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MOBY – DJ RAFIK

Ort: Köln – E-Werk

Datum: 29.05.2011

Eigentlich sollte MOBY ja in der Kölner Live Music Hall auftreten, doch schon bald zeichnete sich ab, dass die Location zu klein sein würde, weshalb man ins E-Werk umzog, das mit rund 2.000 Fans allerdings an diesem warmen Sonntagabend auch fast aus allen Nähten zu platzen drohte. Just hat Richard Melville Hall – besser bekannt als MOBY – sein neuntes Studioalbum „Destroyed“ und einen gleichnamigen Bildband veröffentlicht, da tourt er natürlich auch schon wieder durch die Landen und begeisterte ein bunt gemischtes Publikum, das zu einen Großteil schon zu den Fans der ersten Stunde zu zählen scheint, mit seiner mitreißenden Musik, die auch in der Domstadt am Rhein niemanden lange stillstehen ließ.

Deshalb hätte man sich den Support DJ RAFIK im Grunde auch schenken können. Erstens lockten draußen noch die letzten Sonnenstrahlen und zweitens unterschied sich die 40-minütige Konservenkost des erfolgreichen Battle-DJs nur unwesentlich von der Umbaumusik, weshalb sein Tun an den Turntables auch ohne wirkliche Resonanz unter den Anwesenden blieb.

Und einen Anheizer brauchte MOBY definitiv nicht, wie sich bald herausstellte, als sich um 21.00 Uhr zunächst die Begleitband auf der Stage einfand und schließlich auch der amerikanische Musiker, DJ, Produzent und Sänger mit einer Gitarre bewaffnet zu „Be The One“ vom aktuellen Longplayer die Bühne enterte. Den Gesang überließ er dabei zunächst einer stimmgewaltigen dunkelhäutigen Dame und animierte stattdessen das Publikum zum Klatschen, ehe er mit dem rhythmusbetonten „Sevastopol“ vom gleichen Silberling an die Keys und Percussions wechselte. Mit „In My Heart“ vom 2002er Platinalbum „18“ gab’s den ersten Kracher der Setlist auf die Ohren, der zu farbigen Lichtkaskaden unter wahren Begeisterungsstürmen abgefeiert wurde. Dem schloss sich nahtlos „Go“ vom gleichnamigen 2006er Best-of-Output an, bevor das fantastische „Why Does My Heart Feel So Bad?“ (1999 auf „Play“ erschienen) für wohlige Gänsehaut-Schauer sorgte. Unter die Haut ging auch die brandaktuelle Singleauskopplung „The Day“, um schließlich für das groovende „We Are All Made of Stars“ mit einem 45-sekündigen Disko-Langaxt-Happening stilsicher durchzustarten. Inzwischen hatte MOBY das Mikro für sich entdeckt, das er auch bei den knackigen Tracks „Slipping Away“ und „Beautiful“ („Hotel“ – 2005) weiter in Beschlag nahm. Mit „Bodyrock“ gab der New Yorker das Versprechen, mehr zu schwitzen als seine Fans und tatsächlich war der 45-jährige Glatzkopf ziemlich agil auf der Bühne unterwegs – lieferte allerdings auch so energiegeladene Mucke ab, dass sein Auditorium kaum umhin kam, ebenfalls in Schweiß zu geraten. Zum Runterkommen gab’s im Anschluss das atmosphärische „Porcelain“ und das getragene „Lie Down In Darkness“, bevor MOBY einen „slow & sexy Song“ ankündigte, für den natürlich seine wildgelockte Sängerin zuständig war. Die opulente Nummer namens „Flower“ ging umgehend ins Bein und leitete zum groovigen Klassiker „Extreme Ways“ über. Dramatische Streicher gaben derweil „In This World“ den letzten Schliff, während MOBY ohne den Rest seiner Mannschaft an der Langaxt agierte. Mit „The Right Thing“ kamen auch die fehlenden vier Musiker zurück und es ging erneut in die Vollen. Leider war die Fan-Gemeinde zu diesem Zeitpunkt etwas klatschfaul und musste erst wieder auf Kurs gebracht werden. Mit den wummernden Bässen von „Honey“ und Disco Lies“ (letzteres von „Last Night“ aus 2008) verwandelte sich das E-Werk ruckzuck in einen Hexenkessel und schon bald gab’s kein Halten mehr. Mit „Natural Blues“ und „Raining Again“ brannte dann endgültig die Luft. Leider markierte die explosive Live-Darbietung nach 100 Minuten das Ende der regulären Setlist, aber natürlich hatten MOBY und Band auch noch einen leckeren Nachschlag vorbereitet.

Gleich zu Beginn des Zugabenblocks konnten die Anwesenden zu „Lift Me Up“ ein weiteres Mal steil gehen, bevor die Sängerin an MOBYs Seite ihren neuesten Lieblingssong zum Besten geben durfte. Was soll ich sagen: Mit ihrem kraftvollen Organ hat die Dame LED ZEPPELINs „Whole Lotta Love“ auf das Feinste intoniert und gemeinsam mit der Kapelle einfach nur amtlich abgerockt. Mit viel Gewummer ging’s dann schließlich auf die Zielgerade, nachdem sich MOBY für das zahlreiche Kommen seiner Fans bedankt hatte und die Dance-Hymne „Feel So Real“ (1995 auf „Everything Is Wrong“ veröffentlicht) erfüllte den Saal. Um 23.00 Uhr gingen dann nach zwei fantastischen Stunden die Verstärker am Ende doch außer Betrieb und mir blieb nur noch die Heimreise – natürlich mit der entsprechenden Beschallung aus dem CD-Player.

Setlist MOBY (ohne Gewähr)
Be The One
Sevastopol
In My Heart
Go
Why Does My Heart Feel So Bad?
The Day
We Are All Made of Stars
Slipping Away
Beautiful
Bodyrock
Porcelain
Lie Down In Darkness
Flower
Extreme Ways
In This World
The Right Thing
Honey
Disco Lies
Natural Blues
Raining Again

Lift Me Up
Whole Lotta Love (LED ZEPPELIN-Cover)
Feeling So Real

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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