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MITTELALTERLICH PHANTASIE SPECTACULUM 2013

Ort: Hamburg - Öjendorfer Volkspark

Datum: 31.08.2013 - 01.09.2013

Als Saisonhöhepunkt der diesjährigen MPS-Veranstaltungen fand am letzten August- bzw. – wie man es sehen will – ersten September-Wochenende das MPS in Hamburg statt, genauergesagt im wunderschönen Volkspark Öjendorf. Auf einer riesigen Fläche von ca. 17 Hektar gab es alles, was das Herz begehrt – Live Musik auf 5 verschiedenen Bühnen, Heerlager, Gaukler, wunderschöne Gewandungen, Rittertuniere – einfach alles. Für das leibliche Wohl sorgten viele leckere Essens- und Getränkestände – für jeden war etwas dabei. Auch shoppen konnte man perfekt – für eine neue Gewandung, Schmuck oder was auch immer in der Sammlung fehlte: Bei mehreren Hundert Marktständen blieb kein Wunsch offen. Über 3000 Beteiligte, davon ca. 2000 Heerlagerer, unzählige Künstler und Bands machten dieses Wochenende zu einer phantastischen Reise für groß und klein.

Was die Künstler anging, war man besonders gespannt auf die 3 Stunden Show von SALTATIO MORTIS, die sie zu Ehren des 1. Platzes der deutschen Albumcharts spielen wollten – natürlich inklusive riesen Feuershow und mit einem Kamerateam an Board. Aber auch das restliche Line Up konnte sich sehen lassen: Feuerschwanz, MR. HURLY UND DIE PULVERAFFEN, OMNIA, FAUN, THE DOLMEN (die ihren dritten und letzten Auftritt in diesem Jahr beim MPS gaben), METUSA, DUIVELSPACK, VROUDENSPIEL, SAOR PATROL, RAPALJE, um nur ein paar zu nennen … Unmöglich alles zu sehen und zu hören.

SAMSTAG

Wir waren schon am Vorabend in Hamburg angekommen und somit frisch und ausgeschlafen, als wir uns auf den Weg zum Park machten. Dort eingetroffen hieß es, sich auf dem riesigen Gelände erst mal ein wenig Überblick zu verschaffen und zu schauen, wo denn überhaupt welche Bühne zu finden war und wo es meine geliebten Hanffladen vom Fladen Laden gab. Bis wir alles gefunden hatten, war der ersten Tag schon fast rum, immer wieder bleiben wir zwischendurch stehen, bestaunten Gaukler, amüsierten uns über die frechen Sprüche des Herolds beim Turnier, bestaunten die Schwertkämpfer, stärkten uns mit Fladen und schwarzem Abt und fluchten mit den Pulveraffen über den spontanen Regenguss, der uns heimsuchte.

Apropos Pulveraffen: das erste Konzert wurde leider direkt von einem fiesen Regenschauer heimgesucht – aber kein Grund für die Piraten sich zu ärgern – normalerweise kommt das Wasser zwar von unten aber im Grunde… Als dann auch noch die Technik ihre Zicken machte, tat das dem Humor der 3 Brüder trotzdem keinen Abbruch – auch ein kompletter Ausfall der Technik hatte lediglich zur Folge, dass man das wetterfeste Publikum spontan auf die Bühne einlud, damit man besser hören konnte – Respekt – das nenne ich das Beste aus der Situation machen.

Bei FEUERSCHWANZ gab es ein freches „Na, ein bisschen feucht geworden?“ von der Bühne, bevor es ans Tanzen und Stimmung machen ging – so wie man es von Hauptmanns geilem Haufen eben erwartete. DAS NIVEAU schaffte einen neuen Rekord – 3 Songs in 45 min ist schon was besonderes bei den beiden, die sich bei den Songs immer wieder ins Wort fallen oder mit der Menge ein Schwätzchen halten, anstatt Musik zum Besten zu geben – auch gut! Definitiv hab ich nun Niveau-geprüfte Bauchmuskeln – also Lach-getestet.

Das Rittertunier hat mir persönlich mit am meisten Spaß gemacht. Die frechen Ansagen des Herolds hatten Witz und die Show deutlich ihre Reize. Ich will sowas auch können! Besondere Erwähnung sollen auch die Heerlager finden – es gab viel zu sehen – liebevoll eingerichtete Zelte, bei einigen Lagern konnte das Publikum sich künstlerisch, Sportlich oder was auch immer betätigen. Wieder ein anderes Lager spielte eine Gerichtsverhandlung nach. Auch konnte man Handwerker, Schmiede, Näher, Filzer und Bortenmacher bei ihrer Arbeit bewundern. Sehr liebevoll alles. Auch der Umzug der Heerlager konnte sich sehen lassen, viele schöne Gewandungen, aufwändig bestickte Banner… so muss das sein.

Über SALTATIO MORTIS braucht man nicht allzu viel zu schreiben – der Höhepunkt des Tages mit grandioser Feuershow und Songs, die man schon jahrelang nicht mehr gehört hatte – wo es zum Teil sogar aus Reihen der Band hieß „wie, den Song haben wir mal geschrieben?“ Tja, eine 3 Stunden Show ist schon was Besonderes und braucht entsprechend viel Material. Die Jungs machten ihre Sache jedenfalls grandios und bewiesen allen, vor allem Veranstalter Gisi, der sie erst in diese Situation gebracht hatte, dass sie es drauf haben und verdienterweise 3 Stunden spielen und Platz 1 der Albumcharts belegen.

Alle Bands zeigten Publikumsnahe und mischten sich zwischen den Auftritten immer wieder unters Volk, um für Fotos zu posieren, Autogramme zu geben oder den Fans brennende Fragen zu beantworten – oder spielten spontan mal bei anderen Bands mit – das alles sorgte dafür, dass das MPS so eine schöne familiäre Atmosphäre zu verzeichnen hat. Es war kalt geworden im Park, trotz Feuer von der Bühne suchten wir uns einen schönen Platz an einem der Lagerfeuer und ließen den Abend gemütlich mit Wein Weib… ähm.. Met, Musik und Flammen ausklingen.

SONNTAG

Der nächste Tag stand für uns ganz im Zeichen des Shoppens – am Vortag hatte man ausgeschaut, wo es was gibt und was man dafür berechnen muss – der nächste Tag war dann dazu da, seine Taler unters Volk zu bringen. Sonntag war Familientag – das sah man sofort – das Gelände war voller Kinder, die in den Heuhaufen ihren Spaß hatten oder mit Holzschwertern über das Gelände tobten. Ein bisschen was gab es noch zu sehen, da wir aber leider gegen frühen Nachmittag wieder mit der großen Eisenkutsche auf Gleisen Richtung heimische Gefilde aufbrechen mussten, hatten wir leider keine Chance alles mitzunehmen. Für das nächste Jahr wünsche ich mir eigentlich nur ein bisschen mehr Übersicht in der Umgebung und einen nicht ganz so langen Fußweg zum Gelände. Am Samstagabend hatten wir uns fast verlaufen, weil die Wege leider nur sehr spärlich beleuchtet und nicht so gut ausgeschildert waren, und am Sonntag war der ziemlich lange Fußmarsch zur U-Bahn der, der meinen geplagten Füßen den Rest gegeben hat. Ansonsten kann ich mich nicht beklagen – es macht Spaß, das Gelände nach und nach zu erkunden, neues zu entdecken und gesuchtes irgendwie doch zu finden. Müde und erschöpft fiel ich zuhause nur noch auf mein Sofa und kurierte meine wunden Füße in einem warmen Fußbad. Einige schönen neu erbeutet Kleidungs-und Schmuckstücke sowie Bastel- und Wein/Süß kram reicher und voller toller Erinnerungen an dieses wunderbare Wochenende war ich auch bald im Land der Träume verschwunden. Auf ein Neues in 2014!

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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