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MOONSPELL – POISONBLACK

Ort: Leipzig WGT Kohlrabizirkus

Datum: 22.05.2010

Nach dem ganzen „Elektro-Kram“ sollte uns im Kohlrabizirkus ein wenig Kontrastprogramm geboten werden – POISONBLACK, die Finnen um Ex- SENTENCED Gitarrist Ville Laihiala, luden zu finnischen Melo-Death vom feinsten. Musik zum träumen und ausspannen. Wie auch gestern, als die eher „härtere“ Gangart der schwarzen Szene, der metallische Bereich präsentiert wurde, war die Halle gut gefüllt. Pünktlich betraten die Herren die Bühne und legten gleich richtig los. Auffallend war einer der Gitarristen, da er optisch ordentlich aus dem Rahmen fiel. Wo die ganze Band in schwarz gekleidet war, stand er da in weißem Rippunterhemd. Auch schien er während des ganzen Gigs mental nicht ganz anwesend zu sein, aber wer weiß schon, wie die Finnen vorher gefeiert haben. POISONBLACK überraschten mich auf halber Strecke. Zu Beginn spielten sie harte Sounds untermalt mit melodischen Teilen und dem harmonischen Gesang von Ville Laihiala. Jedoch sollten sie zeigen, dass sie auch in der Lage sind, neben Todesblei auch sehr schönen Melodic Metal zu spielen. So oder so waren die Massen begeistert. Vorne wurden die Köpfe mit ihren Haaren durch die Luft geworfen. Hier und da sprangen Leute auf und ab (Das ist KEIN Metal Leute!! – die Fotografin). Wenn Ville die Menge aufforderte, zu klatschen zu bangen oder was auch immer, waren jeden falls die vorderen Reihen sofort auf Zack. Für mich sind POISONBLACK ein ordentliches Trostpflaster, nachdem sich meine Götter SENTENCED aufgelöst haben, und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht – ein durchaus runder Auftritt mit einer schön aufgebauten Spannungskurve und einer bunten Mischung quer durch die Bandhistorie – mehr kann man sich nicht wünschen. Immer wieder gern.

Mit POISONBLACK hatte der Kohlrabizirkus schon mal ein Highlight erlebt. Aber einen kann man immer noch oben drauf legen. Und dies geschah mit MOONSPELL. Die portugiesische Bande unter Führung von Fernando Ribeiro sollte mit ihrem harten Gothic/ Death Metal den vorangegangenen Auftritt noch toppen. Der Zirkus war zum bersten gefüllt. Fernando brüllte seine Texte dem Publikum entgegen, und wenn er nicht sang, wurde ordentlich die Matte geschwungen, oder er posierte mit seinem Mikrofonständer. Im Hintergrund auf einer großen Leinwand lief eine Abfolge von Bildern, die immer wieder blasphemische bzw. satanistische Zeichen aufboten. Jedoch zeigten sich MOONSPELL auch von ihrer eher weniger harten Seite. Mit Songs wie „Soulsick“, „Scorpion Flower“ oder „Luna“ gab es auch melodischere Stücke. Ich wundere mich immer wieder, wie charismatisch Sänger Fernando doch ist, und wie er es immer wieder schafft, die Menge so zu fesseln wie es auch diesmal der Fall war. Natürlich wurden MOONSPELL nicht aus der Halle gelassen, ohne eine Zugabe zum Besten zu geben, wozu sie sich bereitwillig überreden ließen.

So endete der zweite Tag des WGTs für uns im Kohlrabizirkus überaus positiv und wir waren zudem begeistert, dass seit diesem Jahr die Linie 31 uns ohne Umwege direkt wieder zur Agra und zu unserem wohlverdienten Bier brachte.

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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