound und durchschnittliche thrash/ death angehauchte Songs mit einem noch durchschnittlicheren Gesang. Soweit ich das von der Tribüne sehen konnte, gab’s mal abgesehen von der handvoll mitgebrachter Fans keinen Kopfnicker, von einem Moshpit ganz zu schweigen.

Erstaunlich schnell war die Bühne umgebaut, die Videoleinwand enthüllt und das am Boden fixierte Stierkopf Mikro installiert – kurze Zeit später liefen auch Jourgensen, Victor, Paul Raven und Joey von SLIPKNOT auf und droschen drauf los. Ich hätte echt nicht mit den Leuten unten vor der Bühne direkt neben den Lautsprechern tauschen wollen, mein Kollege Olaf und ich saßen irgendwo auf der Tribüne hinten links und ich dachte nur: „Jesus ist das laut!“ Und so gab es dann auch die nächsten 2 Stunden weiter was auf die Ohren, hauptsächlich mit Songs der letzten 2 Alben. Wieder erkannt habe ich unter anderem: „Senior Peligro“, „No W“, „Rio Grande Blood“, „Waiting“, „Lieslieslies“. Insgesamt gab es drei Zugaben mit MINISTRY-Klassikern: „Just One Fix“, „Thieves“, „So What“, „Psalm 69“ und „Stigmata“. Auf dem Weg zum Ausgang wurde ich dann von einem angetrunkenen Engländer zugequatscht und nur damit Ihrs wisst, seine „Favourites“ „Jesus built my Hot Rod“ und „Gangreen“ waren nicht dabei.

Insgesamt ein nettes Konzert, im Vergleich zu PE hatten MINISTRY wenigstens einen ordentlichen Sound, Joey war ein Killer am Schlagzeug und Jourgensen in Top-Form. Einzig Tommy Victor kam mir, je später der Abend, mehr und mehr wie ein Statist vor. Habe mir sagen lassen, dass er Rauschmitteln nicht unbedingt abgeneigt ist (war?), eventuell eine Erklärung? Wie gesagt, wir hatten einen guten Abend, allerdings hab ich mich zum Schluss doch eher etwas enttäuscht in die U-Bahn gesetzt. Ich war anfangs nicht sicher, ob mich meine Augen aus der Entfernung nicht eventuell doch getrogen haben (Nächstes Jahr ist die große 30 und man wird ja auch nicht jünger) aber nein, Jourgensen ist kurz vor dem letzten Lied der Zugabe hinter die Bühne und kam in einem rot/ weißen T-Shirt mit dickem Hakenkreuz Aufdruck wieder. Soll mir mal einer diesen Mist erklären! Sicherlich war das ganze als Provokation gedacht, wenn man Als politische Einstellung kennt. Aber bei so einem sensiblen Thema ist das Outfit auf jeden Fall sehr grenzwertig…

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