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MONSTER MAGNET

Ort: Hamburg – Docks

Datum: 08.12.2010

Der bitterkalte Mittwoch Abend in Hamburg begann für die Delegation eures Lieblings-Online-Mags gemeinsam mit diversen anderen Pressekollegen nicht IM sondern VORM Docks auf der Reeperbahn. Grund hierfür war keinesfalls die alles andere als lauschige Nacht, sondern die Unauffindbarkeit der an diesem Abend notwendigen Fotopässe. Besonders ärgerlich ist das deshalb, weil es unter diesen Umständen leider unmöglich war, sich ein Urteil über den Support SEVENTH VOID zu bilden (die Band der Ex-TYPE O NEGATIVE-Recken Kenny Hickey und Johnny Kelly), denn als die wichtigen Pappscheibchen endlich auftauchten, war der Gig der Doomster bereits beinahe beendet. Schade.

Nach einer relativ langen Umbaupause konnte dann um Punkt 22.00 Uhr auch für uns Schreiberlinge der Abend richtig beginnen. MONSTER MAGNET wählten mit „Nod Scene“ einen eher verhaltenen Opener, der mit ausgedehnten Feedback-Orgien eine seltsame Spannung aufbaute, die sich mit dem anschließenden „Tractor“ dann endlich entlud. Damit war der Reigen der rhythmisch nickenden Köpfe und johlenden Wohlwollensbekundungen dann auch offiziell eröffnet. In der Folge erwies es sich als sehr vorteilhaft, dass MONSTER MAGNET mittlerweile auf eine recht umfangreiche Sammlung an, gerade live vorzüglich zündenden, tanz- bzw. abrockbaren Songs zurückgreifen können, wobei aktuelle Kracher der Marke „Hallucination Bomb“ oder „Dig That Hole“ vom neuen Album „Mastermind“ angestammten Klassikern wie „Dopes To Infinity“ oder „Dinosaur Vacume“ (gipfelte an diesem Abend in einer orgiatischen Jamsession auf den Mittelteil von „Brainstorm“) in nichts nachstehen. Im Gegenteil, 20 Jahre Altersunterschied zwischen den dargebotenen Spacerock-Hymnen machten sich, direkt nebeneinander gestellt, kaum bemerkbar. Dave Wyndorf gab wieder einmal den überaus höflichen Rockstar (siehe zum Beispiel den zarte Hinweis auf das neue Album: „Buy the fucking thing!“), und insgesamt wirkte die gesamte Band, auch ohne die frisch ausgestiegene Rampensau Ed Mundell, frisch und kompetent wie eh und je. Dass sie, etwa in der Mitte des Sets, leider das eigentlich großartige „Look To Your Orb For The Warning“ komplett versemmelten und danach zwei Songs brauchten, um wieder richtig in Tritt zu kommen und völlig losgelöst eine furiose Version von „The Right Stuff“ zum Besten zu geben, war zwar ein wenig schade, fällt aber unter die Rubrik „10 Dinge, die einer routinierten Rockband mit einem neuen Bühnenmitglied auch nach 20 Jahren noch passieren“ und tat auch der allgemein guten Stimmung im Publikum keinen Abbruch. Nach einer guten Stunde wurde dann dem Auditorium noch einmal en Detail erklärt, wie das mit dem Mitsingen funktioniert („When I say Motherfucker, YOU say Motherfucker“), bevor dann das abschließende „Space Lord“ in einer wiederum sehr ausgedehnten Version geschmettert wurde. Trotz des eher verhaltenen Auditoriums, bei dem nur die vorderen Reihen vehement eine Zugabe forderten, während die hinteren sich über nicht gespielte Klassiker und den zwar nicht brillanten, aber doch wahrlich nicht schlechten Sound beschwerten (immer wieder ärgerlich, diese besserwisserischen, notorischen Nörgler), kamen MONSTER MAGNET noch einmal zurück und feuerten weitere vier Songs ins Auditorium (@ Nörgler: Da habt ihr sie, eure Klassiker, man nennt es Zugabe und kann es einfordern!), bevor dann nach schweißtreibenden 90 Minuten der Spuk endgültig vorüber war.

Fazit: Ein sehr guter Gig einer großartigen Band, die mit Dave Wyndorf ein Aushängeschild in ihren Reihen hat, das trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters und Bauchansatzes immer alle Posen drauf hat und den Rockstar hochgradig überzeugend und dabei sogar irgendwie nicht uncharmant mimt. Immer wieder ein Vergnügen, Daumen hoch und Dankeschön!

Setlist
Nod Scene
Tractor
Dopes To Infinity
Hallucination Bomb
Dig That Hole
Medicine
Look To Your Orb For The Warning
Dinosaur Vacume / Brainstorm
The Right Stuff
Space Lord

Gods And Punks
Bored With Sorcery
Crop Circle
Powertrip

Copyright Fotos: Wiebke Tamke

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