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MITTELALTERLICH PHANTASIE SPECTACULUM 2013

Ort: Dortmund – Westfalenhalle

Datum: 06.04.2013

Jubiläumsparty 20 Jahre MPS

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, kurz MPS genannt, ist eine der bekanntesten mittelalterlichen Veranstaltungen in Deutschland. Neben Mittelaltermärkten mit angeschlossenen Heerlagern, die den gesamten Sommer über an jedem Wochenende irgendwo in Deutschland stattfinden, hatten und haben hier schon immer Musiker und Musikgruppen einen wesentlichen Teil des Wochenendspektakels eingenommen. Dieses Jahr findet das MPS zum zwanzigsten Mal statt. Den Auftakt bildete die Jubiläumsparty am 6. April in der Dortmunder Westfalenhalle. Gleichzeitig wurde der Geburtstag des Gründers und Veranstalters, Gisbert Hiller, gefeiert, der vielen „seiner“ Bands sehr gerne die Gelegenheit verschaffte, einmal in der Westfalenhalle auftreten zu können. Dabei war es vorprogrammiert, dass diese Feier ein Megakonzert werden musste. Nahezu vierzehn Stunden Musik, dreizehn Bands aus dem In- und Ausland, mehrere tausend Besucher in der Halle, die größte Gewandungsparty aller Zeiten (90 % der Besucher kamen in Gewandung), ein Mittelaltermarkt außerhalb der Halle, ein Bundesligaspiel in der benachbarten Arena, welches für Parkplatzsuche sorgte. Top organisiert, professionell wie jedes MPS.

Kurz vor 14 Uhr wurde das Konzert durch den Marktvogt Eduard von Sonnenberg eröffnet. Für Kenner des MPS ein gewohntes Ritual. Die Spieldauer der einzelnen Bands war unterschiedlich eingeteilt von einer halben bis zu eineinhalb Stunden. Zwischendurch ebenfalls unterschiedlich lange Bühnenumbauten, die aber nie länger als zwanzig Minuten betrugen. Den Auftakt bildeten VERSENGOLD mit ihren schwungvollen und derben mittelalterlichen Rauf- und Saufliedern. Ihren Mittelalter-Folk definieren die Mannen als eine Mischung aus deutschsprachigen „Mittelalter-Texten“ und tanzbaren, irischen Folkelementen. Die Gäste nutzten sofort die Gelegenheit zu tanzen und mitzusingen. Mit der vorbereiteten Stimmung schlossen sich dann METUSA an, deren mittelalterliche Musik sowohl in den Texten als auch in den Tönen die maritimen Elemente nicht verleugnen können und wollen. Und wer kennt mittlerweile nicht schon das Lied um Kapitan Santyano, welches auch von der Gruppe SANTIANO bekannt gemacht wurde. METUSA werden dieses Jahr auf zehn MPS-Wochenenden vertreten sein. Als nächste Gruppe traten die gestandenen Männer von RAPALJE auf die Bühne. Die vier Niederländer, die für ihre mittelalterlichen Kilts und die keltische Folklore bekannt sind, brachten die Gäste mit jedem Song immer ein Stück weiter in Stimmung, indem sie zu Beginn sanfte und ernsten Folk, zum Ende hin ihre Stimmungshits spielten.

Ab 17 Uhr waren dann drei Gruppen ohne Bühnenaufbau zwischendurch vorgesehen. Den Beginn dieses Blocks machte FEUERSCHWANZ. Des Hauptmanns geiler Haufen sorgte mit vielen Liedern der WALLHALLIGALLI-Tour für wallendes Blut in den Adern der Konzertgäste. Anschließend sorgten für Mast- und Schotbruch die Piraten aus der Karibik von Osnabrück, MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN, die nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihrem Bühnenoutfit faszinierten und ihren Grog’n’Roll (so der Name der einen Tag vor dem MPS-Jubiläum in den Handel gekommenen Scheibe) darboten. Dann ging es mit Paganfolk vom Feinsten weiter. OMNIA, seit zwölf Jahren immer wieder beim MPS dabei, präsentierten ihre Hits und steuerten sogar die Bühnenpremiere eines brandneuen Liedes bei. Sie werden dieses Jahr an 12 Wochenenden beim MPS dabei sein. Nach erneutem halbstündigem Bühnenumbau rockten dann FIDDLER’S GREEN für eine Stunde die Westfalenhalle mit dem gewohnt hohen Tempo ihres Speed-Folk. Anschließend folgte ab 21:30 Uhr ein großer zusammenhängender musikalischer Block, den die Meister des Paganfolk, FAUN, unter tosendem Beifall eröffneten. Auf der Bühne bewiesen sie, dass sie, obwohl seit Kurzem bei Universal Music unter Vertrag, ihren Wurzeln treu geblieben sind und präsentierten melodische Folklore aus dem Balkan ebenso wie aus dem Orient, mit dem sie das Feeling eines orientalischen Basars herbeischufen. Danach heizten die drei Männer von DUIVELSPACK die Gäste mit Rauf- und Saufliedern an und brachten ein erneutes Gefühl von Mittelaltermarkt in die Halle. Bis dann die Mittelalterrocker von SALTATIO MORTIS den Gästen mit harten, knalligen Dudelsackklängen unter die Haut gingen. Sie stellten ihr einen Tag zuvor in den Handel gekommenes Album „Manufaktum III“ und neue Bandmitglieder vor. Als SAMO 15 Jahre zuvor beim MPS als Mittelalterbarden gestartet waren, hatte noch keiner geahnt, dass ihre Alben heute in den Top-10 landen würden. Faszinierend immer wieder, wie die Musiker ihre Fans im Griff haben. Begeisterte Menschen, die jedem Kommando von der Bühne ohne Murren folgen und sogar auf einen Schlag ruhig sein können. Erneute Marktklänge und jede Menge Blödsinn brachten DAS NIVEAU aus Berlin-Neuköln. Mit speziell für die Jubilanten geschriebenen Texten und mit den von ihnen gewohnt schweinischen Liedtexten, die sich kaum von denen des DUIVELPACKS unterscheiden, sorgten sie dafür, dass die Stimmung nicht abfiel und anschließend SAOR PATROL aus Schottland ein tanzfreudiges Publikum übernehmen konnte. Schottische Folklore mit einem Dudelsack, einer E-Gitarre und gleich drei Schlagwerker, die den Takt vorgaben. Nach einem letzten Bühnenumbau starteten dann die Briten THE DOLMEN gegen halb drei Uhr morgens, um den letzten Gästen ihren Heimweg mit einem angenehm rockig-poppig melodischen Folk zu untermalen.

Alles in allem ein perfekt organisiertes Konzert der Superlative, obwohl mit dem Aufbau wegen der 2 ½ stündigen Verspätung des Konzertes eines gewissen Nagetieres einen Abend zuvor verspätet begonnen werden konnte. Klasse Bands, klasse Musik. Um nahezu alle Gäste in Gewandung zu bekommen, hatte es nur eines kleinen Tricks bedurft: Gewandete bekamen Freikarten für einen der dieses Jahr noch folgenden MPS-Wochenenden. Der Jubilar, von allen freundschaftlich Gisi genannt, hatte sich einen besonderen Geburtstagswunsch ausgedacht: Es standen Spendenfässer für die Tierheime des Münsterlandes in der Halle und jede Band hatte auf diesen besonderen Wunsch hingewiesen. Eine tolle Sache.

Copyright Fotos: Regina Knut

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